Kanzler, Präsident, Kabinett und viel Geschichte
Schloss Augustusburg als Bühne für große Politik
- Große Bühne im Prunktreppenhaus: Beim Deutsch-Französischen Ministerrat in Schloss Augustusburg kamen Bundeskanzler Friedrich Merz, Staatspräsident Emmanuel Macron und weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Deutschland und Frankreich in Brühl zusammen. Brühl Bürgermeister Dr. Marc Prokop (3.v.r) nahm ebenfalls am Empfang teil.
- Foto: Bundesregierung/Xander Heinl
Brühl. Wenn das Prunktreppenhaus von Schloss Augustusburg sprechen könnte, es hätte an diesem Freitag einiges zu erzählen gehabt. Von Königinnen, Staatsgästen, Präsidenten und großen Empfängen kennt dieses Schloss ohnehin genug. Queen Elizabeth II. wurde hier 1965 mit höchsten Ehren empfangen, für 1978 und 1992 sind weitere Auftritte der Queen in Schloss Augustusburg dokumentiert. Auch Königin Juliana der Niederlande und der ägyptische Staatspräsident Muhammad Husni Mubarak gehören zu den Namen, die mit Staatsbanketten in Brühl verbunden sind.
Jetzt stand die Schlossstadt wieder im Rampenlicht: Der Deutsch-Französische Ministerrat tagte im Schloss Augustusburg. Damit rückte Brühl in den Mittelpunkt der deutsch-französischen Zusammenarbeit. Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron kamen gemeinsam mit ihren Kabinetten in der Schlossstadt zusammen. Auf der Tagesordnung standen zentrale Zukunftsthemen wie Wirtschafts-, Energie-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik.
Dass ausgerechnet Schloss Augustusburg zur Bühne wurde, war kein hübscher Zufall, sondern historisch aufgeladen. Als Bonn noch Regierungssitz der Bundesrepublik war, fanden im Schloss zahlreiche Staatsbesuche statt.
Hier unterbreitete der damalige französische Staatspräsident Charles de Gaulle Bundeskanzler Konrad Adenauer den Vorschlag, einen Freundschaftsvertrag zwischen beiden Ländern zu schließen. Aus dieser Initiative entstand der Élysée-Vertrag von 1963, der bis heute als Fundament der deutsch-französischen Zusammenarbeit gilt.
Mit dem Ministerrat kehrte die deutsch-französische Zusammenarbeit also an einen Ort zurück, an dem schon einmal Geschichte angeschoben wurde. Zugleich war es der letzte Deutsch-Französische Ministerrat, an dem Staatspräsident Emmanuel Macron in dieser Funktion teilnahm.
Die Bundesregierung hatte den Ablauf bereits im Vorfeld angekündigt: Parallel zur Sitzung des Deutsch-Französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrats auf dem Fliegerhorst Nörvenich kamen weitere Bundesministerinnen und -minister mit ihren französischen Counterparts auf Schloss Augustusburg zu bilateralen Gesprächen zusammen.
Um 11 Uhr wurde Emmanuel Macron dort durch Friedrich Merz offiziell mit militärischen Ehren begrüßt. Anschließend tagte der Deutsch-Französische Ministerrat. Im Mittelpunkt standen Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit, gesellschaftlicher Austausch und Resilienz sowie gemeinsame deutsch-französische Impulse auf EU-Ebene.
Auch Brühl selbst war mehr als bloße Kulisse. Ein Beitrag zum Staatsbesuch kam aus dem Stadtarchiv: Dort wurde die digitale Vorlage für das Gastgeschenk von Bundeskanzler Friedrich Merz an Präsident Emmanuel Macron erstellt. Das Geschenk ist ein hochwertiges Faksimile des originalen Programmheftes zum Besuch von Charles de Gaulle in Brühl im Jahr 1962.
Bürgermeister Dr. Marc Prokop nahm am Empfang im Schloss Augustusburg teil. Für Brühl sei die Tagung des Deutsch-Französischen Ministerrats „eine große Ehre und zugleich eine Anerkennung der besonderen historischen Rolle unserer Stadt“, erklärte er. Schloss Augustusburg stehe wie kaum ein anderer Ort für den Beginn einer engen Partnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich. Es erfülle Brühl mit Stolz, erneut Schauplatz europäischer Geschichte gewesen zu sein und ein Zeichen für Frieden, Freundschaft und Zusammenarbeit in Europa gesetzt zu haben.
Redakteur/in:Montserrat Micaela Manke |