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Liebe, Mord und Musik
Hans Jürgen Sittig begeistert mit spannenden Krimis und schwarzem Humor

Mine Murzoglu, Inhaberin von Mines Spatzentreff, freute sich über einen gelungenen Abend mit Hans Jürgen Sittig und John Hay.  | Foto: Anita Brandtstäter
  • Mine Murzoglu, Inhaberin von Mines Spatzentreff, freute sich über einen gelungenen Abend mit Hans Jürgen Sittig und John Hay.
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Wesseling. Ein spannender, unterhaltsamer und zugleich musikalischer Abend: Die Lesung „Liebe, Mord und Musik“ in Mines Spatzentreff am "Tag der Bibliotheken" war gut besucht – und das Publikum kam voll auf seine Kosten. Hans Jürgen Sittig, Bonner Sachbuch- und Eifelkrimi-Autor, präsentierte gemeinsam mit dem Gitarristen und Liedermacher John Hay eine kurzweilige Mischung aus fesselnder Literatur, pointiertem Humor und virtuoser Musik.

Sittig, der einigen bereits von seinem früheren Lesungen in Wesseling bekannt war, verstand es erneut, Krimi-Spannung mit feiner Ironie und theatralischem Esprit zu verbinden. Als erfahrener Schauspieler und TV-Darsteller las er nicht einfach – er spielte, modulierte, wechselte Tonlagen, Dialekte und Stimmungen und zog die Zuhörer damit in den Bann seiner Geschichten.

Mord und Menschlichkeit – Krimis mit Tiefgang und Augenzwinkern

Im Mittelpunkt des Abends standen seine Eifelkrimis, die in den Romanen „Mordwald“ und „Tod am Laacher See“ packende Verbrechen und menschliche Abgründe schildern. Schauplatz ist stets die Eifel mit ihren dunklen Wäldern, stillen Dörfern und verborgenen Geheimnissen. Doch Sittig gelingt es, die Dramatik mit einer feinen Prise Humor zu würzen: Ein Zahnarzt, der nur den Hund hinauslässt, der nicht wiederkehrt; ein Bauunternehmer, dessen Leiche im winterlichen Wald gefunden wird - Stoffe, die das Blut gefrieren lassen und doch stets von Menschen erzählen, die interessant charakterisiert werden und fehlbar sind.

Sittigs Stärke ist die Verbindung von Spannung und Selbstironie. Besonders in seinen Krimi-Gedichten und Kurztexten aus dem Band "Honigmuscheln" blitzt schwarzer Humor auf – etwa in „Golfen kann auch tödlich sein“ oder „Angler morden auch nicht besser“. Ob versehentliche Tötung oder raffinierter Eifersuchtsakt: Immer führt eine Pointe ins Unerwartete, oft ins Groteske. Und das Publikum lachte, wenn aus geplanten Morden "harmlose" Unfälle wurden.

Musikalische Brücken – von Flamenco bis Gypsy Rock

Für den musikalische Teil sorgte John Hay, der zwischen den Lesepassagen mit seiner Gitarrenkunst begeisterte. Mit lateinamerikanischen und spanischen Klängen – von Isaac Albéniz’ „Asturias“ über Paco de Lucías „Entre dos Aguas“ bis hin zu Gypsy Kings und Steve Hackett – verlieh er dem Abend eine besondere Atmosphäre. Bei den Rock- und Gypsy-Stücken nutzte Hay einen Looper, um live die Begleitung einzuspielen – und so klang es, als spiele ein Duo. Seine Musik bot einen emotionalen Dialog: sie schuf Raum, um Spannung, Humor oder Melancholie nachklingen zu lassen.

Eine erfolgreiche Rückkehr nach Wesseling

Bereits im April 2023 war Hans Jürgen Sittig mit demselben Konzept zu Gast – damals in der Variante „Krimi & Klavier“ mit dem Pianisten Christoph Rieger. Auch damals hatte er mit seiner Mischung aus Eifelkrimis, makabren Versen und Schauspielkunst das Publikum begeistert. 

Sittig versteht es, ernste Themen mit Witz zu versehen. Seine literarischen Figuren stolpern oft zwischen Liebe, Lüge und Lebensgefahr – und er lässt sie mit einer Mischung aus Empathie und Ironie scheitern oder triumphieren. Auf die Frage nach seiner „kriminellen Energie“ erklärte er mit einem Augenzwinkern, sie liege wohl in der Familie, denn sein Vater war einst Kriminalbeamter in einem Landeskriminalamt (Rheinland-Pfalz). Das Publikum in Mines Spatzentreff dankte mit begeistertem Applaus und dem Füllen des Hutes.

Wieder ein toller Abend in einem "kulturellen Herzen von Wesseling", der alle Sinne ansprach: spannend, humorvoll und musikalisch. Die nächsten Veranstaltungen sind 

LeserReporter/in:

Anita Brandtstäter aus Köln

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