Corona-Hilfe für Vereine
50 Millionen-Programm startet am Mittwoch

Die Schützenvereine sind von den Corona-Auswirkungen besonders betroffen und sollen vom Land Hilfe erhalten.
  • Die Schützenvereine sind von den Corona-Auswirkungen besonders betroffen und sollen vom Land Hilfe erhalten.
  • Foto: Caroline Seidel/dpa/Archiv
  • hochgeladen von RAG - Redaktion

NRW - Sie prägen vielerorts das öffentliche Leben, mit ihren
Veranstaltungen, Festivitäten und ihrem Engagement, die
ortsansässigen Vereine. Doch in Corona-Zeiten heißt es: keine Feste,
keine Einnahmen, aber Kosten durch stornierte Verträge - den ersten
Vereinen steht das Wasser bereits bis zum Hals. An diesem Mittwoch
startet nun ein Hilfsprogramm des Landes - mit einem Volumen von 50
Millionen Euro.

Die Corona-Krise bringt so manchen Verein in Nordrhein-Westfallen in
finanzielle Schwierigkeiten. Bei den Schützenvereinen etwa stehen
nach Angaben der Verbände im Rheinland und in Westfalen Vereine vor
der Insolvenz oder haben diese vereinzelt sogar schon angemeldet.
Anderen könnte dieser Schritt noch drohen, wenn sie Veranstaltungen
absagen müssen und Stornierungskosten für schon lange abgeschlossene
Verträge anfallen. Diese Befürchtung geht auch bei Karnevalsvereinen
um.

Einige Kommunen wie die Stadt Elsdorf haben eine Art Rettungsschirm
für Vereine aufgespannt und wollen bei finanziellen Notlagen helfen.
Wahrscheinlich zeige sich das Ausmaß der ganzen Corona-Krise erst im
Frühherbst, wenn die Vereine bilanzierten, «und auf einmal sehen:
oh, da steht uns ja das Wasser bis zum Hals», sagte Sprecher Robert
Wassenberg. Die laufenden Kosten seien ja eher überschaubar. Aber die
Stornierung von Verträgen etwa beim Zelte-Bauer könnte schon recht
teuer werden.

Hilfe für Vereine dank Sonderprogramm mit 50 Millionen Euro

Deshalb will auch das Land Nordrhein-Westfalen helfen, mit dem
Sonderprogramm
"Heimat 2020" des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und
Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen
. Schützen- und
Traditionsvereine, die durch die Corona-Krise in finanzielle Not
geraten sind, sollen Hilfen aus einem Sonderprogramm mit 50 Millionen
Euro bekommen. Der Haupt- und Finanzausschuss des Landtags hatte die
Summe zuletzt noch einmal deutlich aufgestockt und eine «möglichst
großzügige Verwendung» festgelegt.

Anträge können nach Angaben der Landesregierung ab dem 15. Juli bei
den Bezirksregierungen gestellt werden. Traditions- und
Brauchtumsvereine können einen einmaligen Zuschuss in Höhe von bis
zu 15 000 Euro beantragen, um existenzbedrohende Liquiditätsengpässe
zu überwinden.

Auffallend verhalten ist die Nachfrage noch beim
Hilfsprogramm des
Landes für gemeinnützige Sportvereine
: Von den zur
Verfügung stehenden zehn Millionen Euro wurden bisher nur 4,4
Millionen abgerufen, wie der Landessportbund mitteilte. Das Geld sei
in rund 650 Soforthilfen ausgezahlt worden, sagte Verbands-Sprecher
Mirco Achzenick. Möglicherweise hätten die Vereine noch Rücklagen
und die Corona-Krise komme erst später in den Vereinen an.

Schützenvereine besonders betroffen 

Den Schützenvereinen fallen hingegen die wichtigen Einnahmen aus den
Schützenfesten oder Vermietungen ihrer Plätze oder Vereinsheime an
andere Vereine weg. Die Durchführung von Schützenfesten, Umzügen,
Kirmesveranstaltungen und Abendveranstaltungen sei in diesem Jahr
faktisch unmöglich geworden, teilten der Rheinische und Westfälische
Schützenbund mit.

Verträge mit Musikern oder Schaustellern würden schon für mehrere
Jahre im Voraus abgeschlossen. Bei Absagen könnten Stornierungs- und
Schadenersatz-Kosten entstehen. Um das zu verhindern, seien
behördlich angeordnete Veranstaltungsverbote sehr wichtig. Das meinen
auch die Karnevalisten.

Auch die Karnevalisten wird es treffen

Als das Virus nach NRW kam, seien die Verträge mit den Künstlern
für die nächste Session schon längst abgeschlossen gewesen, sagt
zum Beispiel der Geschäftsführer des Mönchengladbacher
Karnevalsverbands Horst Beines. Wenn die Politik den Karneval nicht
offiziell untersage und den Vereinen die Verantwortung überlasse,
dann könnte das die Vereine richtig viel Geld kosten, so Beines.

Redakteur:

RAG - Redaktion

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

5 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.