ÖPNV-Lücke soll geschlossen werden
Opposition kritisiert Linienbus-Pläne der Stadt

(v.l.) Bernhard von Rothkirch (FDP) und Dieter Zander (Perspektive) sind gegen einen großen Linienbus und für Kleinbusse und On-Demand-Verkehr zur Anbindung der Stadionsiedlung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).
  • (v.l.) Bernhard von Rothkirch (FDP) und Dieter Zander (Perspektive) sind gegen einen großen Linienbus und für Kleinbusse und On-Demand-Verkehr zur Anbindung der Stadionsiedlung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).
  • Foto: Archiv/Lars Kindermann

„Planung ohne die Bürger ist schon schlimm genug. Noch schlimmer aber ist Planung gegen die Bürger“, ärgern sich Bernhard von Rothkirch (FDP) und Dieter Zander (Perspektive für Frechen) über die ÖPNV-Pläne der Stadt Frechen für die Stadionsiedlung.

Frechen. Vor drei Jahren schlossen sich Anwohner der Stadionsiedlung zur „Initiative Stadionbus“ zusammen, um der Frechener Politik einen Vorschlag zu unterbreiten: Ein sogenannter, kleiner „Quartierbus“, solle die vom ÖPNV vernachlässigte Stadionsiedlung mit vitalen Punkten wie dem Stadtzentrum, dem Gesundheitszentrum an der Alfred-Nobel-Straße oder den Discountern Aldi und Lidl an der Uesdorfer Straße anbinden.Zuvor hatte der Nahverkehrsplan die „unzureichende Anbindung“ der Mau-Mau-Siedlung und des Terrassenbades an den ÖPNV festgestellt. Unterstützt wurden die Bürger von Bernhard von Rothkirch, FDP-Ratsherr und ebenfalls Bewohner der Stadionsiedlung.

Die Stadt nahm den Ratschlag seiner Bürger an, übernahm anscheinend aber nur den Namen „Quartierbus“. Von Rothkirch: „Die Stadt plant gerade die Einführung einer zusätzlichen Buslinie. Ein ganz normaler Linienbus, den sie trotzdem „Quartierbus“ nennen. Er soll im 20-Minutentakt zwischen dem Busbahnhof in der Innenstadt und dem Bahnhof Weiden West verkehren und dabei die Stadionsiedlung, das Terrassenfreibad und das Gewerbegebiet entlang der Alfred-Nobel-Straße an den ÖPNV anbinden.“

Dabei habe die überwiegende Mehrheit der Siedlung sich gegen einen Linienbus mit Haltestelle in der „Allee zum Sportpark“ und für einen Kleinbus ausgesprochen. Die Stadt würde einfach am Bedarf und am Willen der Bürger vorbei planen.

„Ein solches Angebot zeichnet sich mit dem On-Demand-Angebot der REVG ab, das - wie in anderen Städten des Rhein-Erft-Kreises auch - in Frechen zum Einsatz kommen soll: Die Fahrgäste werden ohne gesonderte Haltestellen nahe von zu Hause aufgenommen und gelangen mit barrierefreien Kleinbussen zu ihrem Ziel. Wir wollen, dass die Stadt den On-Demand-Verkehr in der Stadionsiedlung als Piloten testet“, sagt Dieter Zander von der Perspektive.

Erst nach Abschluss dieses Piloten und der „Wiederbelebung der Gewerbeflächen am ehemaligen Keramogelände an der Alfred-Nobel-Straße“ könne man wissen, welcher Bedarf tatsächlich bestehe und ob eine zusätzliche Buslinie Sinn mache.

Zander: „Wir von der Perspektive favorisieren eine zielorientierte Lösung für die Stadion-siedlung, die bislang nicht an den ÖPNV angeschlossen ist. Eine Ausweitung des Piloten auf weniger gut angebundene Stadtteile wie Grube Carl, Grefrath und Habbelrath sollte unmittelbar folgen“.

Redakteur:

Lars Kindermann aus Rhein-Erft

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