Laufend helfen
Feuerwehr hilft den Menschen der Siegburger Brandkatastrophe

Die Feuerwehrleute beim Training für den Lauf.
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Region -

Viele verletzte Menschen und die brennenden Häuser - Bilder, die
sowohl die Betroffenen, als auch die Hilfskräfte, die vor Ort waren,
so schnell nicht mehr vergessen können. Am 7. August kam es in
Siegburg-Brückberg durch eine Verkettung unglücklicher Ereignisse zu
einem Großbrand, bei dem neun Wohnhäuser durch einen Großbrand
erheblich beschädigt wurden. Keines der Häuser ist derzeit
bewohnbar, eines muss sogar ganz abgerissen werden. Die Bewohner haben
fast alles, was sie besaßen, verloren. Bei dem wohl größten
Feuerwehreinsatz in der jüngeren Geschichte der Kreisstadt waren auch
fast 120 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Sankt Augustin vor
Ort und halfen, das Großfeuer zu löschen. Stephan Vester vom
Löschzug Mülldorf der Freiwilligen Feuerwehr Sankt Augustin ließen
die Bilder gedanklich nicht mehr los. Um den betroffenen Menschen der
Brandkatastrophe zu helfen, hatte er die Idee, beim 12. HIT-Citylauf
in Siegburg am 16. September in Feuerwehr-Einsatzkleidung mitzulaufen
und dies mit einem Spendenaufruf zu verbinden. Er erzählte davon
einigen Kameraden aus dem Sportprojekt „Fit für den Einsatz“ der
Freiwilligen Feuerwehr Sankt Augustin, die die Idee sofort
unterstützten. Mittlerweile trainiert eine Gruppe von 26 Kameraden,
die die zehn Kilometer lange Strecke in Feuerwehruniform mitlaufen
werden.

Stephan Vester, Löschzug Mülldorf, Organisator der
Laufgruppe:
„Das war urspünglich eine kleine Idee. Daraus sind
jetzt 26 Mann geworden, um den Opfern von diesem Großbrand einfach
noch helfen zu können. Weil die ja gar nichts mehr haben. Da ist ja
wirklich alles niedergebrannt, was die Leute hatten. Und das ist
eigentlich der Beweggrund. Mich hatte es abends gepackt, die Idee und
ich wollte eigentlich alleine laufen und mir ein oder zwei Sponsoren
suchen und jetzt sind es 26 Feuerwehrleute geworden und wir sind jetzt
weiter auf Sponsorensuche. Wir sind bunt gemischt aus Hennef,
Königswinter und auch über den Rhein-Sieg hinaus“.

Patryk Okrog, Freiwillige Feuerwehr Siegburg: „Jeder, der
Sport macht, sollte ein bisschen helfen, nicht nur beim Einsatz,
sondern auch als Spendenläufer. Ich war einer der ersten
Einsatzkräfte. Sowas habe ich noch nie gesehen, Solche Bilder habe
ich nur in Filmen gesehen, wo über die Geschichte des Zweiten
Weltkriegs berichtet wurde. Also unglaublich, sehr viel Feuer, sehr
viel Schaden, sehr viel Panik in den Augen der Bewohner, also eine
Tragödie“.

Viktor Hertel, Feuerwehrmann, Löschzug Sankt
Augustin-Mülldorf:
"Ich mache beim Spendenlauf in erster Linie
mit, um den Menschen zu helfen.
Zweitens, um ein bisschen Promotion für die Feuerwehr zu machen. Das
ist ganz wichtig, damit man auch sieht, dass die Feuerwehr mehr macht,
als nur retten und Feuer zu löschen".

Mike Reiners, Feuerwehrmann, Löschgruppe Hennef-Söven: „Ich
mache beim Spendenlauf mit, weil ich gerne Gutes tue. Gerade diese
Situation hat mich doch schwer bewegt und es bietet sich ja an, für
die Menschen weiterhin Gutes zu tun. Nicht nur beim Einsatz selber
gegen die Flammen zu kämpfen oder Menschen irgendwie anders zu
helfen, sondern auch an so einem Lauf teilzunehmen und dann dafür
Spenden zu sammeln. Am meisten hat mich bewegt, das wirklich mal zu
sehen, wie schnell sich so ein Feuer ausbreiten kann, wie schnell man
Eigentum, Sachgegenstände, private Dinge verlieren kann. Man sieht
das immer im Fernsehen in den Nachrichten, aber man glaubt eigentlich
nicht, dass es hier in Deutschland auch möglich wäre. Und das war
nicht so einfach, das zu sehen“.

Marcel Schüchter, Feuerwehrmann, Löschzug Sankt Augustin-Menden:
“Einfach um was Gutes zu tun und zu zeigen, ja die Feuerwehr ist
auch da, die unterstützt auch, auch wenn sie schon beim Einsatz
geholfen hat. Ich war auch am Einsatzort dabei. Schockiert war ich,
wie schnell das gehen kann, wie schnell sich die Flammen ausbreiten
können. Man bekommt als Feuerwehrmann dann so einen Tunnelblick, wenn
man sich auf den Einsatz konzentrieren muss, um seine Aufgabe dann
abzuarbeiten".

Stefan Fetting, Löschzug Ittenbach, Freiwillige Feuerwehr
Königswinter:
“Für einen guten Zweck ist man als Feuerwehrmann
immer zu haben. Einheiten aus Königswinter waren dabei. Da wir aber
oben die A3 haben, als Einsatzgebiet, hatten wir dann das
Einsatzgebiet bis Köln. Für einen Spendenlauf bin ich immer zu
haben, vor zwei Jahren bin ich mitgelaufen bei der Deutschlandtour,
für die Deutsche Krebshilfe und das war ein Spendenlauf als
Staffellauf von Innsbruck nach Garmisch in der kompletten Montur. Und
da sind doch 10 km durch Siegburg durchaus machbar”.

Guido Lehmacher, Löschgruppe Sankt Augustin-Hangelar: “Ich
kann Ihnen genau sagen, warum ich mitmache. Das ist Herzblut. Einmal
mache ich das schon lange genug. Ich bin knapp 30 Jahre in der
Freiwilligen Feuerwehr und zu dem Zeitpunkt des Brandes bin ich im
Urlaub gewesen und habe dieses Ganze über das Internet verfolgen
müssen, war nicht dabei und habe mit den Leuten mitgefühlt und auch
mit den ganzen Kameraden, die vor Ort waren, was für einem Stress und
Strapazen die ausgesetzt waren”.

 Unterstützt werden die Feuerwehrleute durch den Inhaber des
„Sportpark am Kreuzeck“ in Sankt Augustin und den Veranstalter des
Citylaufs (TV Kaldauen), der den Lauf zu einem Spendenlauf umgewidmet
hat. Die Feuerwehrkameraden müssen kein Startgeld bezahlen. Der
Veranstalter wird pro übrigem Teilnehmer einen zusätzlichen Euro
spenden. Bürger, die mitlaufen möchten, können sich direkt beim
Veranstalter anmelden. Wer nun sehen möchte, wie sich die Wehrleute
in ihrer Montur beim Hit-City-Lauf schlagen, kann sich das
Laufereignis am 16. September in Siegburg live anschauen. Nähere
Informationen gibt es unter
www.feuerwehr-sankt-augustin.de/laufend-helfen.

100 Prozent der Spenden gehen an die Betroffenen der Brandkatastophe.
Für die Sponsoren hat die Stadt Siegburg ein spezielles Konto
eingerichtet: Stadtkasse Siegburg IBAN DE 03370502990001005958,
Verwendungszweck: 10043343 Spende Grossbrand Siegburg /
„Feuerwehrlauf“.

- Patrizia Wackers

Die Feuerwehrleute beim Training für den Lauf.
Stephan Vester vom Löschzug Mülldorf ist Organisator der Laufgruppe.
Redakteur:

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