"Axon Taser 7" wird getestet
Neue Waffe für die Polizei

Der Volksmund nennt sie auch „Elektroschockpistole“ oder „Taser“, benannt nach dem größten Hersteller. Ein Jahr lang testen nun Polizisten und Polizistinnen des Rhein-Erft-Kreises die neuen „Distanzelektroimpulsgeräte“.
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  • Der Volksmund nennt sie auch „Elektroschockpistole“ oder „Taser“, benannt nach dem größten Hersteller. Ein Jahr lang testen nun Polizisten und Polizistinnen des Rhein-Erft-Kreises die neuen „Distanzelektroimpulsgeräte“.
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Rhein-Erft-Kreis/Region - Sie treffen auf eine Distanz von bis zu sieben Metern und haben eine
Stärke von 20.000 Volt - aber der Strom, der durch den Körper geht,
liegt im Milliamperbereich: Vor der Polizeiwache an der Luxemburger
Straße in Hürth wurden der Presse die neuen
„Distanzelektroimpulsgeräte“ (DEIG) vorgestellt.

Und der Medienauflauf war groß, denn neben Dortmund, Düsseldorf und
Gelsenkirchen ist der Kreis eine der vier Testkommunen in NRW, die nun
etwa ein Jahr die „Axon Taser 7“ in der Praxis einsetzen und
testen sollen.

Seit Freitag verrichtet jede Beamtin und jeder Beamte in Hürth,
Brühl, Wesseling und Kerpen seinen Streifendienst mit dem gelben
Gerät, welches gut sichtbar in offener Tragweise wie die Dienstwaffe
an der Hüfte getragen wird.

Dazu kommt eine Körper-Kamera, die optional automatisch zum Beispiel
beim Ziehen der Druckluftwaffe eingeschaltet werden kann, wie der
leitende Polizeidirektor Roland Küpper erläutert.

Man setze natürlich auf die abschreckende Wirkung der neuen Taser,
denn alleine die Androhung des Einsatzes hätte bei den wenigen Malen,
die die Geräte bislang in NRW eingesetzt worden seien, dazu geführt,
dass sich beispielsweise „ein Täter freiwillig auf den Boden mit
den Händen hinter dem Kopf“ gelegt habe, so Küpper.

Wie genau funktioniert nun so ein „Taser“? Wie eine Waffe hat auch
der Taser einen Abzug, und nach Betätigen schießen zwei Pfeile
mittels Stickstoffgas ab, und wenn sie ihr Ziel getroffen haben, wird
- auch durch warme Winterbekleidung hindurch - Strom mit niedriger
Impulszahl in den Körper geleitet. „Sie müssen sich das
vorstellen, wie einen Wadenkrampf, aber im ganzen Körper“, so
Küpper. Die Pfeile sind über je einen Draht mit dem Taser verbunden
und so lange die Pfeile am Körper des Getroffenen sind, könne
mittels Betätigen des Abzugs neue Stromstöße geleitet werden.

Die getroffene Person ist für eine kurze Zeit handlungsunfähig,
womit zum Beispiel ein Angriff auf den Polizisten verhindert wird.
Alle Beamtinnen und Beamte, die beim Pilotprojekt mitmachen, wurden
seit September im Umgang mit dem Taser geschult, und zwei von ihnen
sind Corinna Petritsch (29) und Roman Schilling (28).Die
Polizeikommissare demonstrierten beim Medientermin, wie das Gerät zu
halten ist und stellten sich für Pressefotos zu Verfügung. Im
Gespräch mit Frank Rock bestätigte Petritsch dem Landrat seine
Frage, ob sie sich als Frau sicherer mit dem neuen Taser fühle, aber
sie sagte auch, dass man natürlich genauestens abwägen müsse, wann
dieser zum Einsatz komme. Apropos Einsatz: in Düsseldorf-Oberbilk war
der Taser schon in Gebrauch - und das rettete einem jungen Mann sein
Leben. Wie die Rheinische Post schreibt, hatte der Mann vor dem
US-Konsulat damit gedroht, sich umzubringen. Er richtete ein Messer
gegen seinen Hals.

Alle Versuche, ihn von dem Vorhaben abzubringen, seien gescheitert.
Als der Mann unmittelbar davor gewesen sei, sich zu verletzten, wurde
die Elektroschockpistole eingesetzt. Überraschend von den Elektroden
getroffen war der Mann handlungsunfähig und konnte ohne
Gewaltanwendung unverletzt in Gewahrsam genommen werden.

Der Volksmund nennt sie auch „Elektroschockpistole“ oder „Taser“, benannt nach dem größten Hersteller. Ein Jahr lang testen nun Polizisten und Polizistinnen des Rhein-Erft-Kreises die neuen „Distanzelektroimpulsgeräte“.
Landrat Frank Rock, die CDU-Vertreter im Landtag Romina Plonsker und Gregor Golland, Polizeikommissar Roman Schilling, Polizeikommissarin Corinna Petritsch und der leitende Polizeidirektor Roland Küpper (von links) beim Termin vor der Polizeiwache in Hürth. Golland freute sich besonders darüber, dass der Rhein-Erft-Kreis bei der Pilotphase dabei sei, denn er habe das Projekt im Landtag mit initiiert.
Redakteur:

Montserrat Micaela Manke

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