Erinnerungskultur in Siegburg
Stolpersteine wurden gemeinsam gereinigt
- Foto: Siegburg zeigt Haltung
Siegburg. Rund 30 Menschen beteiligten sich anlässlich des 97. Geburtstags von Anne Frank an einer Stolperstein-Putzaktion in Siegburg. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Bürgerinitiative „Siegburg zeigt Haltung“ gemeinsam mit dem Anno-Gymnasium. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden waren Schülerinnen und Schüler. Viele Anwesende zeigten sich beeindruckt von der Ernsthaftigkeit und dem Engagement, mit denen sich die Jugendlichen mit den Geschichten der Verfolgten auseinandersetzten.
An mehreren Stationen stellten Lehrkräfte des Anno-Gymnasiums einzelne Lebensgeschichten vor. Besonders eindrücklich war die Geschichte des jungen Fotografenlehrlings Oscar Hoffmann, der 1942 nach Minsk deportiert wurde. Noch während des Transports schrieb er hoffnungsvolle Postkarten und glaubte, in seinem Beruf weiterarbeiten zu können. Wenige Tage nach seiner Ankunft wurde er gemeinsam mit seinen Cousins Walter und Hans Lion im Vernichtungslager Maly Trostinez ermordet. Die Aktion stand unter dem Leitgedanken „Erinnern und Handeln“. Die Veranstalter betonten, dass Erinnerungskultur nicht nur dem Gedenken an die Vergangenheit dient, sondern auch dazu anregen soll, sich heute für Menschenwürde, Vielfalt und Demokratie einzusetzen. Die gemeinsamen Gespräche und Eindrücke machten die Aktion für die Teilnehmenden zu einer bewegenden Erfahrung. Die Bürgerinitiative „Siegburg zeigt Haltung“ setzt ihre Arbeit fort. Am Sonntag, 27. Juni, beteiligt sie sich ab 12 Uhr am Christopher Street Day auf dem Siegburger Marktplatz. Am 15. Juli um 19.30 Uhr ist ein offener Stammtisch geplant. Weitere Informationen auf www.siegburg-zeigt-haltung.de.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
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