Raum für mehr Lebensqualität
Mehr Platz für Menschen statt Autos ist das Ziel

Wohin mit dem Auto? Die Stadt Bonn hat Leitlinien erarbeitet, mit denen der Verkehr nachhaltiger werden soll und der Platz, den bisher vor allem Autos einnehmen, neu auf alle Verkehrsteilnehmer aufgeteilt werden soll.
  • Wohin mit dem Auto? Die Stadt Bonn hat Leitlinien erarbeitet, mit denen der Verkehr nachhaltiger werden soll und der Platz, den bisher vor allem Autos einnehmen, neu auf alle Verkehrsteilnehmer aufgeteilt werden soll.
  • Foto: pixabay

Bonn (red). Mit der Parkraumstrategie für das gesamte Stadtgebiet hat die Bundesstadt Bonn Leitlinien erarbeitet, wie zukünftig Parkraum in der Stadt gemanagt werden soll.

Ziel ist eine quartiersweise Umsetzung von Parkraumregelungen, insbesondere die Einführung von Bewohnerparkzonen oder Parkgebühren mit Sonderregelungen für Bewohner, um den Parkdruck für die Anwohner sowie Parksuchverkehre zu reduzieren. Freiwerdende Flächen sollen für alternative Mobilitätsangebote, Begrünung sowie kulturelle oder gastronomische Zwecke genutzt werden. So sollen die Quartiere vitalisiert werden und unter Beteiligung der Bonner mehr Lebensqualität in den Vierteln entstehen.

Eine Vorlage für einen entsprechenden Grundsatzbeschluss hat die Stadtverwaltung am Mittwoch, 5. Januar 2022, veröffentlicht. Die Vorlage wird in den zuständigen Fachausschüssen sowie in den vier Bezirksvertretungen beraten und soll anschließend dem Rat der Stadt Bonn zum Beschluss vorgelegt werden.

„Im Sinne der Verkehrswende möchten wir den vorhandenen Straßenraum gerechter verteilen. Dafür ist die Parkraumstrategie ein wichtiger Hebel. Über Parkraumregelungen werden innerstädtische Verkehre und der in den Stadtvierteln bestehende Parkdruck verringert“, erläutert Oberbürgermeisterin Katja Dörner. „Dafür sollen verstärkt Maßnahmen zugunsten von Bewohner*innen umgesetzt und eine Bewirtschaftung für eine zeitliche Begrenzung auswärtiger Verkehre eingeführt werden. Damit können wir Straßen wieder zu Begegnungsräumen für Menschen machen, mit Sitzgelegenheiten, Begrünung, Infoständen, Platz für Gastronomie, für Kinder zum Spielen, und für Kunst und Kultur im Quartier.“

Um den Umweltverbund zu stärken, sollen nachhaltige Mobilitätsangebote ausgebaut werden. Es sollen Vorschläge für Fahrrad- und Sharing-Flächen gemacht werden, ebenso wie für bessere Bedingungen des Radverkehrs und eine Beschleunigung des Öffentlichen Nahverkehrs. Dazu gehört auch, dass Carsharing zeitnah im gesamten Stadtgebiet ausgeweitet wird. Für den Fußverkehr sollen Mindestbreiten auf Gehwegen wieder hergestellt werden: Dort, wo es baulich möglich ist, sollen Gehwege mindestens mit einer Breite von 1,50 Metern für Fußgänger nutzbar sein, in besonders stark frequentierten Bereichen 1,80 Meter, damit auch Menschen, die mit einem Kinderwagen, einem Rollstuhl oder einer Gehhilfe unterwegs sind, genug Platz haben. Welche Regelung im Detail je Quartier/Straße zum Tragen kommt, wird in den jeweiligen Konzepten, angepasst an die örtlichen Gegebenheiten, erarbeitet.

Die Digitalisierung der Parkraumbewirtschaftung sowie das bereits bestehende System des Handyparkens sollen weiterentwickelt werden. Es wird außerdem eine Verlagerung von Parkvorgängen in bereits vorhandene Tief- bzw. Parkgaragen angestrebt. In allen Quartieren soll es ausreichend Stellplätze für Menschen mit Behinderung geben. Für Pflegedienste, Handwerker und Lieferverkehre sollen Ausnahmegenehmigungen zu angemessenen Konditionen angeboten werden.

Grundsätzlich soll das Abstellen der Autos im öffentlichen Raum in Zukunft mehr nutzerfinanziert sein und weniger stark durch die Allgemeinheit getragen werden. Mit den durch die Parkraumbewirtschaftung erzielten Einnahmen sollen einerseits die Personalkosten für die Kontrolle der neuen Parkregelungen gedeckt werden sowie der Ausbau umweltfreundlicher Mobilitätsangebote in den Quartieren refinanziert werden.

Redakteur:

RAG - Redaktion

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