Massiver Grill im Wald gefunden
Nach Brand: Feuerwehr appelliert an die Vernunft
- Müll, Glasflaschen und einen großen Grill entdeckten Spaziergänger auf der anderen Seite von Buschhoven im Wald – während wenige Kilometer entfernt noch die Löscharbeiten liefen.
- Foto: red
Swisttal-Buschhoven (mt). Der Brand in Swisttal-Buschhoven, der sich auch auf Gebiete von Rheinbach und Alfter ausgebreitet hatte, hat die Feuerwehr am Montag und Dienstag mit einem Großaufgebot gefordert. Zeitweise waren bis zu 220 Kräfte aus Swisttal, Meckenheim, Rheinbach, Alfter und sogar Weilerswist im Einsatz. Neben dem üblichen Gerät kam auch ein Löschhubschrauber zum Einsatz, der Wasser aus der nahegelegenen Kiesgrube Flerzheim aufnehmen konnte. Darüber hinaus suchte die Feuerwehr unter anderem mit Drohnen nach Glutnestern. Insgesamt sind rund 18.500 Quadratmeter Fläche betroffen. Noch am Dienstagnachmittag mussten einzelne Bäume gefällt werden, in denen sich Glutnester gebildet hatten.
Angesichts der anhaltenden Trockenheit und der angekündigten hohen Temperaturen in den kommenden Wochen bleibt die Waldbrandgefahr vielerorts auf einem teils sehr hohen Niveau. Umso fassungsloser dürfte es Spaziergänger machen, die ebenfalls bei Buschhoven im Wald, allerdings auf der anderen Seite der B 56, Reste einer Party fanden: unter anderem liegen im Wald mehrere leere Glasflaschen und ein großer Grill.
Karsten Windolph, Pressesprecher der Feuerwehr Swisttal, betont im Gespräch, worauf es jetzt ankommt. Die Feuerwehr appelliert nachdrücklich, in der aktuellen Situation besonders vorsichtig im Wald zu sein. Grillen, offenes Feuer, Zigaretten und Ähnliches seien dort keinesfalls erlaubt. „Wir wollen niemanden verbieten im Wald zu spazieren oder ihn überhaupt zu genießen. Wir appellieren einfach an den gesunden Menschenverstand, sich entsprechend zu verhalten.“ Das gelte nicht nur für den Wald: Auch eine aus dem Autofenster geworfene Zigarette, die mit mindestens 55 Euro Verwarngeld geahndet wird, ist derzeit nicht nur eine Umweltsünde, sondern auch brandgefährlich.
„Wir hatten Anfang Juli bereits zwei große Brände in Swisttal. Einer in Straßfeld, einer zwischen Miel und Ludendorf.“ Für die Feuerwehr macht die anhaltende Trockenheit beim Löschen dabei keinen großen Unterschied. „Im Wald oder anderen abgelegenen Stellen gibt es ohnehin kein Wasser, das müssen wir also direkt anfordern. Sehr geholfen haben uns gestern die Landwirte, die ohne Anfrage über Stunden Wasser geliefert haben, das hat hervorragend geklappt. Aus der gesamten Region kamen die Leute in Eigeninitiative und haben uns ohne Entlohnung unterstützt.“
Die Hitze setzt den Feuerwehrleuten jedoch durchaus zu. „Wir hatten zwei Kameraden, die einen Schwächeanfall hatten und von Rettungskräften untersucht wurden. Aber es musste niemand ins Krankenhaus.“ Für Einsätze bei hohen Temperaturen nutzt die Wehr bereits leichtere Schutzkleidung. „Das heißt aber nicht, dass wir in kurzer Hose löschen“, erklärt Windolph lachend.
Wer die Feuerwehr künftig aktiv unterstützen möchte, findet auf den jeweiligen Webseiten der örtlichen Wehren entsprechende Informationen. „Wir sind immer auf Nachwuchs angewiesen“, betont Windolph.
Wer Personen im Wald beobachtet, die Feuer machen, sollte diese auf die Gefahren aufmerksam machen. Alternativ kann das Ordnungsamt des Rhein-Sieg-Kreises unter Tel. 02241 132141 informiert werden, das allerdings nicht rund um die Uhr erreichbar ist. Wer im Wald oder am Waldrand offenes Feuer, Grillen, Rauchen oder andere potenziell brandgefährliche Situationen beobachtet, sollte bei akuter Gefahr umgehend die Feuerwehr über die 112 verständigen. Ist ein sofortiges Einschreiten gegen Personen erforderlich, kann die Polizei unter der 110 informiert werden.
Redakteur/in:Michael Thelen aus Rhein-Sieg |