80 Jahre Kriegsende - Teil 3
Luftpost von Joe Jones
- Foto: FGV/Archiv der Stadt Frechen
- hochgeladen von Lars Kindermann
Flugblätter waren im 2. Weltkrieg neben dem Radio das wichtigste Element der psychologischen Kriegsführung. Sie wurden von allen beteiligten Nationen als Propagandamittel eingesetzt und aus Flugzeugen und Ballons abgeworfen oder in Artilleriegranaten verschossen. Ihr Inhalt war oft eine Mischung aus Wahrheit und Falschmeldungen. Sie waren sozusagen die Vorgänger der heutigen Fake-News im Internet und auf Messenger-Diensten.
von Lars Kindermann
Im Frühjahr 1945 kündigte die US-Army auf diesem Weg den Besuch ihres Soldaten Joe Jones in den Ortschaften zwischen Erft und Rhein an. Auf dem Flugblatt stellte US-Soldat Jones aus Ohio unmissverständlich klar, dass er für Frieden, Ruhe und Ordnung stehe und das Leben anderer achte, aber dass er auch ein unerbittlicher und harter Feind sein könne. Der Text endete mit der Frage: „Welchen Joe Jones willst Du kennenlernen?“
Eine „Anweisung zur Lebensrettung“ richtete sich an die Unglücklichen, die zur Verteidigung des Deutschen Reiches in den Volkssturm berufen wurden. Wer der Einberufung nicht durch Untertauchen entgehen konnte, sollte bei Kampfhandlungen sofort Deckung suchen, keinen Widerstand leisten und sich sobald wie möglich ergeben. „Die Alliierten tun Dir nichts, Du hast ihnen auch nichts getan“, heißt es darin.
Andere Flugblätter enthielten einen kurzen, aber lebenswichtigen Sprachkurs. Mit erhobenen Händen sollten Angehörige der Wehrmacht oder des Volkssturms laut „Ei ssörrender!“ (englisch: I surrender, deutsch: Ich ergebe mich) rufen.
Redakteur/in:Lars Kindermann aus Rhein-Erft |
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