Containerdorf entwickelt sich
Neue Heimat für KiTa-Kids

DRK-Bereichsleiter Ralf Krutwig zeigt auf die rot „markierten“ Container. Dort werden im März rund 80 Kita-Kinder des Roten Kreuz im Kreis Euskirchen aus Gemünd-Malsbenden und Gemünd-Kreuzberg für etwa zwei Jahre einziehen, deren Kitas nach der Hochwasserkatastrophe abgerissen werden müssen.
  • DRK-Bereichsleiter Ralf Krutwig zeigt auf die rot „markierten“ Container. Dort werden im März rund 80 Kita-Kinder des Roten Kreuz im Kreis Euskirchen aus Gemünd-Malsbenden und Gemünd-Kreuzberg für etwa zwei Jahre einziehen, deren Kitas nach der Hochwasserkatastrophe abgerissen werden müssen.
  • Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Die Container unweit des Olefer Bolzplatzes stehen bereits parat. Die Erdarbeiten rundum auf dem Gelände ruhen aktuell wegen den frostigen Temperaturen. Im März werden dort die beiden DRK-Kitas aus Malsbenden (Gemünd I) und Kreuzberg (Gemünd II) einziehen und mit ihnen rund 80 Kinder und zwei Dutzend Mitarbeiter.

Kreis Euskirchen (lk). Nebenan haben 120 Kinder aus den Kindertagesstätten Schleiden und Gemünd-Müsgesauel des Trägers Profinos gerade frisch ihre neue Heimat bezogen. Die Kita-Container des Roten Kreuz im Kreis Euskirchen erhielten eine rote Umrandung am Dach, die von Profinos sind gelb gekennzeichnet. Das ist allerdings nicht der einzige Unterschied. Denn die Profinos-Kinder Gemünd (Müsgesauel) und Schleiden (Im Auel) werden maximal ein Jahr in Olef bleiben. Im Laufe des Jahres 2022 werden sie schon wieder in die bis dahin renovierten oder sanierten Kita-Gebäude einziehen können. Das Euskirchener DRK muss dagegen langfristiger planen, denn sie können nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 nicht wieder zurück - weder nach Malsbenden, noch nach Kreuzberg.

„Die beiden Einrichtungen sind zu schwer beschädigt und müssen abgerissen werden“, so Marcel Wolter, Erster Beigeordneter der Stadt Schleiden. Malsbenden und Kreuzberg waren vorher jeweils zweigruppig und sollen jetzt zu einer viergruppigen Kita mit neuem Konzept in einem größeren Neubau zusammengeführt werden.

Wo genau dieser errichtet werde, ist noch unklar. „Das muss in den nächsten Wochen und Monaten erst noch geklärt werden“, so Wolter. Ziel sei es, die Einrichtung dorthin zu bringen, wo die Menschen wohnen, also möglichst zentral in den Kernort, in dem Fall Gemünd.

Ralf Krutwig, Bereichsleiter der DRK-Kitas im Kreis Euskirchen, geht davon aus, dass die Gemünder Gruppen zwei Jahre am Olefer Standort bleiben werden. Aktuell sind sie an den DRK-Standorten Vogelsang und Dreiborn untergebracht.

Funktioniert hat alles, weil Stadt und Träger von der ersten Minute an eng zusammengearbeitet haben. „Schon eine Woche nach der Flut haben wir zusammengestanden und überlegt, welche Lösungen möglich sind“, lobt Krutwig die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Am Ende hat die Verwirklichung des ambitionierten Plans nur sechs Monate gebraucht.

Die ersten Profinos-Kinder sind bereits in ihre neue Kita-Heimat eingezogen, einen Tag zuvor die Erzieherinnen. Das Fazit der Kita-Leiterin Elena Ronig fällt überaus positiv aus: „Die Kinder sind in den ersten Tagen sehr gut angekommen. Sie sind ganz gespannt gewesen und haben die Räume neugierig erkundet. Uns geht es hier sehr gut. Wir fühlen uns wohl und die Eltern sind dankbar für die Lösung“, sagt sie.

Modern, hell und freundlich, modular nach den Bedürfnissen kombinierbar und komfortabel ausgestattet präsentiert sich das Container-„Dorf“, das aus rund 80 Einzel-Container aufgebaut worden ist. Sie bieten Platz für unterschiedlich große Gruppen-, Sport, Küchen- und Sanitärräume.

Das DRK setzt auf neue Möbel, die Ende Februar geliefert werden und später in den Neubau mit umziehen können. „Das haben wir extra so konzipiert“, berichtet Krutwig. Auch das Außengelände wird mit neuen Spielgeräten für die Kleinen angelegt. Rund 1.000 Quadratmeter sind als Freifläche eingeplant.

Der Olefer Standort sei als Zwischenlösung ideal, so der Erste Beigeordnete weiter: „Olef liegt zentral im Schleidener Tal. Hier haben wir einen großen Parkplatz anlegen können.“ Den bräuchte man definitiv, um die Anfahrt der großen Anzahl der Eltern und Mitarbeiter in den Stoßzeiten vernünftig abwickeln zu können. Außerdem habe der Standort mit der Linie 829 einen direkten, komfortablen ÖPNV-Anschluss. Mit dem Hochwasser waren vielen Familien die Autos weggeschwommen. „Wir wussten ja nicht, wie viele vielleicht auch auf den ÖPNV dann angewiesen sind.“

Die Container selbst wurden seitens der Stadt Schleiden gemietet und werden am Ende der Laufzeit abgebaut sowie zurückgegeben.

Redakteur:

Lars Kindermann aus Rhein-Erft

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