Akutbehandlung von Migräne
Die richtige Dosis zur richtigen Zeit
- Nicht zu lange warten: Bei Migräne und Kopfschmerzen wirken Medikamente oft schlechter, wenn sie erst spät eingesetzt werden. Foto: DJD/Thomapyrin/Getty Images/AsiaVision
- hochgeladen von Angelika Koenig
(djd). Oft beginnt es mit Lichtempfindlichkeit, einem leichten Pochen oder einem dumpfen Ziehen im Kopf. Die ersten Anzeichen einer sich anbahnenden Migräneattacke sind für viele noch auszuhalten. Gerade deshalb greifen sie erst dann zum Medikament, wenn es „wirklich nicht mehr geht“. Andere nehmen aus Sorge vor Nebenwirkungen nur die halbe Dosis. Was gut gemeint ist, kann jedoch das Gegenteil bewirken: Wird zu spät oder zu niedrig dosiert behandelt, kann das Risiko steigen, dass Migränephasen länger anhalten oder sich sogar chronifizieren.
Früh eingreifen statt abwarten
Eine aktuelle Umfrage unter Betroffenen zeigt, wie verbreitet dieses Zögern ist: Nur 20 Prozent nehmen ein Schmerzmittel sofort zu Beginn der Beschwerden ein. 48 Prozent warten ein bis zwei Stunden ab, 20 Prozent versuchen zunächst zu schlafen. 13 Prozent verzichten grundsätzlich auf Medikamente. Dabei gilt Migräne als dynamischer Prozess im Nervensystem. Zu Beginn einer Attacke lassen sich die Abläufe noch besser beeinflussen. Wer zu lange wartet, riskiert, dass sich das Schmerzsystem hochreguliert. Reize werden dann stärker wahrgenommen, und Medikamente wirken oft weniger zuverlässig.
„Untergebrauch“ vermeiden
Auch die Dosierung spielt eine Rolle. Aus Sorge vor Nebenwirkungen wird häufig zu wenig eingenommen. Doch das kann dazu führen, dass die Schmerzen nicht ausreichend gelindert werden und später mehr Medikamente nötig sind. Fachleute sprechen hier von „Untergebrauch“. Für die Akuttherapie gilt daher: möglichst früh und ausreichend dosiert behandeln. Hier können Kombinationspräparate mit Koffein wie Thomapyrin sinnvoll sein, da sie schneller und stärker wirken als ihre Einzelwirkstoffe. Diese können zudem geringer dosiert werden.
Maßnahmen im Alltag
Medikamente sind nur ein Teil der Behandlung. Ergänzend können einfache Maßnahmen dazu beitragen, Migräne und Kopfschmerzen besser in den Griff zu bekommen. Konkrete Tipps und Übungsanleitungen sind beispielsweise unter www.kopfschmerzen.de zu finden. So unterstützen ein regelmäßiger Schlafrhythmus, ausreichend Flüssigkeit und bewusste Stressreduktion den Körper dabei, stabil zu bleiben. Wer zudem erste Anzeichen früh ernst nimmt und rechtzeitig für Ruhe sorgt, kann Beschwerden oft abmildern. Das gilt besonders dann, wenn die eigenen Auslöser bekannt sind.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
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