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Soloprogramm von Joe Sturm in Mines Spatzentreff
"Müttersprooch – oder wie die Schnüss jewaasse es!" begeistert das Publikum

Sommerliches Soloprogramm "Müttersprooch" von Joe Sturm in Mines Spatzentreff - Inhaberin Mine Murzoglu ist begeistert.  | Foto: Anita Brandtstäter
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Wesseling. Eine ebenso unterhaltsame wie liebevoll-humorvolle Reise durch die kölsche Sprache und Lebensart erlebten die Besucherinnen und Besucher am Freitagabend im voll besetzten Café/Bistro Mines Spatzentreff. Nach dem großen Erfolg seines vorweihnachtlichen Programms „Heimatsprooch“, das bereits im Advent für ein volles Haus und begeisterte Gäste gesorgt hatte, präsentierte der gebürtige „Bröhler Jung“ Joe Sturm nun sein neues Soloprogramm „Müttersprooch – oder wie die Schnüss jewaasse es!“ – ein heißer Sommerabend in der kölschen Mundart mit Geschichten, Gedichten, Anekdoten, kölschen „Krätzjer“ und Musik. Seine Programmpremiere hatte Joe Sturm bereits am 18. Juni bei einer geschlossenen Veranstaltung vor rund 80 Bewohnerinnen und Bewohnern des Seniorenheims Wetterstein gefeiert. 

Im Mittelpunkt stand die „Müttersprooch“ – die Sprache, wie sie über Generationen gewachsen ist, geprägt von Familie, Herkunft und dem besonderen Lebensgefühl „us dem hillije Kölle“. Charmant verband Joe Sturm persönliche Erinnerungen mit spannenden historischen Hintergründen und nahm sein Publikum mit auf eine ebenso informative wie kurzweilige Zeitreise. Den Auftakt bildete die Frage: „Wie wohr dat am Anfang met Kölle?“ Von den Römern und den Ubiern spannte Joe Sturm den Bogen bis in die Gegenwart. Mit viel Witz und schauspielerischem Talent erzählte er von den „singenden Glocken von Köln“ und widmete sich anschließend der Geschichte des Kölner Doms – vom „Dicken Pitter“ über die Heiligen Drei Könige und ihre Gebeine bis hin zum spektakulären Krimi um den geraubten Domschatz.

Ebenso unterhaltsam ging es weiter mit dem Kölschen Grundgesetz, den acht Brücken der Domstadt, dem Stadtwappen und natürlich dem legendären Kölschen Klüngel. Schmunzelnde Gesichter gab es bei den Geschichten über den Polizisten Schnäutzerkowski und die „Rote Lola“, die vielen Gästen noch aus der Brühler Kultkneipe Corrida bestens bekannt war. Natürlich durften auch die berühmten Heinzelmännchen sowie die Sage von Jan und Griet nicht fehlen. Mit viel Herzblut zeichnete Joe Sturm außerdem Porträts kölscher Originale – von Konrad Adenauer über Tünnes un Schäl bis hin zu Hans Süper und Willi Millowitsch. Dabei bewies er einmal mehr sein feines Gespür für Humor. Mal satirisch, mal kabarettistisch zugespitzt, stets aber mit viel Herzlichkeit erzählte er von den Eigenheiten der Rheinländer und der kölschen Mentalität. Dass die kölsche Sprache dabei manchmal ebenso direkt wie unverblümt daherkommt, gehört für ihn genauso dazu wie ihre unverwechselbare Herzlichkeit.

Für beste Stimmung sorgten immer wieder die musikalischen Einlagen. Textsicher stimmte das Publikum Klassiker der Bläck Fööss wie „Drink doch ene met“ und „In unserem Veedel“ an. Auch Willi Ostermanns „Heimweh nach Köln“ sowie Willi Millowitschs „Ich ben ne Kölsche Jung“ wurden begeistert mitgesungen. Wie schon bei seinen früheren Auftritten verstand es Joe Sturm hervorragend, seine Gäste aktiv einzubeziehen und eine besondere Gemeinschaftsatmosphäre entstehen zu lassen. So vergingen drei Stunden Programm wie im Flug. Doch ohne Zugabe durfte Joe Sturm die Bühne nicht verlassen. Mit einem neuen kölschen Text auf die Melodie von Frank Sinatras Welthit „My Way“, in dem er augenzwinkernd sein eigenes Leben Revue passieren ließ, verabschiedete er sich schließlich unter großem Applaus. Erst nach gut drei Stunden klang der stimmungsvolle Abend aus.

Der Eintritt war wie immer frei. Die Spenden des Abends kommen den Freunden und Förderern des Dreifaltigkeits-Krankenhauses Wesseling zugute. Gastgeberin Mine Murzoglu freute sich über einen rundum gelungenen Benefizabend. Und die nächste Begegnung mit Joe Sturm steht bereits fest: Am 4. Dezember kommt er mit seinem neuen Programm „Weihnachten – die zweite“ wieder. Dann gehen die Spendenerlöse an die Igelhilfe Wesseling von Susanne Giesen-Pätz.

LeserReporter/in:

Anita Brandtstäter aus Köln

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