Zwei erstklassige Aufführungen
Haydns „Schöpfung“

Orchester, Kinder- und Erwachsenenchor begeisterten gemeinsam.  | Foto: Michael Kupper
  • Orchester, Kinder- und Erwachsenenchor begeisterten gemeinsam.
  • Foto: Michael Kupper

Morsbach/Bielstein. So meisterlich, wie es vermutlich im Sinne des österreichischen Komponisten Joseph Haydn gewesen wäre, erklang sein Oratorium „Die Schöpfung“ in der vollbesetzten Basilika St. Gertrud.

Dirk van Betteray, Seelsorgebereichsmusiker und Leiter der Musikschule der Homburgischen Gemeinden, erläuterte, dass es damals als große Anerkennung für einen Komponisten galt, wenn sich Kollegen seiner Musik bedienten. Von dieser Gepflogenheit inspiriert, hatte er Haydns Meisterwerk als Grundlage für ein Großchorprojekt mit Solisten und einem Streichensemble verwendet.

Bei der Premiere in der Basilika erklärte van Betteray: „Sie erleben heute nicht irgendeine Aufführung dieses Standardwerkes der Musikliteratur, sondern eine dezente Neuschöpfung, die es so noch nicht gegeben hat“. Eine weitere Darbietung gab es in der Aula des Schulzentrums Bielstein.

Van Betteray hatte zu der vierhändigen Klavierfassung von Alexander Zemlinsky (gespielt von Denis Ivanov und Frank Hoppe) den Chorsatz von Morten Schuldt-Jensen arrangiert und selbst auch ergänzt: „Als Einleitung zu jedem Tag der Schöpfung habe ich jeweils einen Kanon aus Themen der Chöre Haydns hinzukomponiert.“

Das sollte einem weiteren Teilnehmerkreis „Schöpfung light“ ohne großen Probeaufwand einen aktiven Zugang zu Haydns Werk und der Chormusik ermöglichen.

Insgesamt mehr als 100 Sängerinnen und Sänger im Alter von von neun bis 85 Jahren füllten in Morsbach den Altarraum der Basilika. Mitgewirkt hatten der Projektchor „Chorzeit“ der Musikschule der Homburgischen Gemeinden, der Knaben- und Mädchenchor der Bergischen Akademie für Vokalmusik, der „Chor ‘72 Dieringhausen, dieMucher Konzertgemeinschaft, das Vokalensemble „A Cappella Köln“, das Ensemble Cantabile aus Wiehl, der Kirchenchor Cäcilia Holpe, die Chorgemeinschaft Nümbrecht und der Morsbacher Chor Basilicanto.

In dem begleitenden Streichensemble Collegium Montense spielten Anne Jurzok und Helene Lischke (Geige), Gerit Rupe-Kuchejda und Lukas Fuchs (Viola), Martin Klaas (Cello), Dominik Bierbüsse (Kontrabass) und Marcel Schulte (Pauken). Die Soloparts übernahmen die Sopranistin Antje Bischof, Philipp Hoferichter (Tenor) und der Bass Arndt Schumacher.

Auf die instrumentale Einleitung, in der das Collegium Montense das vor der Schöpfung herrschende Chaos plastisch intonierte, folgten die Tage der Schöpfungsgeschichte. Sie waren variierend mit erzählenden Rezitativen und Arien der Gesangssolisten sowie Chorwerken gefüllt. Dabei steigerten sich Intensität und Eindrücklichkeit von Tag zu Tag.

Herausragend war etwa das Rezitativ „Aus Rosenwolken bricht“ von Philipp Hoferichter am 7. Tag, ebenso das Duett „Holde Gattin“, das von Antje Bischof und Arndt Schumacher gesungen wurde.

Minutenlanger Applaus und stehende Ovationen belohnten die Sängerinnen und Sänger sowie die Musikerinnen und Musiker für ihre außergewöhnliche Leistung bei der rund zweieinhalbstündigen Aufführung.

Als Zugabe hörten die Gäste noch einmal den grandiosen Chor vom Ende des sechsten Tages, an dem auch der Mensch erschaffen wurde: „Vollendet ist das große Werk.“

Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:

Michael Kupper aus Reichshof

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