Wie sieht die Zukunft der Kreiskrankenhäuser aus?
Strategien vorgestellt

Das Kreiskrankenhaus Waldbröl. Foto: Klinikum Oberberg
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Oberberg. Wichtige Weichen für die Gesundheitsversorgung im Oberbergischen Kreis haben Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung des Klinikums Oberberg bei einer Klausurtagung gestellt. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Klinikum Oberberg einen Strategieprozess initiiert, um rechtzeitig auf die sich abzeichnenden Anforderungen aus dem Krankenhausplan NRW 2022, die vom Bund gesetzten gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen sowie einen intensiver werdenden Wettbewerb um qualifiziertes Personal und die demographische Entwicklung vorbereitet zu sein. Das Krankenhausberatungsunternehmen Roeder & Partner hatte daher - unter Einbindung von Geschäftsführung, Chefärzten und Führungskräften - die stationäre Versorgungssituation zunächst analysiert und dann, unter Berücksichtigung der künftigen Rahmenbedingungen, eine Medizinstrategie für die beiden Kreiskrankenhäuser Gummersbach und Waldbröl entwickelt. Die Ergebnisse wurden in den Gremien diskutiert.
„Ziel ist, eine qualitativ hochwertige stationäre Versorgung in der Mitte und im Süden des Oberbergischen Kreises in kommunaler Trägerschaft zu halten und zukunftssicher auszubauen“, sagt der Vorsitzende von Aufsichtsrat und Gesellschaftern, Landrat Jochen Hagt. „Auf beide Kreiskrankenhäuser kommen Veränderungen zu, damit wir die Notfallversorgung verbessern, unser Leistungsangebot zukunftsfähig gestalten und für unsere Patienten und unser Personal attraktive Angebote schaffen“, fasst Geschäftsführer Sascha Klein zusammen. „Dazu ist es notwendig, eine Umstrukturierung der Leistungsangebote an den beiden Standorten Gummersbach und Waldbröl mit dem Ziel vorzunehmen, die Standorte zukunftssicher mit Blick auf die politischen Ziele der Gesundheitspolitik und der neuen NRW-Krankenhausplanung auszustatten“, sagt Gutachter Prof. Dr. Norbert Roeder.
Nach den Vorgaben des Krankenhausplans, insbesondere auch unter Berücksichtigung der Kriterien der Erreichbarkeit einer Versorgung, soll das Kreiskrankenhaus Waldbröl als Grund- und Regelversorger etabliert werden, während die kardiovaskuläre Notfallversorgung (Herzinfarktversorgung, Schlaganfallversorgung und Gefäßmedizin inklusive der Versorgung von Bauchaortenaneurysmen) unter dem Dach des Gummersbacher Kreiskrankenhauses gebündelt werden soll. Das Kreiskrankenhaus Gummersbach mit seiner zentralen Lage in der Kreismitte soll daher zu einem Haus der erweiterten Notfallversorgung weiterentwickelt werden.
„Auch bei der Verlagerung der invasiven Kardiologie nach Gummersbach wird in Waldbröl weiterhin eine konservative Kardiologie in der Abteilung für Innere Medizin vorgehalten“, versichert Geschäftsführer Sascha Klein. „Damit kann die komplette nichtinvasive Diagnostik der Herz- und Kreislauferkrankungen in Waldbröl erfolgen.“ Für die internistische und chirurgische Notfallversorgung wird das Kreiskrankenhaus Waldbröl unverändert zur Verfügung stehen. Zudem soll der immer älter werdenden Bevölkerung Rechnung getragen werden und das Leistungsangebot im Kreiskrankenhaus Waldbröl durch eine Akut-Geriatrie ergänzt werden. Die Palliativstation und die psychiatrische Klinik komplettieren wie bisher das Leistungsspektrum.
Für das Kreiskrankenhaus Gummersbach empfiehlt Prof. Roeder die Expertise in der Onkologie sowie der Herz-Kreislauf-Medizin durch Aufbau eines kardiovaskulären Schwerpunktes sichtbarer zu machen. Auch das schon bestehende Darmzentrum sollte ausgebaut werden.

Das Kreiskrankenhaus Waldbröl. Foto: Klinikum Oberberg
Das Kreiskrankenhaus Gummersbach. Foto: Klinikum Oberberg
Redakteur:

RAG - Redaktion

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