Römische Lampen
Lampen, Licht und Leben

Bildlampen, Collage ausgestellter Bildlampen.  | Foto: Belanna Lange / 
Universität Bonn
  • Bildlampen, Collage ausgestellter Bildlampen.
  • Foto: Belanna Lange / Universität Bonn

Bonn (red). Sie spendeten Licht und trugen zugleich Bilder aus dem Alltag, der Religion und der Unterhaltung: Römische Öllampen stehen im Mittelpunkt einer neuen Sonderausstellung im Akademischen Kunstmuseum der Universität Bonn. Unter dem Titel „Lampen, Licht und Leben“ sind dort vom 18. Oktober 2026 bis zum 28. Februar 2027 Bildlampen aus der Zeit vom 2. Jahrhundert vor Christus bis zum 6. Jahrhundert nach Christus zu sehen.

Kleine Öllampen gehörten in der Antike zum täglichen Leben. Die meist aus Ton geformten Lämpchen konnten aufgestellt, aufgehängt oder herumgetragen werden. Sie wurden von Menschen aller sozialen Gruppen genutzt und waren für alle erschwinglich. Viele Exemplare waren rund um die Einfüllöffnung für das Öl mit Reliefbildern versehen. Diese Motive geben heute Einblicke in unterschiedliche Bereiche der römischen Lebenswelt.

Die Ausstellung zeigt Bildlampen aus der gesamten römischen Welt. Ihr Motivspektrum reicht von Göttern und Helden über Tiere und Pflanzen bis zu Theater, Spektakel und Szenen des römischen Alltags. Zu den ausgestellten Beispielen gehören unter anderem Darstellungen zweier Fischer vor einer Uferarchitektur, eines Dompteurs mit einem Bärenjungen sowie des Ganymed, der den Adler des Zeus tränkt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Lampen aus der Spätantike. Einige von ihnen tragen christliche Symbole oder zeigen biblische Szenen. Dazu zählt eine Darstellung eines Widders mit Christogramm aus dem 4. bis 6. Jahrhundert nach Christus. Viele dieser Exponate stammen aus der Sammlung von Monsignore Jochen Zerlin. Der inzwischen verstorbene Brühler Geistliche, der auch als Sammler von Ikonen bekannt war, hatte die Lampen zusammengetragen.

Seit Ende 2021 ergänzt seine Schenkung den bereits vorhandenen Lampenbestand des Akademischen Kunstmuseums. Zerlin wollte seine Sammlung bei seiner Alma Mater gut und nutzbringend aufgehoben wissen. Die neue Ausstellung verbindet die hinzugekommenen Stücke mit weiteren Objekten aus dem Museumsbestand und gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Bildthemen.

Erarbeitet wurde die Schau von Studierenden der Klassischen Archäologie unter Anleitung von Professor Frank Rumscheid. Die Studierenden beschäftigten sich jeweils mit einem Thema und suchten dazu passende Bildlampen aus der umfangreichen Sammlung des Museums aus.

Für Belanna Lange aus dem studentischen Ausstellungsteam war insbesondere die unmittelbare Arbeit mit den Objekten eindrucksvoll. Nach zahlreichen Recherchen anhand von Fotografien und Digitalisaten habe es ihr „sehr gefallen, von den Objektfotografien zum echten Gegenstand zu kommen“. Die Lampen anfassen, drehen und direkt nebeneinander betrachten zu können, vermittle einen anderen Eindruck von ihren Größenverhältnissen und ihrem Gebrauch im Alltag der Menschen.

Eröffnet wird „Lampen, Licht und Leben“ am Sonntag, 18. Oktober, um 11 Uhr im Akademischen Kunstmuseum, Römerstraße 164. An ausgewählten Sonntagen sind studentische Führungen durch die Sonderausstellung vorgesehen. Ein Ausstellungskatalog ist in Vorbereitung und soll an der Museumskasse sowie beim Reichert-Verlag erhältlich sein. Informationen zu Öffnungszeiten und Führungsterminen bietet der Veranstaltungskalender des Museums.

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RAG - Redaktion

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