Spatenstich im Kuckental
Rotationsgebäude kommt

So soll es werden: Die Visualisierungen zeigen die geplanten Unterrichtsräume, die multifunktionale Mensa mit Aula sowie die Außenbereiche des neuen Rotationsgebäudes.  | Foto: Grafik: scapeLandschaftsarchitekten
  • So soll es werden: Die Visualisierungen zeigen die geplanten Unterrichtsräume, die multifunktionale Mensa mit Aula sowie die Außenbereiche des neuen Rotationsgebäudes.
  • Foto: Grafik: scapeLandschaftsarchitekten

Mit einem symbolischen Spatenstich ist die Baustelle für das sogenannte Rotationsgebäude am Standort Zum Kuckental 7 eröffnet worden. Der viergeschossige Neubau ist Baustein des „Frechener Masterplans Schulbau“. Zunächst soll dort Frechens erste Gesamtschule einziehen, deren Gründung zum Schuljahr 2028/2029 vorgesehen ist. Die direkten Anwohner machen sich Sorgen um den vorhandenen Baumbestand und die zukünftige Verkehrs- und Lärmbelastung.

Frechen (lk). Bürgermeister Uwe Tietz, Kämmerin Gudrun van Cleef, die Technische Beigeordnete Magdalena Pötschke, Fachdienstleiter Stephan Krämer sowie Vertreter der Ratsfraktionen begleiteten die Einrichtung der Baustelle durch den Totalunternehmer Kleusberg.

„Mit dem Spatenstich endet eine intensive Planungs- und Vorbereitungsphase und zugleich beginnt die sichtbare Umsetzung“, sagte Pötschke. Gemeinsam entstehe ein modernes und flexibles Schulgebäude, das langfristig unterschiedlichen Schulen zugutekommen solle.

Seit der Vertragsunterzeichnung wurde die Gebäudeplanung weiter ausgearbeitet. Derzeit wird die Ausführungsplanung zwischen Stadt, Unternehmen und Fachplanern konkretisiert. Zugleich werden Materialien, Oberflächen, Farben und Ausstattungsdetails abgestimmt.

Der Neubau besteht aus drei Gebäudeflügeln mit einem zentralen Erschließungsbereich. Auf rund 13.018 Quadratmetern Bruttogrundfläche ist Platz für 870 Schüler sowie 77 Lehrkräfte vorgesehen. Die Unterrichtsbereiche werden in Lernclustern mit Klassen-, Differenzierungs- und gemeinsam genutzten Lernbereichen organisiert. Hinzu kommen Fachräume unter anderem für Naturwissenschaften, Informatik, Kunst, Musik, Werken und Hauswirtschaft. Geplant ist außerdem eine multifunktionale Mensa mit Aula und Bühne. Das Gebäude wird barrierefrei erschlossen.

Zur technischen Ausstattung gehören Luft-Wasser-Wärmepumpen in Verbindung mit überwiegend Fußbodenheizung, eine Photovoltaikanlage und begrünte Dachflächen. Hinzu kommen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sowie eine tageslicht- und präsenzabhängige LED-Beleuchtung. Für die digitale Infrastruktur sind eine strukturierte Datenverkabelung, eine Glasfaseranbindung und Anschlusspunkte für eine flächendeckende WLAN-Versorgung vorgesehen.

Zur sicheren Führung des Schülerverkehrs wird hinter der Sporthalle der Realschule eine geschotterte Zuwegung angelegt. Damit sollen Schüler künftig nicht unmittelbar am Baustellenzufahrtstor vorbeigehen müssen.

Die Stadt erhält für ihre Infrastruktur Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen. In diesem Monat soll bereits eine erste Tranche von 2,75 Millionen Euro aus dem „Nordrhein-Westfalen-Plan 2025-2036“ ausgezahlt werden. Insgesamt stehen Frechen daraus bis 2036 rund 19,9 Millionen Euro zu. Etwa die Hälfte der Gesamtsumme will die Stadt in die Bildung investieren. Rund zehn Millionen Euro sollen in das Rotationsgebäude fließen. Für den Neubau ist bis zur geplanten Fertigstellung 2028 ein Gesamtvolumen von etwa 50 Millionen Euro vorgesehen.

Bürgermeister Tietz sieht in der Förderung eine finanzielle Entlastung, verweist aber zugleich auf die angespannte Haushaltslage. „Die Unterstützung des Landes verschafft uns dabei mehr finanziellen Spielraum“, erklärte er. Kämmerin van Cleef betonte ebenfalls die Bedeutung der Finanzhilfen, verwies jedoch darauf, dass diese nicht alle strukturellen Probleme lösten und die Stadt weiterhin über Konsolidierungen und Kürzungen beraten müsse.

Die Umsetzung des Schulgebäudes erfolgt in zwei Bauabschnitten. Ab März 2027 soll die Montage der vorgefertigten Raummodule beginnen. Die Übergabe und Fertigstellung sind für den Beginn des Schuljahres 2028/2029 geplant.

Anwohner der künftigen Schule begleiten das Vorhaben mit mehreren Forderungen. Sie sorgen sich um den Erhalt größerer Bäume auf dem Gelände und fordern wirksamen Lärm- und Sichtschutz für die angrenzenden Grundstücke. Beim Lärmschutz geht es ihnen insbesondere um den Bereich entlang des künftigen Sportplatzes und des Schulhofs bis zur alten Sporthalle. Sichtschutz wünschen sie vor allem gegenüber den oberen Stockwerken des viergeschossigen Schulgebäudes.

Zudem fordern die Anwohner die Prüfung einer alternativen Busroute entlang Lindenstraße und Freiheitsring. Dabei soll der vorhandene Wendeplatz am Ende des Freiheitsrings als Haltestelle genutzt werden. Als Vorteile nennen sie unter anderem eine höhere Verkehrssicherheit durch den Verzicht auf zusätzlichen Busverkehr auf der Allee zum Sportpark und im Bereich der Einfahrt Kuckental, den Wegfall zusätzlicher Haltestellen sowie den Erhalt von Bäumen und Parkplätzen am Terrassenfreibad.

Darüber hinaus verlangen die Anwohner ein nachvollziehbares Sicherheitskonzept für das Zusammentreffen von Schülern zu Fuß, auf Fahrrädern oder E-Rollern mit Lehrerautos und Elterntaxis auf der Allee zum Sportpark und im Bereich der Einfahrt Zum Kuckental. Außerdem fordern sie, dass die Nutzung des Parkplatzes an der Allee zum Sportpark durch das Schulprojekt nicht eingeschränkt wird, wie dies nach ihren Angaben bei der Bürgerinformation im Juni 2026 zugesagt wurde.

Redakteur/in:

Lars Kindermann aus Rhein-Erft

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