Energiewende umsetzen
Möglichkeiten für Bestandsgebäude
- Sanierungsstau ist auch im Rheinland ein präsentes Thema. Viele Bestandsgebäude weisen eine schlechte Energiebilanz auf.
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- hochgeladen von Lars Kindermann
Der Gebäudebestand in der Region Rheinland steht im Zentrum der Energiewende. Zahlreiche Wohnhäuser sind älteren Baujahrs, weisen energetische Defizite auf und benötigen eine grundlegende Modernisierung. Durch gezielte Sanierungsmaßnahmen lassen sich Energieverbrauch, Emissionen und laufende Kosten deutlich reduzieren.
Sanierungsstau im Rheinland und seine Folgen
In der Region bestehen erhebliche Rückstände bei der energetischen Sanierung von Bestandsbauten. Viele Gebäude stammen aus den 1950er bis 1980er Jahren und verfügen über veraltete Heiztechnik, unzureichende Dämmung und ineffiziente Fenster.
Laut dem Gebäudereport der Deutschen Energie-Agentur heizen rund 79 Prozent der Wohnhäuser bundesweit mit Öl oder Gas. Die notwendige Sanierungsquote von zwei Prozent jährlich wird deutlich unterschritten.
Diese Entwicklung hat spürbare Konsequenzen. Gebäude mit schlechter Energieeffizienz verlieren an Wert, verursachen hohe Heizkosten und gefährden das Erreichen der Klimaziele. Auch Stromnetze geraten unter Druck, wenn Heizsysteme ohne ausreichende Dämmung elektrifiziert werden. Im Rheinland wird damit deutlich: Ohne Sanierung des Bestands lassen sich Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit kaum gewährleisten.
Grundlagen einer effizienten Altbausanierung
Eine energetische Sanierung zielt darauf ab, den Energiebedarf eines Gebäudes zu senken und moderne, nachhaltige Technik zu integrieren. Der Ablauf folgt einem klaren Aufbau: Analyse, Maßnahmenplanung, Umsetzung und Optimierung. Grundlage bildet die Bestandsaufnahme durch eine qualifizierte Energieberatung.
Diese Beratung ermittelt den Zustand der Gebäudehülle, Heizlast, Dämmqualität und das Potenzial zur Nutzung regenerativer Energien. Der Einsatz digitaler Werkzeuge sowie thermografischer Aufnahmen unterstützt eine genaue Bewertung.
Reduzierung des Energieverbrauchs
Die Modernisierung beginnt meist bei der Gebäudehülle. Eine Dämmung von Dach, Fassade und Kellerdecke reduziert den Wärmeverlust erheblich. Der Austausch alter Fenster durch energieeffiziente Modelle senkt zusätzlich den Energiebedarf. In vielen Altbauten lohnt sich auch die Ergänzung einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
Die Kombination dieser Maßnahmen führt dazu, dass moderne Heizsysteme effizient eingesetzt werden können. Der Wärmebedarf sinkt auf ein Niveau, das den wirtschaftlichen Einsatz einer Wärmepumpe erlaubt. Gerade dieser Systemwechsel bietet großes Potenzial.
Wärmepumpen als Lösung für den Altbau
Eine mögliche Maßnahme ist der Einbau einer Wärmepumpe im Altbau. Lohnt sich die Anschaffung auch im Bestandsbau? Diese Frage stellen sich viele Eigentümer, denn Wärmepumpen sind aktuell vor allem eine häufig gewählte Heizvariante für Neubauten. Doch auch in Altbauten mit herkömmlichen Heizkörpern lässt sich eine Wärmepumpe integrieren.
Eine mögliche Maßnahme ist der Einbau einer Wärmepumpe im Altbau. Lohnt sich die Anschaffung auch im Bestandsbau? Diese Frage stellen sich viele Eigentümer, denn Wärmepumpen sind aktuell vor allem eine häufig gewählte Heizvariante für Neubauten. Doch auch in Altbauten mit herkömmlichen Heizkörpern lässt sich eine Wärmepumpe integrieren.
Entscheidend ist die Reduktion der benötigten Vorlauftemperatur durch verbesserte Dämmung und geeignete Heizflächen. In vielen Fällen reicht bereits der Einbau sogenannter Niedertemperaturheizkörper aus.
Moderne Wärmepumpen nutzen Umgebungsluft, Erdreich oder Grundwasser als Energiequelle. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage lässt sich der benötigte Strom teilweise selbst erzeugen. Das senkt die Betriebskosten und erhöht die Unabhängigkeit von externen Versorgern.
Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung
Neben der Heizung spielt auch der Stromverbrauch eine Rolle. Durch LED-Beleuchtung, smarte Thermostate und optimiertes Nutzungsverhalten lassen sich weitere Einsparungen erzielen. Eine Photovoltaikanlage trägt dazu bei, Eigenstrom zu erzeugen und Kosten zu senken. Auch Batteriespeicher gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Ergänzend lohnt sich die Nutzung solarthermischer Anlagen für die Warmwasserbereitung. Damit sinkt die Belastung der Heizanlage, insbesondere in den Sommermonaten. Ein intelligentes Energiemanagementsystem sorgt dafür, dass Strom und Wärme bedarfsgerecht verteilt werden.
Finanzierung energetischer Maßnahmen
Für die Umsetzung einer Sanierung stehen verschiedene Förderprogramme zur Verfügung. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt Dämmmaßnahmen, Heizungsmodernisierungen und Beratungsleistungen. Auch Länder und Kommunen bieten eigene Programme an.
Vor der Umsetzung empfiehlt sich eine sorgfältige Finanzierungsplanung. Förderanträge sollten vor Beginn der Maßnahmen gestellt werden. Energieberater und Fachunternehmen helfen bei der Auswahl geeigneter Fördermittel und begleiten die Antragstellung.
Der Heizbedarf ist hier eine wichtige Kennzahl, dieser kann je nach Gebäude, technischem Zustand, Größe und Nutzerverhalten sehr unterschiedlich ausfallen. Für die Effizienz einer Wärmepumpe spielt zudem die Außentemperatur eine wichtige Rolle.
Im Rheinland erstreckt die typische Heizperiode von Oktober bis April. Innerhalb dieser Zeit schwankt die Außentemperatur jedoch deutlich. Dies wirkt sich auf die Betriebskosten während der Heizperiode aus.
Im Rheinland erstreckt die typische Heizperiode von Oktober bis April. Innerhalb dieser Zeit schwankt die Außentemperatur jedoch deutlich. Dies wirkt sich auf die Betriebskosten während der Heizperiode aus.
- Maßnahmen zur energetischen Sanierung beinhalten eine bessere Dämmung, den Austausch von Fenstern und Türen oder der Einbau einer effizienten, modernen Heizungsanlage.
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Beispielhafte Vorgehensweise
Ein typisches Einfamilienhaus aus den 1970er Jahren mit Ölheizung und einfach verglasten Fenstern kann Schritt für Schritt modernisiert werden. Zunächst erfolgt die Dämmung von Dach und Fassade. Danach werden Fenster und Türen ersetzt. Im Anschluss wird die alte Heizungsanlage durch eine Wärmepumpe ersetzt, ergänzt durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Die Modernisierung wird durch staatliche Förderungen unterstützt und von Fachbetrieben umgesetzt.
Das Ergebnis ist ein energieeffizientes Gebäude mit niedrigen Heizkosten, gesteigerter Wohnqualität und höherem Immobilienwert.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
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