Umbau der Kennedybrücke
Nachts wird die Brücke umgebaut
- Ab Sonntagabend, 1. November, wird die Kennedybrücke bis Ende November nachts umgebaut, damit künftig die Linienbusse in der Mitte der Brücke auf der Trasse der Stadt- und Straßenbahnen fahren können.
- Foto: Sascha Engst/Bundesstadt Bonn
Bonn (red). Auf der Kennedybrücke beginnen am Sonntagabend, 1. November, umfangreiche Umbauarbeiten. Die Stadt will damit die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Linienbusse künftig in der Mitte der Brücke die Trasse der Stadt- und Straßenbahnen mitbenutzen können. Ziel ist ein zuverlässigerer und pünktlicherer Busverkehr zwischen dem Bertha-von-Suttner-Platz in Bonn und dem Konrad-Adenauer-Platz in Beuel.
Die Arbeiten sollen bis spätestens Sonntag, 29. November, abgeschlossen sein. Weil die Kennedybrücke tagsüber zu den am stärksten ausgelasteten Verkehrsachsen Bonns gehört, wird ausschließlich nachts gearbeitet. Die täglichen Bauzeiten sind jeweils von 21 bis 4 Uhr vorgesehen.
Mit dem Umbau reagiert die Stadt auf die veränderte Verkehrssituation nach der Sperrung der Nordbrücke. Seitdem gehört die Bundesstraße 56 mit Berliner Platz, Oxfordstraße, Bertha-von-Suttner-Platz, Berliner Freiheit, Kennedybrücke, Konrad-Adenauer-Platz und Sankt Augustiner Straße zu den beiden wichtigsten Straßenverbindungen über den Rhein.
Busse sollen die Gleistrasse nutzen
Der Linienbusverkehr soll künftig nicht mehr ausschließlich auf den allgemeinen Fahrspuren über die Kennedybrücke geführt werden. Stattdessen sollen Busse die in der Mitte liegende Trasse der Stadt- und Straßenbahnen befahren können. Dadurch sollen sie auf der stark belasteten Verbindung zwischen Bonn und Beuel schneller und verlässlicher vorankommen.
Oberbürgermeister Guido Déus sieht in dem Umbau eine Maßnahme zur Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs. Nach der Sperrung der Nordbrücke habe geprüft werden müssen, wie die Mobilität in der Stadt aufrechterhalten und insbesondere der öffentliche Nahverkehr unterstützt werden könne.
„Mit dem Umbau auf der Kennedybrücke schaffen wir nun, auch mit Blick auf den Beginn des Weihnachtsgeschäfts, die Voraussetzungen dafür, dass Linienbusse zwischen Beuel und Bonn künftig deutlich schneller und verlässlicher unterwegs sein können“, sagt Déus. Davon würden täglich viele Tausend Fahrgäste profitieren.
Mittlere Verkehrsfläche wird verbreitert
Damit Busse und Bahnen die mittlere Trasse gemeinsam nutzen können, muss der vorhandene Gleisbereich verbreitert werden. Derzeit ist die Fläche 5,80 Meter breit. Nach Abschluss des Umbaus sollen 7,50 Meter zur Verfügung stehen. Damit soll gewährleistet werden, dass sich Linienbusse dort problemlos begegnen können.
Im ersten Bauabschnitt werden Bordsteine und Pflasterstreifen zurückgebaut. An ihre Stelle treten Asphaltflächen. Dadurch entsteht zusätzlicher Raum für die gemeinsame Nutzung durch Linienbusse sowie Stadt- und Straßenbahnen.
In einem zweiten Bauabschnitt werden transportable Leitwände installiert. Diese werden gegenüber ihrer bisherigen Position etwas nach außen in Richtung der Fahrspuren für den Kraftfahrzeugverkehr versetzt. Die Leitwände sollen den Bereich für den öffentlichen Nahverkehr weiterhin vom übrigen Straßenverkehr trennen. Bisher übernehmen die Bordsteine diese Funktion.
Baukosten von knapp 913.000 Euro
Die Gesamtkosten des Umbaus belaufen sich auf knapp 913.000 Euro. Mit der Verbreiterung der Gleistrasse will die Stadt einen zentralen Baustein zur Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs auf einer der wichtigsten Ausweichstrecken nach der Sperrung der Nordbrücke umsetzen.
Die stark beanspruchte Verbindung zwischen dem linksrheinischen und dem rechtsrheinischen Stadtgebiet stellt besondere Anforderungen an die Planung der Bauarbeiten. Deshalb werden sämtliche Arbeiten in die Nachtstunden verlegt. Tagsüber soll die wichtige Verkehrsachse nicht durch die Baustelle zusätzlich belastet werden.
Arbeiten ausschließlich in der Nacht
Die Bauarbeiten laufen im Zeitraum vom 1. bis spätestens 29. November jeweils zwischen 21 und 4 Uhr. Zum Einsatz kommen unter anderem Fräsen, Walzen und Straßenfertiger. Daher müssen Anwohnerinnen und Anwohner rund um die Kennedybrücke mit erhöhten Geräuschbelastungen rechnen.
Die Stadt weist jedoch darauf hin, dass nicht in jeder Nacht lärmintensive Arbeiten erforderlich sein werden. Das Tiefbauamt bittet die Anwohner um Verständnis für die vorübergehenden Beeinträchtigungen.
Reaktion auf die Sperrung der Nordbrücke
Seit der Sperrung der Nordbrücke verteilt sich der Verkehr über den Rhein auf die verbleibenden Verbindungen. Die Bundesstraße 56 ist dabei eine der beiden Hauptrouten. Der Abschnitt führt vom Berliner Platz über die Oxfordstraße, den Bertha-von-Suttner-Platz und die Berliner Freiheit zur Kennedybrücke. Auf der Beueler Seite verläuft die Strecke über den Konrad-Adenauer-Platz und die Sankt Augustiner Straße weiter.
Dieser Bereich ist seit der Brückensperrung besonders stark belastet. Eine städtische Taskforce hat deshalb bereits mehrere Maßnahmen zur Entzerrung und Verbesserung des Verkehrs beschlossen und umgesetzt. Die gemeinsame Nutzung der Gleistrasse auf der Kennedybrücke durch Bahnen und Linienbusse gehört zu diesen Maßnahmen.
Zuverlässiger über den Rhein
Insbesondere auf dem Abschnitt zwischen dem Bertha-von-Suttner-Platz und dem Konrad-Adenauer-Platz soll der Umbau den Busverkehr stabilisieren. Wenn die Linienbusse die Gleistrasse nutzen können, sollen sie weniger stark von Staus auf den übrigen Fahrspuren betroffen sein.
Die Kennedybrücke übernimmt damit eine zusätzliche Aufgabe für den öffentlichen Nahverkehr. Neben den Stadt- und Straßenbahnen sollen künftig auch Linienbusse über die verbreiterte Trasse geführt werden. Die transportablen Leitwände grenzen diesen Bereich weiterhin vom übrigen Kraftfahrzeugverkehr ab.
Mit dem Abschluss der Bauarbeiten bis Ende November sollen die baulichen Voraussetzungen für die neue Verkehrsführung geschaffen sein. Die Stadt verbindet damit die Erwartung, dass Busse zwischen Bonn und Beuel künftig pünktlicher, zuverlässiger und schneller unterwegs sein können.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |