Rechte kennen und Bauverträge prüfen
Nicht jede Klausel ist in Stein gemeißelt

Bauverträge sind die Grundlage für die Errichtung eines Eigenheims. Sie sollten vor der Unterschrift gründlich durchleuchtet werden. Foto: DJD/Bauherren-Schutzbund/Getty Images/Wilfried Besler
  • Bauverträge sind die Grundlage für die Errichtung eines Eigenheims. Sie sollten vor der Unterschrift gründlich durchleuchtet werden. Foto: DJD/Bauherren-Schutzbund/Getty Images/Wilfried Besler
  • hochgeladen von Angelika Koenig

(djd). Der Traum vom eigenen Haus rückt mit der Unterschrift unter den Bauvertrag in greifbare Nähe. Doch viele angehende Bauherren kennen ihre Rechte als Verbraucher nicht ausreichend und unterschreiben Verträge, ohne das Kleingedruckte genau zu prüfen. Dabei müssen sie längst nicht jede Vertragsklausel akzeptieren. Eine unabhängige Beratung vor der Unterschrift hilft, Risiken frühzeitig zu erkennen und spätere Konflikte zu vermeiden.
Das Kleingedruckte kann teuer werden
Bauverträge regeln unter anderem Bauleistungen, Zahlungspläne, Fristen, Gewährleistung und den Umgang mit möglichen Mängeln. Manche Formulierungen wirken auf den ersten Blick selbstverständlich, können Bauherren jedoch erheblich benachteiligen. Ein typisches Beispiel sind Zahlungspläne, nach denen schon früh ein großer Teil der Vertragssumme fällig wird, obwohl der Baufortschritt diesen Zahlungsstand noch gar nicht erreicht hat. Andere Klauseln räumen dem Bauunternehmen weitreichende Änderungsrechte ein oder schränken gesetzliche Ansprüche der Bauherren ein. „Es empfiehlt sich deshalb, den Vertrag sorgfältig zu lesen und unklare oder einseitige Regelungen kritisch zu hinterfragen“, sagt Erik Stange, Pressesprecher des Verbraucherschutzvereins Bauherren-Schutzbund e. V. (BSB). Nicht jede Klausel sei rechtlich wirksam, andere ließen sich im Gespräch mit dem Bauunternehmen anpassen oder nachverhandeln, so Stange.
Unabhängiger Rat zahlt sich aus
Vor der Unterschrift lohnt es sich deshalb, einen unabhängigen Bausachverständigen oder eine Verbraucherorganisation einzubeziehen. Fachleute erkennen problematische Vertragsklauseln, weisen auf mögliche Risiken hin und helfen dabei, Änderungswünsche sachlich zu begründen. So lassen sich Missverständnisse oft schon im Vorfeld vermeiden. Gleichzeitig gewinnen Bauherren mehr Sicherheit bei einer Entscheidung, die sie finanziell meist über viele Jahre begleitet. Unter www.bsb-ev.de finden Verbraucher Informationen rund um den Bauvertrag sowie unabhängige Beratungsangebote.
Gut vorbereitet in die Bauphase
Ein fairer und ausgewogener Bauvertrag schafft Klarheit für beide Seiten und bildet die Grundlage für ein erfolgreiches Bauprojekt. Wer seine Rechte kennt, den Vertrag sorgfältig prüfen lässt und offene Fragen vor der Unterschrift klärt, kann mit deutlich mehr Sicherheit in den Hausbau starten – und reduziert das Risiko kostspieliger Überraschungen.

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RAG - Redaktion

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