Preis für Zivilcourage
Rhein-Erft-Kreis ehrt Lebensretter
- Gemeinsames Foto von Landrat Frank Rock mit den Geehrten und Angehörigen im Anschluss an die Verleihung des Preises für Zivilcourage 2026 im Kreishaus in Bergheim.
- Foto: Rhein-Erft-Kreis / Schweinsburg
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Rhein-Erft-Kreis (lk). Der schwere Verkehrsunfall vom 4. Juni 2025 in Hürth kostete dem Schulbegleiter Luis Paulo und der Grundschülerin Avin das Leben. Ein Auto war in eine Gruppe von Grundschulkindern gefahren, die auf dem Weg zum Sport eine Straße überquerte. Der 25-jährige Luis Paulo begleitete die Kinder. Die Unfallermittlungen ergaben, dass er durch seine Reaktion auf das herannahende Fahrzeug mehrere Kinder geschützt hatte. Er selbst starb später im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Auch Avin starb an den Folgen des Unfalls.
Avins Eltern entschieden sich nach dem Tod ihrer Tochter für eine Organspende und retteten damit anderen Menschen das Leben. Auch Luis Paulos Familie entschied sich für eine Organspende. Für seinen Einsatz zum Schutz der Kinder hat der Rhein-Erft-Kreis Luis Paulo posthum mit dem Preis für Zivilcourage 2026 ausgezeichnet. Avins Eltern erhielten den Preis für ihre Entscheidung zur Organspende.
„Wir können den Schmerz der beiden Familien nicht ermessen. Luis Paulos Einsatz für die Kinder und die Entscheidung beider Familien zur Organspende verdienen unseren großen Respekt“, sagte Rock, bei der posthumen Ehrung des Schulbegleiters Luis Paulo und der Ehrung der Eltern der verstorbenen Grundschülerin Avin.
„Mit ihrer Entscheidung zur Organspende haben sie zugleich andere ermutigt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar.“ Das gemeinsame Preisgeld von 1.500 Euro für die Ehrungen von Luis Paulo und Avins Eltern kommt der Luis Paulo-Stiftung zugute. Luis Paulos Familie gründete die Stiftung wenige Wochen nach seinem Tod, um seine Werte weiterzutragen. Sie unterstützt Projekte der Jugendprävention, der Verkehrssicherheit und im Sport.
- Landrat Frank Rock würdigte im großen Sitzungssaal des Kreishauses in Bergheim die diesjährigen Preisträger des Preises für Zivilcourage.
- Foto: Rhein-Erft-Kreis / Schweinsburg
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Ebenfalls geehrt wurde Tanja Schäfer. Sie rettete einen Mann aus der Erft. Am 1. August 2025 war Tanja Schäfer mit ihrem Hund an der Erft in Bergheim-Quadrath-Ichendorf unterwegs. Als sie einen Mann im stark strömenden Fluss bemerkte, alarmierte sie die Feuerwehr. Mit ihrer Hundeleine hielt sie ihn bis zum Eintreffen der Rettungskräfte fest und verhinderte so, dass er von der Strömung mitgerissen wurde.
Rock würdigte ihre Hilfe: „Tanja Schäfer hat die Notlage erkannt und mit den Mitteln geholfen, die sie zur Hand hatte. Ihre schnelle und besonnene Hilfe hat dem Mann das Leben gerettet. Vielen Dank!“ Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 750 Euro verbunden.
Sonja und Wolfgang Kerb griffen im Februar 2024 in Erftstadt ein, als ein Mann seine Frau in der gemeinsamen Wohnung mit einem Hammer angriff. Der sechsjährige Sohn des Paares holte bei den Nachbarn Hilfe. Wolfgang Kerb stoppte den Angriff und entriss dem Mann den Hammer. Sonja Kerb schloss sich mit der schwer verletzten Frau im Badezimmer ein und verständigte Hilfe.
„Sonja und Wolfgang Kerb haben ihre Nachbarin vor weiterer Gewalt geschützt. Sie haben Verantwortung für die Frau und ihre Kinder übernommen, obwohl sie selbst in Gefahr waren. Dafür danke ich beiden sehr“, sagte Rock. Die Eheleute erhielten den Preis für Zivilcourage und ein gemeinsames Preisgeld von 750 Euro.
Der Rhein-Erft-Kreis verleiht den Preis für Zivilcourage seit 2011. Er zeichnet Menschen aus, die sich trotz möglicher Gefahren für sich selbst für andere einsetzen. Der Preis soll zugleich dazu ermutigen, in Notsituationen hinzusehen und Hilfe zu leisten. „Jeder von uns kann helfen und Zivilcourage zeigen“, betonte Rock.
Redakteur/in:Lars Kindermann aus Rhein-Erft |