Kreisverkehr Alte Straße / Blindgasse
Bobbycars als Warnsignal
- Mit bunten Plakaten und aufgehängten Bobbycars wird im Kreisverkehr Alte Straße/Blindgasse auf die Gefahren für Kinder im Straßenverkehr aufmerksam gemacht.
- Foto: Lars Kindermann
Eine Aktion von besorgten Eltern und ihren Kindern sorgt aktuell für Aufmerksamkeit in Frechen. Mit bunten Plakaten und aufgehängten Bobbycars rund um und im Kreisverkehr Alte Straße / Blindgasse weisen sie auf die Gefahren von Kindern im Straßenverkehr hin.
Frechen (lk). „Eine Superidee“, finden die Erzieherinnen der angrenzenden KiTa „Löwenherz“. Sie berichten von Auto- und Motorradfahrern, die häufig mit „einem Affenzahn“ durch den Kreisverkehr rasen. Auch auf Facebook findet die Aktion Anklang: „Ich finde die Aktion einfach nur mega! Die Kids haben sich echt Gedanken gemacht“, schreibt ein User. „Ich bin dort als Erwachsener ebenfalls beinahe platt gefahren worden“, ein anderer.
Bereits im Jahre 2012 machte die Perspektive für Frechen auf das Gefährdungspotential im Kreiselbereich aufmerksam. „Da ich da jeden Tag zur Linie 7 gehe, weiß ich, was da insbesondere morgens gebacken ist. Die Autofahrer kommen mit viel Tempo aus der Alte Straße hochgefahren, schauen nur nach links und sehen die Fußgänger im Dunkeln nicht, die aus Richtung Kiosk kommen“, schilderte damals der Fraktionsvorsitzende der Perspektive für Frechen, Dieter Zander, die Situation vor Ort.
Über die Gefahren des Kreisverkehrs berichtete das Wochenende erstmals im September 2019. Nachdem zuerst eine Mutter und später auch ihre Tochter in dem Kreisverkehr angefahren worden waren, berichteten Anwohner von mehreren Verkehrsunfällen, vielen Beinaheunfällen, nächtlichen Rasern, Hupkonzerten und dem regelmäßigen Ignorieren der aufgebrachten Zebrastreifen durch Auto- und Lastenwagenfahrer.
Eine Anfrage bei der Polizei ergab damals, dass es sich bei dem Kreisel um „keinen bekannten Unfallschwerpunkt“ handeln würde.
Vorschläge der Anwohner, unserer Leser und der Perspektive für Frechen zur Entschärfung der Verkehrssituation waren bis zu diesem Zeitpunkt abgelehnt oder ignoriert worden. Im Oktober 2019 wurde jedoch die Anbringung neuer Leitelemete beschlossen. „Sie werden
dazu beitragen, dass die Fahrzeugführenden eine deutlich größere
Lenkbewegung machen und somit eine Kurve fahren müssen“, teilte die Stadtverwaltung Frechen damals schriftlich mit.
Die Behörden sahen in dieser Veränderung damals nur einen „ersten Schritt“, um festzustellen, ob sich dadurch bereits eine Verbesserung der Verkehrssituation
herbeiführen ließe. Weitere Schritte blieben aus.
Es folgten aber mindestens zwei weitere Verkehrsunfälle: Im Oktober 2024 wurde eine 20-jährige Fahrradfahrerin im Kreisverkehr angefahren und schwer verletzt. Ein 11-jähriger Junge wurde wenige Tage später beim Überqueren des Fußgängerüberwegs angefahren und leicht verletzt.
Die weiteren Unfälle, die Protestaktion der besorgten Eltern und die Reaktion darauf im Netz machen deutlich, dass die Installation der Leitelemente nicht zu einer ausreichenden Entschärfung der Verkehrssituation vor Ort geführt hat.
Redakteur/in:Lars Kindermann aus Rhein-Erft |