Theater, Oper, Kabarett-aufgelesen von Peter Adolf
Kultur in der Region
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Ein Abend mit tollen Stimmen, großen Gefühlen, urkomischen Situationen und der zeitlos mitreißenden Musik von „Abba“ – im Monat Juni im Contra-Kreis-Theater: „S.O.S. im Paradies“.Foto: Contra-Kreis-Theater
Region (Ad). Die Sommerpause ist zwar schon überall in Sicht, doch im Monat Juni bieten die Kulturstätten in der Region noch einmal ein vielseitiges und attraktives Programm. Und nicht zu vergessen: die Open-Air –Konzerte wie z. B. in Rheinbach.
Rheinbach
„Kultur am Himmeroder Hof“ geht in die nächste Runde: Vom 5. Juni bis 11. September gibt es hier wieder eine stimmungsvolle Open-Air-Bühne mit 16 Konzerten verschiedenster Musikrichtungen. Neben beliebten „alten Hasen“ dürfen sich die Besucherinnen und Besucher auch auf zwei neue Gesichter im Programm freuen. Auch für den musikalischen Nachwuchs ist mit einem besonderen Kinderkonzert wieder gesorgt. Der Eintritt ist wie immer frei – gespielt wird „für den Hut“. Organisiert und getragen wird die Veranstaltungsreihe mit großem ehrenamtlichem Engagement und viel Herzblut.
Das Eröffnungskonzert gibt am 5. Juni die Band „Stranger Songs“ (Rock & Pop der 80er) - Beginn ist um 19 Uhr. Finest Latin, Flamenco und Gipsy Rumba - eine Fusion von Künstlern aus Spanien, Cuba und Brasilien, die ihre Leidenschaft zur spanischen Musik zu ihrer Profession gemacht haben, gestaltet am Freitag, 12. Juni, 19 Uhr, das Konzert. „Icon 5 – das sind fünf Musiker aus dem Rheinland, die mit einer bunten Mischung aus Rock und Pop der letzten vier Jahrzehnte und heute ihr Publikum jedes Mal aufs Neue begeistern – und das sicherlich auch in Rheinbach am Freitag, 19. Juni, 19 Uhr. Was als reines Akustikprojekt begann, wuchs in den letzten Jahren zu einer vollwertigen Rockcombo heran. In Rheinbach ist die „Thekenkapelle“ am Freitag, 26. Juni, 19 Uhr, zu Gast. In der Songauswahl spiegeln sich die unterschiedlichen Musikinteressen der fünf Bandmitglieder wider. Hier finden sich einige Schmankerl (und nicht nur die A-Seiten) der Rock- und Hardrockgeschichte von den 70ern bis heute.
Wachtberg
Nicht zum ersten Mal werden „Slave to the Rhythm“ den Köllenhof am 2. Juni, 20 Uhr, mit ihrer tranceartigen Rhythmussession erbeben lassen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1992 haben sie in vielen Clubs und bei Open-Air-Konzerten auf sich aufmerksam gemacht, zum Beispiel beim Jimi-Hendrix-Revival-Festival auf der Insel Fehmarn, dem Hunsrockfestival in der Nähe von Bell/Hunsrück oder bei der Bonner Rheinkultur. Ihre Vorliebe gilt dem puren Trancegroove, den sie mit großer Leidenschaft aus dem Nichts hervorzaubern. Nach dem Konzert sind alle jazzbegeisterten Musiker herzlich eingeladen, bei der offenen Jazz-Session mitzuspielen und den Abend gemeinsam musikalisch ausklingen zu lassen. Der Eintritt in den Köllenhof, Marienforster Weg 14 in Wachtberg-Ließem, ist frei, der „Hut“ darf gerne voll werden.
Mit musikalischer Klasse und spürbarer Leidenschaft verbindet das Trio „Coorie“ irische und schottische Tradition mit einem frischen, eigenen Sound. Manchmal ist es Musik die uns an Orte trägt, die wir nie vergessen werden. Mit Gesang, Gitarre, Fiddle und Whistles erschafft „Coorie“ einen Klang, der gleichermaßen erdig, feinfühlig und mitreißend ist. Ein Sound, der tief in der irischen und schottischen Tradition verwurzelt ist und zugleich unverkennbar im Hier und Jetzt lebt. Das Trio, bestehend aus Steve Crawford (Aberdeen/Schottland), Lucia Wagner (Straubing) und Stefan Decker (Bonn), schöpft aus der reichen Tradition Irlands und Schottlands, geht jedoch konsequent einen eigenen Weg: Statt nur Altes zu bewahren, erschafft die Band vor allem eigene Songs und Melodien, die den Geist keltischer Musik in die Gegenwart tragen. Ihr Sound ist modern und detailreich, bleibt dabei aber stets spürbar in der Tradition verwurzelt – zu hören und natürlich auch zu sehen ist das Trio am Freitag, 5. Juni, 20 Uhr, im Drehwerk in Adendorf, Töpferstraße 17 – 29. Tickets und Infos: https://drehwerk-1719.de/buehne.
Bad Godesberg
Es ist ein außergewöhnliches Theaterstück, eine Hymne an die transformative Kraft der Musik und das Live-Erlebnis Theater. In „Songs for Nobodies – Sterne, die vom Himmel fallen“ schlüpft Susanne Eisenkolb in gleich zehn Rollen, die ihr alle wie maßgeschneidert passen. Ein musikalisches Schauspiel für eine Darstellerin und Live-Band in der Regie von Stefan Huber, das am 2. Juni Premiere im Kleinen Theater Bad Godesberg hat und bis 30. Juni auf dem Spielplan steht. Infos/Karten: 0228 / 36 28 39.
Im Schauspielhaus Bad Godesberg im Monat Juni: „Jacques, der Fatalist und sein Herr“ von Denis Diderot am 4. und 11. Juni; „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch am 5. Juni; „Istanbul“ – ein Sezen Aksu-Liederabend – am 6. Juni; „Don Karlos (A new Morning)“ von Felix Krakau nach Friedrich Schiller am 7. Juni; „Die Legende von Paul und Paula“ nach der Filmerzählung von Ulrich Plenzdorf – zum letzten Male - am 12. Juni; „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza am 13. Juni. Infos/Karten: 0228 / 77 80 22.
Bonn
„Der Freischütz“ wurde 1821 in Berlin uraufgeführt. Nach dem fulminanten Erfolg von „Fidelio“ und „Mahagonny“ bringt Regisseur Volker Lösch die romantische Oper jetzt in einer aktuellen Bearbeitung auf die Bühne – weitere Aufführungen im Bonner Opernhaus am 4., 7., 21. und 24. Juni.
Die Bonner Inszenierung des „Freischütz“ zeigt einen politischen Alptraum, der heute Wirklichkeit zu werden droht: den aufhaltsamen Aufstieg einer rechtsextremen Partei in einer »Gesellschaft der Angst«. Alles läuft nach Samiels Plan – das Ziel: Machtübernahme und Zerstörung der liberalen Demokratie. Schauplatz dieses »Alptraums für Deutschland« ist der verlassene Bonner Bundestag, das Herz der Demokratie als „Lost Place“.
Außerdem auf dem Spielplan des Bonner Opernhauses im Monat Juni: die sowohl von den Kritikern als auch vom Publikum in den höchsten Tönen gelobt und gefeierte Verdi-Oper „Otello“ am 5., 18. und 28. Juni; „Der Barbier von Sevilla“ von Gioachino Rossini“ am 6., 16. und zum letzten Male am 17. Juni; „Tosca“ von Giacomo Puccini am 19. und zum letzten Male am 26. Juni. Infos/ Tickets telefonisch unter 0228 / 77 80 08.
Seit Mitte Mai heißt es im Contra-Kreis-Theater „S.O.S. im Paradies“. Aufregung in der Seniorenresidenz „El Paraíso“: Zur Feier des 100-jährigen Bestehens hat sich hoher Besuch angekündigt: Sponsoren, Verbände und sogar der Oberbürgermeister. Der Singkreisleiter plant einen bunten Abend mit Volksliedern und -tänzen. Doch die Bewohner weigern sich, die verstaubten Lieder zu singen. Schließlich sind die 68er längst über 68, und wollen lieber die Hits der 60er und 70er. Doch sogleich entbrennt ein Streit: Beatles, Stones, Elvis oder doch vielleicht Freddy Quinn? Es fliegen die Fetzen. Ein wieder entdecktes Songbook mit ABBA’s größten Hits bringt eine schnelle Einigung. Wird das Unmögliche gelingen, Volkstänze, selbstgeschneiderte Kostüme und streitsüchtige Senioren unter einen Hut zu bringen?
Gemeinsam schaffen sie es: mit den Hits von ABBA wird gesungen und getanzt, gestritten und geschlichtet, viel gelacht und auch ein wenig geweint. Am Ende steht das fulminante Konzert, in dem alle Beteiligten über sich selbst hinauswachsen. Ein Abend mit tollen Stimmen, großen Gefühlen, urkomischen Situationen und der zeitlos mitreißenden Musik von ABBA! Noch bis 12. Juli auf dem Spielplan; Infos/Karten: 02 28 / 63 23 07.
Beuel
Das Pantheon lockt zum Sommeranfang im Monat Juni noch mit einer Programmvielfalt aus Kabarett, Comedy, Theater, Slams, Pop-, Jazz- und Chor-Konzerten und Musik-Entertainment in seine nicht nur gemütlichen, sondern auch angenehm klimatisierten und belüfteten Räumlichkeiten in Beuel.
Es fängt am 3. Juni hochspannend mit Laura & Tobias Goldfarb an: »13 Wölfe – das Live-Survivaltraining für Paare« wird ein Abend mit hoher Pointendichte, skurrilen Figuren und messerscharfem Witz, der gleichzeitig mit wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen und handfesten Übungen aus der Praxis hilft, Paar-Beziehungen zu verbessern. Ein Abend für Verliebte, für Verletzte, für Jung und Alt und alle dazwischen.
Der Bonner Tausendsassa Marcus Schinkel holt die Saxophon-Legende Ernie Watts am 4. Juni nach Bonn ins Pantheon zu einem Konzert unter dem Motto "Crossover Music". Crossover-Musik verbindet Musikgenres und überschreitet Grenzen. Wer wüsste das nicht besser als Ernie Watts, der mit Legenden wie Miles Davis und Frank Zappa spielte, die sich noch nie um die Einhaltung musikalischer Grenzen scherten. Was läge da nicht näher, als sich mit einem anderen Grenzgänger, dem Pianisten und Ton-Magier Marcus Schinkel, und seinem Trio zusammen zu tun, zu jammen und zu grooven, was das Zeug hält.
Eva Karl Faltermeier ist bekannt für ihren scharfen Witz und ihre unnachahmliche Art, mit der sie das Publikum in ihren Bann zieht. Die mehrfach preisgekrönte Kabarettistin (u.a. Prix Pantheon-Jurypreis 2021) zeigt am 5. Juni die Bonnpremiere ihres neuen Bühnensolos "Ding Dong".
Große, unsterbliche Hits der schwedischen Übergruppe „Abba“ werden vom Trio "ABBA Jetzt!" am 6. Juni im Pantheon in unverfrorene Neu-Interpretationen gezwängt und mit Choreographien angereichert, von denen man bisher nicht zu träumen wagte. Starke Emotionen und handgreifliche Reibereien würzen das musikalische Smörgåsbord, das schon mehr als zweieinhalb Jahrzehnte das Publikum von Göteborg bis Wien begeistert und nun endlich wieder einmal in Bonn zu erleben ist.
Der Eifeler Comedyblitz "Handwerker Peters" leistet am 7. Juni urkomische Abhilfe zum Thema "Lachkräfte-Mangel". Endlich erklärt einer, wie Handwerker ticken, warum sie theoretisch alles können und warum wir erst vier Mal anrufen müssen, bevor sie dann doch alles reparieren.
Sänger und Gitarrist David Rauterberg und Pianist Matthias Schneider präsentieren am 10. Juni beim mittlerweile 55. Bonner Rudelsingen wieder die schönsten Lieder zum Mitsingen – Schlager, Evergreens, Pop und Rock.
Nach "Wirrklichkeit", "Irreparabeln" und "Zukunst" präsentiert das Duo Ulan & Bator am 12. Juni im Pantheon mit "Undsinn" ihr neues Bühnen-Programm. Die beiden preisgekrönten Clowns unter den Intellektuellen, die Künstler unter den Comedians und die Dadaisten unter den Witzbolden kredenzen ihren Fans einen Abend, der Lachmuskeln und Geist gleichermaßen anregt.
So wie ein Jahr unterschiedliche Zeiten im Rhythmus von Werden und Vergehen farbenfroh vereint, bringt der Bonner Jazzchor die verschiedensten Beziehungen und Stimmungen im lebendigen Menschenleben musikalisch zum Klingen. So auch in ihrem neuen Konzertprogramm "Seasons of Love", das am 13. Juni im Pantheon zum Ohrenschmaus lädt.
Und noch ein Höhepunkt im Juni: Im Stile des Art Déco hat der Buchkünstler Robert Nippoldt eine prachtvoll illustrierte Neuausgabe des Romanklassikers "The Great Gatsby" geschaffen - und bringt es mit seinem Programm "Der Große Gatsby - Eine musikalische Lesung mit Live-Zeichnungen" opulent als ein Fest für die Augen und Ohren auf die Pantheon-Bühne! Am 19. Juni kann man sich hochpoetisch zurück in die goldenen Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts versetzen lassen.
Ein weiterer besonderer Programmpunkt im Junikalender des Pantheon speziell für die jüngeren Zuschauer und ihre Eltern ist das immer mit sehenswerten Aufführungen aufwartende Schultheaterfestival "Spotlights", das am 23. Juni im Pantheon eröffnet wird und auch am 24. und 27. Juni beeindruckende Inszenierungen auf die Pantheonbühne bringen wird. Spotlights bietet Schülern und Schülerinnen hier die Möglichkeit. in "echten" Theatern unter realen Bühnen-Bedingungen zu schauspielern und damit Talente zu fördern.
Und auch das bereits preisgekrönte Jugend Jazz Orchester Bonn repräsentiert den vielversprechenden musikalischen Nachwuchs Bonns. Das Publikum erwartet am Sonntag-nachmittag, 28. Juni, brillanten und satten Bigband-Sound unter der Leitung von Thomas Heck und Thomas Kimmerle, der dieses Konzert in seiner renommierten Reihe "Jazz in Concert" präsentiert. Im vorletzten Jahr erhielt das Orchester den WDR-Jazzpreis, ihr begeisterndes allsommerliches Jahreskonzert ist mittlerweile schon Tradition im Pantheon und ein echter Ohrenschmaus.
Ab dem 29. Juni geht der Bonner Kleinkunst-Tempel dann in seine sommerliche Theaterpause. Wiedereröffnung ist am 28. August mit Dr. Pop. Neben faszinierendem Musikwissen gibt er sich und dem Publikum an diesem Abend die Gelegenheit, Songs länger zu hören als in seinem Kultprogramm „Hitverdächtig“ und mitzusingen, während er am Flügel spielt. Dr. Pop gibt den würdigen Auftakt für eine neue, hochspannende und verlockende Pantheon-Herbst-Spielzeit.
Weitere Programmpunkte auch der neuen Spielzeit, nähere Infos und die Möglichkeit der Ticketbuchung unter: www.pantheon.de; Telefon 0228/21 25 21.
LeserReporter/in:Peter Adolf aus Rhein-Sieg |