Streifzüge in den Sommerferien
Erlebnisreiches Wandern mit der ganzen Familie
- 10. Juli 2026, 11:07 Uhr
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- Auch die Wahnbachtalsperre bietet tolle Wandertouren ganz ohne Autos in schönster Natur.
- Foto: Steimel
- hochgeladen von RAG - Redaktion
Region. Nicht jede Familie hat Urlaub gebucht aber jedes Kind hat Ferien und so stellt sich für viele Eltern die Frage: „Wie bekomme ich mein Kind beschäftigt bzw. was kann ich ihm in den Ferien bieten?
Unser Tipp: Den Wanderrucksack packen mit einem ordentlichen Picknick für unterwegs und auf geht‘s in die Berggemeinden des Rhein-Sieg-Kreises. Dieses wunderschöne Wanderland - das Bergische Wanderland - wurde vor 14 Jahren mit Themenwanderwegen bereichert und attraktiv gemacht, zudem mit Infotafeln zu unterschiedlichen Themen. Die „Das Bergische GmbH“ hat diese Wege konzipiert, Fördermittel hierzu kamen von der EU.
25 sogenannte „Streifzüge“ wurden konzipiert, die sich alle im Bergischen Land wiederfinden. Vier dieser Wege befinden sich im Bereich der Berggemeinden im östlichen Rhein-Sieg-Kreis. Jeder Weg wartet mit einem anderen Thema auf, jeder hat seinen eigenen Landschaftscharakter, alle sind naturverbunden mit wunderschönen Fernblicken. Die Wege sind vorbildlich ausgeschildert, man kann die Wege in beide Richtungen ohne Karte und Kompass wandern.
Streifzug Nr. 19 ist der 12,6 Kilometer lange Bauernhofweg in Lohmar mit dem Startort Bahnhof Honrath. Die Strecke führt vorbei an Burg und Kirche, geht weiter bergan zum Gut Schiefelbusch, das zur Einkehr einlädt. Kühe, Hühner Kaninchen und Gänse erfreuen hier Jung und Alt, ebenso das Hofcafé. Die elf Infotafeln dieses Streifzuges sind mit kindgerechten Texten versehen. Es sind Texte aus der „Sendung mit der Maus“, die hierzu Pate gestanden hat.
Einen weiteren Streifzug mit einem ganz anderen Thema findet man in Much mit Start am Fit- Hotel. Hier folgt der Wanderer der Kennzeichnung Nr. 20, es ist der Heinrich-Böll-Weg mit einer Länge von zwölf Kilometern. Die Strecke findet hier Spuren von Böll aus der Zeit des Weltkrieges, als er in Much mit seiner Frau Annemarie Zuflucht gesucht und gefunden hat. Eine Infotafel am Marienfelder Friedhof berichtet auch über das Schicksal des früh verstorbenen Säuglings Christoph, der auf diesem Friedhof beigesetzt wurde. Unterwegs ist zudem eine Audiostation eingerichtet, wo man den Nobelpreisträger und Friedensaktivisten Böll im Originalton hören kann.
Die Berggemeinde Neunkirchen-Seelscheid bietet einen Kräuterweg an (Streifzug Nr. 19). Auf 15,8 Kilometern Länge gibt es hier Wissenswertes über die Heilkräfte von Pflanzen, die unbeobachtet und teils verborgen rechts und links am Wegesrand stehen. Es gibt aber auch genügend Tipps für schmackhafte Rezepte mit eben diesen Kräutern. Ein Wanderer schreibt im Internetauftritt: „Wer auch immer sich diese Streckenführung ausgedacht hat, hat nachgedacht und sich alle Mühe gemacht, bis zum letzten Meter naturnahe Wege zu finden. Vielen Dank dafür“. Auf jeden Fall ist hier aber auch Vorsicht geboten, denn ähnlich wie bei Pilzen sollte man sich mit der Materie auskennen. Start und Ziel ist am Parkplatz Ehrenmal im Ortsteil Seelscheid.
Schließlich hat auch Ruppichteroth einen Wanderweg zu bieten: Den Fachwerkweg mit dem Startort Burgplatz. Unterwegs erwartet den Wanderer nicht nur Informatives zum Fachwerkbau, er findet auch zwei Erlebnisstationen, die dreidimensional die unterschiedliche Fachwerkbauweise und mühsames Balkensägen zeigen. Ein kleines gezimmertes Fachwerkhäuschen zeigt die verschiedenen Zapfarten und Verbindungen. Gleich nebenan erfährt der Wanderer noch interessantes zum Erzabbau in der Gemeinde Ruppichteroth. Ein ehemaliger Abbaustollen lässt einen Blick „unter Tage“ zu - hierzu eine gute Taschenlampe mit bringen. In der Ortschaft Velken ist eine zusätzliche Tafel installiert, die Wissenswertes zum Thema Waldnachbarschaft vermittelt und letztlich gibt es im Ort Ruppichteroth eine große neu angelegte Streuobstwiese. Sinn und Zweck dieser Obstwiesen sind auf mehreren Tafeln anschaulich erklärt. Der 11,5 Kilometer lange Rundweg (Streifzug Nr. 22) findet unterwegs sehr viel Originalfachwerk im Hauptort und den umliegenden Orten. Hier führt der Weg sogar über die Kreisgrenze bis hin ins oberbergische Land mit fantastischen Weitblicken. Unterwegs streift dieser Weg noch eine herbstliche Besonderheit, es ist die Zeit der Apfelernte und in Lindscheid in der dortigen Mosterei werden die Äpfel zu köstlichem Apfelsaft verpresst. Der Wanderer kann sich hier für einen kleinen Obolus selbst bedienen. Letztlich steht die Information zum Fachwerkbau auch in diesem Ort im Vordergrund. Der Wanderer findet Informationen zu Denkmalschutz, zum „Bergischen Dreiklang“ und er erfährt auch, worum es beim Begriff „Schlitzohr“ geht. Die fachliche Information zu den acht Fachwerktafeln kamen vom Fachwerkspezialisten Dr. Herbert Nicke, die Umsetzung auf den Infotafeln durch den journalistischen Wanderexperten Guido Wagner. Der Autor dieses Textes vom Bürgerverein Ruppichteroth war der Wegepate vor Ort.
Nähere Informationen zu diesen vier Streifzügen und allen weiteren Wanderrouten im Bergischen Wanderland gibt es unter www.dasbergische.de
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Wolfgang Steimel aus Ruppichteroth |
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