Dreitägiges Jubiläumsfest
90 Jahre Freibad Bielstein
- Bürgermeister Ulrich Stücker (l.) sowie Nicole und Eberhard Klein auf dem Sprungbrett im Bielsteiner Freibad.
- Foto: Wolfgang Abegg
Wiehl. Mit einem dreitägigen Fest hat das Freibad Bielstein seinen 90. Geburtstag gefeiert und eindrucksvoll gezeigt, warum es weit mehr ist als ein Ort zum Schwimmen. Musik, Familienprogramm und viele gut gelaunte Besucherinnen und Besucher machten das Jubiläumswochenende zu einem Fest der Gemeinschaft.
Im Mittelpunkt stand jedoch die Geschichte eines Freibades, das mehrfach vor dem Aus stand und heute als Musterbeispiel für bürgerschaftliches Engagement gilt.
Verdienst der Bürger
Bürgermeister Ulrich Stücker machte in seinem Grußwort deutlich, wie außergewöhnlich dieses Jubiläum ist. Während vielerorts Freibäder aus finanziellen Gründen geschlossen würden, könne das Bielsteiner Bad sein 90-jähriges Bestehen feiern. „Das ist in erster Linie das Verdienst der Bürgerinnen und Bürger“, betonte Stücker. Besonders würdigte er den Einsatz des Heimatvereins in den 1980er-Jahren sowie des 2011 gegründeten Fördervereins um Eberhard Klein und dessen Nachfolgerin Nicole Klein. Entscheidend sei gewesen, dass die Bielsteiner nicht nur den Erhalt des Bades gefordert hätten, sondern selbst Verantwortung übernommen hätten. „Nicht nur: ‚Die Stadt muss machen‘, sondern: Wir machen mit“, so Stücker.
Mehr als ein Schwimmbecken
Für Stücker ist das Freibad längst zu einem Ort der Begegnung und der Heimat geworden. „Es ist mehr als ein Schwimmbecken“, sagte der Bürgermeister und verwies auf die zahlreichen Erweiterungen wie Beachvolleyballfeld, Barfußpfad, Kneippbecken, Baumlehrpfad und Spielbereiche. Das Bad sei inzwischen ein Vorbild für viele Kommunen, die vor ähnlichen Herausforderungen stünden.
Dass dieses Konzept funktioniert, beweisen die vergangenen Jahre. Durch Veranstaltungen, Spenden und unzählige Arbeitsstunden konnten Förderverein und Ehrenamtliche bereits rund 400.000 Euro in die Attraktivität der Anlage investieren und damit entscheidend zum Fortbestand beitragen.
250 Helfer für das Jubiläum
„Das Wetter war perfekt – der Wettergott ist wahrscheinlich Bielsteiner“, sagte Fördervereinsvorsitzende Nicole Klein nach dem Fest. Besonders der Disco-abend sei „phänomenal“ verlaufen. Trotz vieler Parallelveranstaltungen in der Region zog auch der Samstag zahlreiche Gäste an. Noch wichtiger war Nicole Klein jedoch die friedliche Atmosphäre. „Es gab keine Schlägereien oder größere Zwischenfälle. Das zeichnet unser Freibad aus.“ Beeindruckt war Klein vor allem vom ehrenamtlichen Einsatz. Rund 250 Helfer aus Bielsteiner Vereinen unterstützten das Jubiläum. „Die Vereine haben überhaupt nicht gezögert. Sie haben sofort gesagt: Wir sind dabei“, berichtete sie. Dieses Miteinander sei die größte Stärke des Freibades und von Bielstein.
Für Klein ist das Bad auch persönlich ein besonderer Ort. „Es ist für unsere Familie ein zweites Zuhause. Ich habe hier schwimmen gelernt, meine Kinder ebenfalls.“ Besonders freue sie, dass im Freibad alle Generationen zusammenkommen. „Wenn ich hier die fröhlichen Gesichter sehe - Jung und Alt gemeinsam , dann macht das Hoffnung für die Zukunft.“ Diese Zukunft hat der Förderverein bereits im Blick. Es laufen bereits Planungen für ein neues, größeres Projekt gemeinsam mit den Tennisfreunden Bielstein; Details wollte Nicole Klein nicht verraten.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |