Unterschätzte Gefahr durch eine Infektion
Sepsis erkennen und Leben retten

Zeitkritisch: Eine schnelle Behandlung kann bei einer Sepsis lebensrettend sein. Foto: DJD/Aktionsbündnis Patientensicherheit/Getty Images/blackCAT
  • Zeitkritisch: Eine schnelle Behandlung kann bei einer Sepsis lebensrettend sein. Foto: DJD/Aktionsbündnis Patientensicherheit/Getty Images/blackCAT
  • hochgeladen von Angelika Koenig

(djd). Ein grippaler Infekt, eine Blasenentzündung oder eine infizierte Wunde – meist steckt dahinter nichts Dramatisches. Manchmal kann sich daraus jedoch innerhalb weniger Stunden ein medizinischer Notfall entwickeln: die Sepsis. Sie zählt zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Rund um den Welt-Sepsis-Tag am 13. September macht die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis, initiiert vom Aktionsbündnis Patientensicherheit, auf diese unterschätzte Gefahr aufmerksam.
Todesfälle oft vermeidbar
Jährlich erkranken hierzulande mindestens 230.000 Menschen an einer Sepsis, wenigstens 85.000 sterben daran. Es ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Dabei gilt ein großer Teil der Todesfälle als vermeidbar. „Sepsis ist einer der häufigsten medizinischen Notfälle in Deutschland und gleichzeitig einer der unbekanntesten. Solange die meisten Menschen nicht wissen, woran sie eine Sepsis erkennen, werden wir weiter vermeidbare Todesfälle sehen“, sagt Prof. Dr. Stefan Schröder, Chefarzt am Artemed Krankenhaus Düren. Sepsis, umgangssprachlich Blutvergiftung genannt, ist eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Dabei gerät das Immunsystem außer Kontrolle und greift nicht nur die Erreger, sondern auch körpereigenes Gewebe und Organe an. Ohne Behandlung kann es in kurzer Zeit zu Organversagen kommen.
Warnzeichen rechtzeitig erkennen
Tückisch ist, dass die Beschwerden oft einer Grippe ähneln. Liegt eine Infektion vor, die sich verschlechtert und kommt mindestens ein Warnzeichen hinzu, etwa ein ungewöhnlich starkes Krankheitsgefühl, extreme Schmerzen, Verwirrtheit, Atemnot, Herzrasen oder Blutdruckabfall, bläuliche, kalte oder fleckige Haut sowie hohes Fieber oder Schüttelfrost, könnte es eine Sepsis sein. Wie dramatisch sich eine Sepsis entwickeln kann, erlebte Kristina, die 2019 eine schwere Streptokokken-Sepsis überlebte. Sie plädiert: „Wenn es euch so schlecht geht, wie es euch noch nie ging, einfach richtig schlimm, und man wirklich ein schlechtes Gefühl hat: nicht zögern, fragen – könnte es eine Sepsis sein? Handelt schnell, schnell, schnell.“
Verdacht auf Sepsis äußern
Es zählt jede Stunde. Wer im Verdachtsfall sofort den Rettungsdienst ruft und den Verdacht auf Sepsis anspricht, verbessert seine Chancen. Mehr Tipps und Infos gibt es unter www.deutschland-erkennt-sepsis.de. Besonders gefährdet sind Ältere über 60 Jahre, Säuglinge und Kleinkinder, chronisch Kranke sowie Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Der beste Schutz ist, Infektionen möglichst zu verhindern oder konsequent zu behandeln. Dazu gehören vollständiger Impfschutz, regelmäßiges Händewaschen, sorgfältige Wundversorgung und jede Infektion ernst nehmen.

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RAG - Redaktion

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