Großübung der Feuerwehr
Katastrophe am Roisdorfer Bahnhof zum Glück nur eine Übung
- Foto: Frank Engel-Strebel
Roisdorf (fes). Gespenstische und dramatische Bilder boten sich in der Nacht von Freitag auf Samstag auf dem Bahnhofsgelände bei Roisdorf im Bereich Rosental. Zahlreiche Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Johanniter, Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und Technisches Hilfswerk (THW) eilten zum Unglückgelände, ebenso Kollegen der Bundes- und Landespolizei und Notfallmanager der beteiligten Bahnunternehmen. Zum Glück handelte sich hierbei nur um eine großangelegte Übung und keinen Realfall, damit unterschiedliche Blaulichtkräfte aus Bornheim, unterstützt von Feuerwehrkameraden aus Alfter und Rheinbach, gemeinsam den Ernstfall trainieren konnten. Solch eine Großübung werde nicht zuletzt wegen des enormen organisatorischen Aufwandes höchstens alle fünf Jahre durchgeführt, schilderte Simon Lanzerath, Bornheims stellvertretender Feuerwerhsprecher. Die Großübung wurden in den vergangenen Monaten gemeinsam mit der Deutschen Bahn, der SBB Cargo Deutschland (der deutschen Dependance der Schweizer Bundesbahn) und der Freiwilligen Feuerwehr Bornheim vorbereitet federführend von Bornheims Wehrleiter Ulrich Breuer und Dominik Pinsdorf, selbst Eisenbahner bei der SBB Cargo, und Noch-Ortsvorsteher von Bornheim-Ort .
Das Szenario: Ein Güterzug und ein Regionalzug waren am Bahnhof Roisdorf zusammengeprallt. Flammen schossen zwischen den verunfallten Zügen empor (simuliert durch bengalische Feuer).
In dem Personenzug saßen zehn „verletzte“ Menschen, drei von ihnen schwer, einige wurden durch Notfalldarsteller gespielt, die anderen durch 80 Kilogramm schwere mannsgroße Dummys ersetzt. Bei dem Güterzug handelte es sich um einen Kesselwagen, aus dem entzündliche Gefahrgutstoffe austreten konnten, die das Gleisbett verunreinigten.
140 Frauen und Männer waren im Einsatz. Bei der Alarmierung wussten sie nicht, was sie vor Ort erwarten würde: „Es hätte auch ein Waldbrand sein können“, erklärte Bornheims Feuerwehrpressesprecher Ulrich Breuer.
Trotz der Dramatik der Lage vor Ort erlebten die Beobachter wenig Hektik unter den Einsatzleuten, alles wirkte routiniert, eingespielt und gut organisiert. Zunächst galt es den Einsatzort zu sichern und Menschen aus dem Personenzug zu bergen. Ein Kind und zwei Erwachsene wurden per „Crash-Rettung“ aus den verrauchten Waggons geholt, das heißt, eher werden Knochenbrüche in Kauf genommen, als das Menschen zu Tode kommen, erläuterte Breuer. Die anderen Verletzten wurden mit Hilfe eines Steges, aufgebaut durch das THW, aus den Abteilen geholt.
Dramatisch wurde es auch rund um den Kesselwagen. Der auslaufende Gefahrstoff musste in einem Metallbehälter aufgefangen werden und wurde teilweise in einen zweiten Kesselwagen gepumpt, der eigens angefordert worden war.
Der großangelegte Einsatz fand bewusst in den späten Abend- und frühen Morgenstunden (von 22 Uhr bis etwa 3 Uhr) statt, da dafür der Bankverkehr zwischen Bonn und Koblenz erheblich eingeschränkt werden musste. Die Strecke wird sowohl von der RB 26, der „Mittelrheinbahn“, als auch von vielen Güterzügen befahren. Teilweise wurden daher Züge rechtsrheinisch umgeleitet. Damit sich niemand Sorgen machten musste, waren Anwohner per Handzettel und alle Bornheimer Bürger über die gängigen sozialen Netzwerke vorab informiert worden, dass am Freitagabend eine Großübung stattfinden wird.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
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