Erster Solar-Radweg Deutschlands
Platten erzeugen Strom und tauen ab

Bundesumweltministerin Svenja Schulze eröffnete den ersten Solar-Radweg in Deutschland mit Erftstadts Bürgermeister Volker Erner (r.) und solmove-Gründer Donald Müller-Judex - im strömenden Regen. | Foto: Gabriele Rupprecht
  • Bundesumweltministerin Svenja Schulze eröffnete den ersten Solar-Radweg in Deutschland mit Erftstadts Bürgermeister Volker Erner (r.) und solmove-Gründer Donald Müller-Judex - im strömenden Regen.
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Erftstadt-Liblar - In Erftstadt wurde die Premiere einer neuen Technologie gefeiert, denn
erstmalig wird solare Energie auf öffentlichen Wegen erzeugt. Ein
Fahrbahnbelag der Strom erzeugt und Schnee abtaut.
Auf einem Radweg am Ortsrand von Erftstadt Liblar bei Köln fand diese
Premiere statt. Die von der solmove GmbH entwickelten Solarmodule sind
belastbar und rutschfest. Die 90 Meter lange Teststrecke soll zeigen,
wie sich die robusten Module unter Umwelteinflüssen verhalten. „Wir
haben vier Jahre für diesen Moment gearbeitet”, sagt Erfinder und
Gründer Donald Müller-Judex von solmove, „wir sind total gespannt,
wie das alles funktionieren wird“. Die rund 200 qm große
Solarfläche soll rund 12 MWh Strom jedes Jahr produzieren. Wenn
Schnee fällt, kann die Anlage den rutschigen Belag elektrisch
abtauen. „Die Stadt möchte mit der Teststrecke auf dem Radweg
zeigen, dass jede Kommune sauberen Strom produzieren kann, ohne das
Landschaftsbild zu stören“, so Bürgermeister Volker Erner.
Versiegelte Flächen in sonnengünstiger Lage gibt es in Erftstadt
reichlich und Strom wird in der Zukunft immer mehr gebraucht werden.
Der Abschnitt zwischen Bahnhof und Liblarer Stadtrand, wo die
Solarmodule liegen, ist Teil eines Radweg Konzeptes, für dass die
Stadt Erftstadt Zuwendungen aus den Mitteln der Nationalen
Klimaschutzinitiative erhalten hat. Deshalb hat es sich die
Bundesministerin für Umwelt Svenja Schulze auch nicht nehmen lassen,
den Solarweg persönlich zu eröffnen. Svenja Schulze,
Bundesumweltministerin: „Der Trend zum Radfahren ist ungebrochen.
Mit dem Solarradweg setzen wir auf eine innovative Technologie, die
zugleich Strom erzeugen und im Winter das Eis abtauen kann, um ein
sicheres Radfahren zu ermöglichen. Mit solchen Angeboten wollen wir
erreichen, dass das Rad zunehmend eine attraktive Alternative vor
allem zur Fortbewegung mit dem Auto wird.“
Die Eröffnung der Teststrecke wurde im Beisein von politischen
Vertreterinnen und Vertretern, der Fördergeber, der beteiligten
Firmen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung
vollzogen.
Die Stadt hatte zur Revitalisierung und Attraktivitätssteigerung des
Ortsteils Liblar Ende 2016 für das beantragte Maßnahmenpaket
„Masterplan Liblar“ ein positives Testat im Rahmen der
Städtebauförderung erhalten. Alleinstellungsmerkmal und
identitätsstiftendes Element ist der sogenannte Infrastrukturring
Liblar, eine historisch gewachsene noch heute überwiegend erhaltene
Wegeverbindung aus historischen Straßen und ehemaligen
Braunkohlentagebau-Bahntrassen. Als Antwort auf den Projektaufruf des
Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
(BUMB) „Klimaschutz im Radverkehr“ im Frühjahr 2016 hat die Stadt
Erftstadt ein Maßnahmenbündel entwickelt und beantragt, um weitere
Bereiche des Infrastrukturrings zu realisieren. In den Focus des
Fördermittelgebers ist der Antrag insbesondere durch den innovativen
Baustein „Teststrecke Solarradweg“ gerückt. Gemeinsam mit dem
StartUp Unternehmen solmove GmbH wurde nun in Erftstadt das
deutschlandweit erste 90 Meter lange Teststück horizontaler
Photovoltaik realisiert. Neben der Teststrecke Solarradweg sind
weitere Bausteine gefördert worden, so der barrierefreie Ausbau des
südlichen Bereichs des Promenadenwegs, der bereits fertiggestellt
ist, die Errichtung eines Radweges entlang der ehemaligen Bahntrasse
am Liblarer See als Verbindung des Bahnhofs Erftstadt mit der
Carl-Schurz-Straße, Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit, sowie die
Querungshilfe auf der Bliesheimer Straße in Höhe des
ErftstadtCenters. Die Stadt Erftstadt hat einen Zuwendungsbescheid
für das beantragte Vorhaben „Infrastrukturring Liblar – Wandel
der Mobilitätsstruktur“ über 780.000 Euro erhalten, eine
90-prozentige Bezuschussung. Das gesamte Projekt muss bis Ende Februar
2019 umgesetzt werden. Bürgermeister Volker Erner: „Das Ziel soll
sein, dass die Bürgerinnen und Bürger aufgrund der kurzen Wege im
Ortsteil Liblar vermehrt für den Umstieg auf muskelbasierte
Mobilität sensibilisiert werden, um damit einen wichtigen Beitrag zum
Klimaschutz zu leisten.“

Redakteur/in:

REDAKTEURIN Gabriele Rupprecht aus Erftstadt

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