Haus der Geschichte
Schaufenster in die deutsche Vergangenheit

„Du bist neugierig?“ - Die Schaufenstergalerie an der U-Bahnhaltestelle Heussallee/Museumsmeile soll Appetit machen auf die neue Dauerausstellung im Haus der Geschichte.  | Foto: fes
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  • „Du bist neugierig?“ - Die Schaufenstergalerie an der U-Bahnhaltestelle Heussallee/Museumsmeile soll Appetit machen auf die neue Dauerausstellung im Haus der Geschichte.
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Bonn (fes). Natürlich schwingt ein wenig Wehmut mit, wenn auf Liebgewonnenes verzichtet werden muss, doch Harald Biermann, Historiker und Präsident der Stiftung vom Haus der Geschichte, blickt lieber nach vorne: „Wir wollen neu denken und freuen uns darauf, bald die neue Dauerausstellung präsentieren zu dürfen.“

Vor einem Jahr wurde die bisherige Ausstellung geschlossen, viele bekannte Objekte, die Millionen Besucher seit der Gründung des Museums 1994 sahen, verschwanden ins Depot, um Platz für Neues zu schaffen.

Einen Vorgeschmack gibt es bereits in einer gut 60 Meter langen Schaufenster-Galerie an der U-Bahnhaltestelle Heussallee/Museumsmeile zu entdecken. Gezeigt werden dort mehr als 70 zentrale Objekte des neuen Ausstellungskonzeptes und das sind echte Hingucker, darunter der erste Aldi-Computer, der 1997 von der Firma Medion herausgebracht und zum Bestseller wurde. Damals standen viele Kunden Schlange vor den Filialen um den „Volks-PC“ mit dem 15-Zoll-Monitor für damals 1.800 D-Mark (heute ungefähr 920 Euro) zu ergattern. Den Weg ins Museum fand das Gerät deswegen, weil es weite Teile der Bevölkerung befähigte, langsam in das begonnene Internet-Zeitalter hineinzukommen, erläuterte Biermann.

Die Zeitreise entlang der Passage führt vorbei an einer Sonnenbank, einem Bobby-Car, eine der ersten Wahlurnen der Nachkriegszeit oder einem gelben Greenpeace-Fass mit Radioaktivitätssymbol. An die Zeiten der deutschen Teilung und der DDR erinnern Straßenschilder wie der Marx-Engels-Platz, ein Warnschild zur Zonengrenze oder das Logo der Leipziger Messe.

Auch die Popkultur von den 1950er Jahren bis heute ist präsent, etwa durch einen Aufsteller des „deutschen Elvis“ Peter Kraus, der aus dem Saarland stammenden Schlagersängerin Nicole mit ihrer weißen Gitarre mit der sie 1982 mit dem Schlager „Ein bißchen Frieden“ (ja, damals nach alter Rechtschreibung noch mit „ß“ geschrieben) Deutschlands ersten von bislang zwei Siegen beim Eurovision Song Contest (ESC) holte. Zu sehen ist auch die erste Casting-Girlgroup Deutschlands, die „No Angels“ aus der TV-Serie „Popstars“, oder ganz aktuell das Schild „Swiftkirchen“, das sich das Haus der Geschichte von der Stadt Gelsenkirchen sicherte, nachdem dort der US-Megastar Taylor Swift im Juli 2024 aufgetreten war.

Tennisikone Steffi Graf wird ebenso gewürdigt, wie der Kölner Volksschauspieler Willy Millowitsch oder der Fußballweltmeister von 1990, Thomas Häßler. Die bisherige Dauerausstellung war seit der Gründung des Hauses der Geschichte 1994 zu sehen, nun wurde es Zeit für eine Überarbeitung, um der Zeit nach der Wiedervereinigung 1990 bis zur Gegenwart mehr Platz einzuräumen, erläuterte Biermann.

Matthias Liebe, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums, der gemeinsam mit Ausstellungskoordinator Quintin Copper einen Großteil der Ausstellung mit kuratierte, möchte die Menschen mit auf eine Zeitreise nehmen: „Dabei denken wir auch in Prozessen“.

Unterteilt ist die neue Schau in fünf Kapitel: Kriegsende bis Gründung der Bundesrepublik und der DDR, die Zeit bis zum Mauerfall 1989, die 229 Tage zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung und die Zeit von 1990 bis zur Gegenwart. Ein fünfter Abschnitt ist mit „heute“ überschrieben und soll die Besucher selbst Teil der Ausstellung werden lassen. Dafür werden Silhouetten platziert in denen man sein Spiegelbild erkennt.

Mindestens 15 Jahre soll die neue Präsentation in dieser Form laut Biermann zu sehen sein. 25 Millionen Euro wurden dafür aus Steuermitteln investiert.

Wer nun neugierig geworden, der darf sich auf den 9. Dezember freuen. Dann gibt es die offizielle Eröffnung.

„Du bist neugierig?“ - Die Schaufenstergalerie an der U-Bahnhaltestelle Heussallee/Museumsmeile soll Appetit machen auf die neue Dauerausstellung im Haus der Geschichte.  | Foto: fes
„Daylight In Your Eyes“: Auch die Casting-Girlgroup „No Angels“ ist reif fürs Museum.  | Foto: fes
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