Einsparungen gefährden Schwimmunterricht
DLRG kündigt Unterstützung auf

Für viele Familien ist der schulische Schwimmunterricht die einzige verlässliche Möglichkeit, ihren Kindern grundlegende Schwimmfähigkeiten zu vermitteln.  | Foto: Olha/Stock/Adobe.com
  • Für viele Familien ist der schulische Schwimmunterricht die einzige verlässliche Möglichkeit, ihren Kindern grundlegende Schwimmfähigkeiten zu vermitteln.
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Die von der Stadt angekündigten Sparmaßnahmen zur Stabilisierung des maroden städtischen Haushaltes zeigen erste negative Auswirkungen. Die DLRG Ortsgruppe Frechen hat angekündigt, im kommenden Schuljahr keine Bundesfreiwilligendienstleistenden (BFDler) mehr zur Unterstützung des Schwimmunterrichts an Frechener Schulen einsetzen zu können.

Frechen. „Aufgrund der angespannten Haushaltslage der Stadt Frechen hat diese die Übernahme der Nutzungsgebühren unserer vereinseigenen Übungseinheiten im Hallenbad Frechen zum Juli 2026 eingestellt, dadurch entsteht uns ein jährliches Haushaltsdefizit von circa 40.000 Euro“, erklärt Arezou Heuser, Leiterin der DLRG Ortsgruppe Frechen. Daher sah die DLRG sich nicht mehr in der Lage, das unentgeltliche Angebot für Schulen fortzuführen.

„Uns ist bewusst, dass unsere BFDler in den vergangenen Jahren eine wichtige Entlastung im Schulalltag dargestellt und vielen Kindern zusätzliche Sicherheit sowie individuelle Unterstützung im Wasser ermöglicht haben“, so die DLRG weiter. Die Entscheidung habe man „schweren Herzens“ getroffen.

„Diese Entwicklung bedauern wir sehr, da uns die Förderung der Schwimmfähigkeit und Wassersicherheit von Kindern in Frechen weiterhin ein zentrales Anliegen ist“, endet die Erklärung der DLRG an die Schulleitungen und an die Schulpflegschaften in Frechen.

„Seit vielen Jahren leistet die DLRG einen unverzichtbaren Beitrag zur Schwimmausbildung unserer Kinder und damit zur Sicherheit sowie zur Bildungsqualität an unseren Schulen. Die engagierte Unterstützung im Schwimmunterricht stellt eine enorme Entlastung für Lehrkräfte dar und ermöglicht vielen Kindern überhaupt erst eine ausreichende individuelle Förderung im Wasser“, appellieren jetzt die Frechener Schulpflegschaften in einer gemeinsamen Erklärung an die Frechener Stadtverwaltung.

Schwimmenlernen sei kein freiwilliges Zusatzangebot, sondern Bestandteil des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags. „Die Vermittlung grundlegender Schwimmfähigkeiten gehört zur elementaren Daseinsvorsorge und ist ein wesentlicher Beitrag zum Schutz von Kindern“, stellen die Schulpflegschaften klar.

Eine weiterhin hohe Zahl tödlicher Badeunfälle in Deutschland sei alarmierend. Jeder tödliche Badeunfall bedeute unermessliches Leid und stelle auch für die Einsatzkräfte von DLRG, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei eine enorme psychische und seelische Belastung dar.

Zudem würden, als Folge der Corona-Pandemie, immer noch erhebliche Defizite in der Schwimmausbildung von Kindern bestehen und das außerschulische Angebot an Schwimmkursen zunehmend kleiner.

„Für viele Familien ist der schulische Schwimmunterricht daher inzwischen oft die einzige verlässliche Möglichkeit, ihren Kindern grundlegende Schwimmfähigkeiten zu vermitteln“, so die Schulpflegschaften weiter.

Auch in Zeiten knapper Haushalte müssten Prioritäten im Sinne der Kinder gesetzt werden. „Auch im Rahmen eines Haushaltssicherungskonzeptes können und dürfen Fördergelder für Maßnahmen eingesetzt werden, die unmittelbar dem Bildungsauftrag dienen. Die Unterstützung des schulischen Schwimmunterrichts erfüllt diesen Zweck in besonderem Maße“, argumentieren Eltern und Schulen.

Darüber hinaus würde die Stadt Frechen auch im eigenen langfristigen Interesse handeln, wenn die Förderung der DLRG weiterhin gewährleistet würde. „Mit der geplanten Wiedereröffnung des Freibades im Jahr 2027 wird die Stadt darauf angewiesen sein, dass Kinder und Jugendliche das Schwimmen beherrschen und das Bad aktiv nutzen. Wer heute in die Schwimmausbildung investiert, entwickelt damit zugleich die zukünftigen Besucherinnen und Besucher des Freibades – und somit auch die zukünftige zahlende Kundschaft. Die Unterstützung der Schwimmausbildung ist daher nicht nur eine Investition in Bildung und Sicherheit, sondern auch eine nachhaltige Investition in die Zukunft der kommunalen Schwimmbadinfrastruktur“, argumentieren die Schulpflegschaften.

Sie appellieren eindringlich an Rat und Verwaltung, gemeinsam mit der DLRG zeitnah eine tragfähige Lösung zu finden, um die Unterstützung des Schwimmunterrichts auch über den Sommer 2026 hinaus sicherzustellen.

Redakteur/in:

Lars Kindermann aus Rhein-Erft

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