Frechener Geschichte
Kirchen, Unternehmer, Ritter und ein Mord

Besser spät als nie: Aufgrund weltweiter Papierknappheit erscheint das 17. Jahrbuch des Frechener Geschichtsvereins in diesem Jahr einige Woche später als gewohnt.  | Foto: FGV
  • Besser spät als nie: Aufgrund weltweiter Papierknappheit erscheint das 17. Jahrbuch des Frechener Geschichtsvereins in diesem Jahr einige Woche später als gewohnt.
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Das neue Jahrbuch des Frechener Geschichtsvereins (FGV) ist im Handel. Es ist der mittlerweile 17. Band der Reihe und mit 316 Seiten und zahlreichen Abbildungen wieder eine umfangreiche Dokumentation Frechener Geschichte.

Frechen (lk). Zum 70. Geburtstag der Stadt Frechen veröffentlicht das Team des Frechener Stadtarchivs einen Beitrag mit zahlreichen schönen Abbildungen. Aber auch andere runde Jubiläen finden sich im neuen Band wieder: Hubert Bühr blickt zurück auf 300 Jahre St. Mauritius in Oberbachem und stellt das Rittergut Haus Vorst vor.

An den 130. Geburtstag des Unternehmers Otto Lindemann erinnern Tanja Leppin und Britta Franzheim; auf den 50. Geburtstag des Keramions, des Zentrums für historische und zeitgenössische Keramik in Frechen, blickt Gudrun Schmidt-Esters zurück. Vor rund 40 Jahren schließlich wurde die vormalige Neuapostolische Kirche als „Haus am Bahndamm“ zum Kulturzentrum auf Zeit und später zur Heimat des Theaterensembles Harlekin; Claudia Werner stellt die bewegte Geschichte des lange gefährdeten Kleinods vor.

Einem Jubiläum, das sich so recht nicht fixieren lässt, ist Manfred Weber – der auch wiederum als Chronist tätig war – weiter auf der Spur: „Wie alt ist Grefrath wirklich?“, fragt er, nachdem die Frage mit seinem Aufsatz im Band 14 des Jahrbuchs fast schon beantwortet schien. Aber zuweilen bringt die historische Forschung doch noch neue Erkenntnisse zutage. So auch bei Erhard Stolz, der Neuigkeiten zum preußischen Meilenstein in Grefrath zu berichten weiß. Mit Kleinkönigsdorf und seinen alten Straßen- und Ortsbezeichnungen, die Walter Meyer zusammengetragen hat, ist auch ein weiterer Frechener Ortsteil in unserem historischen Kaleidoskop vertreten. Lothar Weiß zeichnet die Geschichte des Neubaus des evangelischen Gemeindezentrums in Frechen durch die Architekten Emil Schreiterer und Bernhard Below nach; Volker Schüler erinnert an das blutige Ende einer Kirmesschlägerei im Frechener Oberdorf im Jahr 1930, bei der der Polizist Karl Krumm erschossen wurde.

Jochen Menge schließlich stellt die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Frechener Arbeiter um 1900 vor. „Wach sahen sie ihre Kinder nur an Sonntagen“, so überschreibt er seine nachdenkliche Studie, die er dem Andenken des im vergangenen Jahr verstorbenen FGV-Ehrenvorsitzenden Dr. Franz-Joseph Kiegelmann widmet.

Das Jahrbuch ist zum Preis von 15 Euro im örtlichen Buch- und Zeitschriftenhandel erhältlich. Dort liegt auch der FGV-Kalender mit 13 historischen Aufnahmen aus dem alten Frechen, zum Stückpreis von 10 Euro, aus.

Redakteur/in:

Lars Kindermann aus Rhein-Erft

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