Eine Liebe, die niemals rostet
Sechstes MP-Lafer-Treffen in Deutschland

Anfahrt der mobilen Kostbarkeiten durch den Torbogen auf den Innenhof der Burg Wissem.
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  • Anfahrt der mobilen Kostbarkeiten durch den Torbogen auf den Innenhof der Burg Wissem.
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Troisdorf - (uzk) Langsam rollen sie die Auffahrt zur Burg Wissem entlang,
fahren auf den Burghof, noch einmal durch den Torbogen und wieder
zurück auf den Innenhof.

Mobile Fahrzeug-Perlen nehmen Aufstellung. Weiß, schwarz, bronze oder
gelb lackiert glitzern sie in der Sonne. Wie Stars werden sie bestaunt
und eines ist deutlich zu sehen, die Fahrer genießen diesen
Augenblick. Sie lassen ihre Hupen erklingen und winken den Zaungästen
zu. Die älteren Damen und Herren aus der Reisegruppe, die an der Burg
Station gemacht hat, verpassen vor lauter Staunen fast ihren Bus. Sie
erlebten gerade die Auffahrt von 15 „MP-Lafer“

MP-Lafer ,die pure Nostalgie

Die meisten Menschen denken, wenn sie Brasilien hören, an Karneval
und tolle Strände. Hört man „Lafer“ sind es die köstlichen
Rezepte des österreichischen Spitzenkochs, die einem in den Sinn
kommen. Nur ganz wenige kommen bei der Kombination der beiden Begriffe
auf diese besonders schönen Fahrzeuge. Gefahren werden die mobilen
Kostbarkeiten von den „Laferistas“. Bei ihrem sechsten
Jahrestreffen starteten sie ihre Rundreise in Köln. Die Strecke
führte durch das Bergische Land und zum Abschluss zur Burg Wissem.
Organsiert hat die Reise Ludwig Stolz von der Interessengemeinschaft
„MP Lafer Germany“. Stolz macht seinem Familienname alle Ehre. Er
ist stolz, denn zu den Teilnehmern gehört der brasilianische Erbauer
dieser einzigartigen Automobile, Percival Lafer.

Vom Möbeldesigner zum Autohersteller

MP-Lafer sind heiße Brasilianer aus Sao Paolo, geschaffen von
Percival Lafer. Nach seinem Studium an der Mackenzie Universität in
São Paulo übernahm er die Möbelfabrik seines Vaters. Percival Lafer
gehört zu den Designpionieren in Brasilien. Schon bald begann er
seine eigenen Entwürfe zu produzieren. Seine Ledermöbel haben Fans
in aller Welt. Im Hof der Burg Wissem berichtet der Designer Percival
Lafer: „Als zu Beginn der 1970er Jahre der Möbelmarkt schwierig
wurde, entschied ich mich für einen weiteren Produktionszweig. Mit
Formen kenne ich mich aus. Angelehnt an den britischen
Fahrzeugklassiker MG-TD von 1952 produzierte ich im Werk in Sao Paulo
das Automobil.“ Seine Werbung verkündete seinerzeit: Technologie
von heute, gepaart mit dem Charme der Nostalgie“. „Sehr viele
Menschen haben das Auto schon einmal gesehen“ weiß Ludwig Stolz.
„Roger Moore fuhr den Wagen in „Moonraker“ einem der
„Bondklassiker.“

Grundsolide und garantiert rostfrei

Der MP Lafer ist unter der Haube ein VW. Als Basis dient ein VW Käfer
Chassis samt Motorisierung. Der Motor sitzt hinten und unter der Haube
hat er statt PS einen Kofferraum. Seine Karosserie ist aus Fiberglas
und rostet nie. Ein absolut alltagstaugliches Fahrzeug mit
Höchstgeschwindigkeit von 120 bis 150 km/h und einem
Durchschnittsverbrauch von 10 l. Von 1970 bis 1990 wurde der Roadstar
in einer Stückzahl von 4.300 gebaut. Danach wurde die Produktion
eingestellt. Das macht den Brasilianer zur echten Rarität. Rund 1000
wurden in die ganze Welt exportiert. „Vor etwa 40 Jahren konnte man
die Wagen für etwa 35.000 Mark bekommen“, erklärt Ludwig Stolz.
Was man heute zahlen muss, will er nicht verraten. „Das wird Ihnen
keiner der Laferistas sagen. Für uns sind die Fahrzeuge unbezahlbar.
Ihr Wert ist nicht materiell. Es sind die Erinnerungen die mit dem
Auto verbunden sind, das viele von uns schon über Jahrzehnte
begleitet.“ Bei Ludwig Stolz war es Liebe auf den ersten Blick.
„Ein Geschäftsfreund zeigte mir das Bild eines „MP-Lafer“. Das
Auto ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich hab berechnet wie Frau,
Kind und Hund in dem kleinen Auto Platz haben werden, um meine Frau zu
überzeugen. Das war allerdings nicht sehr schwer.“

Stimmt, die Nachfragen nach Preisen sind sinnlos. Stattdessen gibt es
noch mehr Geschichten, wie die von Egon Müller, geboren in Overath.
Der 51-jährige lebt in der Schweiz. Sein Beruf bringt ihn in die
ganze Welt. Verheiratet ist er mit einer Römerin und die hat als Kind
zwei Jahre in Brasilien gelebt und sich in das Auto verliebt. Peter
Moje kommt aus Kiel und ist in der Möbelbranche tätigt. Der Beruf
brachte ihn nach Brasilien, dort hat er den Wagen entdeckt. „Ich
hatte Glück ein Fahrzeug zu bekommen. Der Transport nach Deutschland
lief zusammen mit Möbelimporten, alles kein Problem. Aber für meinen
Brasilianer in Deutschland eine Zulassung zu bekommen, war eine echte
Herausforderung.“ Die Mühe hat sich gelohnt, denn jetzt hat sein
Wagen ebenso wie die 14 Autos der anderen Teilnehmer das Autogramm des
Fahrzeugbauers.

Redakteur:

RAG - Redaktion

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