Visitenkarte der Stadt Königswinter
20 Jahre „Drachenfels Tourismusbahnhof“

Oliver Bremm, Fiona Streve-Mühlens Achenbach und Thomas Scharf (v.li.) blicken auf die 20-jährige Erfolgsgeschichte des Tourismusbahnhof zurück. | Foto: Zumbusch
  • Oliver Bremm, Fiona Streve-Mühlens Achenbach und Thomas Scharf (v.li.) blicken auf die 20-jährige Erfolgsgeschichte des Tourismusbahnhof zurück.
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Königswinter. Es ist eine Symbiose par excellence. Vor 20 Jahren beschreiten die Eigner der Drachenfelsbahn, Familie Streve-Mühlens und die Stadt Königswinter einen gemeinsamen Weg. Der Bahnhof der Drachenfelsbahn und die Tourismusinformation mit Ausstellungsstätte verschmelzen zum „Drachenfels Tourismusbahnhof“. Der Schritt sollte sich als zukunftsweisend herausstellen und als Erfolgsgeschichte die Historie der Stadt bereichern.

Ein Blick zurück

Als im Jahr 1882 die Lokal- und Straßenbaugesellschaft mit den Bauarbeiten zur Drachenfelsbahn begann, wurden erst einmal 23.000 Kubikmeter Erde umgeschoben und tonnenweise Mauerwerk hergestellt. Immerhin muss eine Bergbahn, die so eine steile Strecke zu bewältigen hat, in „sicheren Bahnen“ gelenkt werden können. Im Juli 1883 war es dann soweit: Die Drachenfelsbahn konnte ihren Betrieb aufnehmen und in kürzester Zeit große Transporterfolge verbuchen. Sechs Jahre später wird auch am Petersberg eine Zahnradbahn in Betrieb genommen. Im Jahre 1913 kauft Ferdinand Mülhens, Inhaber von „4711-Echt Kölnisch Wasser“, das Bergbahnunternehmen von der Deutschen Lokal- und Straßenbahngesellschaft. Es kommt 1924 unter dem Namen „Bergbahnen im Siebengebirge“ mit Genehmigung der Reichsbahndirektion zur Zusammenlegung der Drachenfelsbahn und der Petersbergbahn. Während des Zweiten Weltkrieges wird der Betrieb der Bahnen eingeschränkt. Zeitweise ruht der Betrieb. Die Petersbergbahn wird wegen Unrentabilität dann doch eingestellt, zumal der Bau einer Straße auf den Petersberg die Infrastruktur aufnimmt. Die 1950er-Jahre bringen Bewegung in die Bahngeschichte der Drachenfelsbahn: Die Dampftriebwerke der Loks werden durch Elektroantrieb abgelöst, der Bahnhof in der Talstation wird ausgebaut. Über die Generationen bleibt die Drachenfelsbahn in der Familie Streve-Mühlens verankert. Und das bis heute. 1999 wurde die Drachenfelsbahn als älteste Zahnradbahn Deutschlands und echtes Stück Ingenieurskunst unter Denkmalschutz gestellt.

Vor 20 Jahren

Am 31. März 2005 wird nach nur kurzer Umbauzeit der neue Tourismusbahnhof eröffnet - finanziert durch den Bonn-Berlin-Ausgleich des Bundes und der Bergbahnen AG zu gleichen Teilen. „Diese Realisation des Umbaus grenzt schon an ein kleines Wunder“, freute sich damals Jürgen Limper, der ab 1979 die Geschicke der Firma 34 Jahre leiten sollte. Ausführender Architekt war seinerzeit Michael Deisenroth. Gekrönt wurden die Eröffnungsfeierlichkeiten durch hohen Besuch. Wirtschaftminister und ehemaliger Landesvater von NRW Wolfgang Clement hatte es sich nicht nehmen lassen, eigens aus Berlin anzureisen und das nicht nur, um die Festrede zu halten, sondern auch, sehr zur Belustigung der Anwesenden, um in Königswinter neue Zeiten einzuläuten. Dazu brachte der humorvolle Minister die Glocke vor dem Besucherzentrum mit kraftvollem Zug zum Klingen. Der neue Tourismusbahnhof sei die „Visitenkarte der Stadt“, sagte Clement bei der Eröffnung.

Der Tourismusbahnhof heute

An den Glockenschlag erinnert sich Fiona Streve-Mühlens Achenbach, geschäftsführende Gesellschafterin der Bergbahnen im Siebengebirge GmbH, heute noch sehr gut und sieht diesen als Auftakt in die Erfolgsgeschichte des Tourismusbahnhof. „Heute haben wir rund 350.000 Besucher. Vor dem Umbau waren es etwa 170.000“. Die Unternehmerin sieht die Kooperation von Bahnhof, Tourismusinformation, Drachenfelsbahn und den Sehenswürdigkeiten Schloss Drachenburg oder Nibelungenhalle eine Erfolgsachse. Verantwortlich für den Erfolg sei das Zusammenspiel von privatem Engagement und öffentlichen Trägern. Seinerzeit hatte die Familie Streve-Mühlens eine Million Euro in das Projekt gesteckt und das obwohl die Entscheidung, das Unternehmen weiterzuführen, in der Familie lange abgewogen worden war. „So eine Entscheidung braucht Mut“, betont Streve-Mühlens Achenbach. „Dieser Schritt ging in die richtige Richtung“, sieht auch Oliver Bremm, Geschäftsführer der Tourismus Siebengebirge Gmbh, den Erfolg.„Der wirtschaftliche Erfolg ist wichtig, aber es gibt noch mehr als das“, blickt Streve-Mühlens Achenbach auf die hohe Bedeutung des Austauschs der Akteure in der Stadt. Auch die hohe Serviceleistung sei wichtig, so Bremm. „Die Tourismusinfo ist ganztägig für die Besucher da“. Einiges zu schaffen sei noch in der Infrastruktur der Stadt. Auch die Zahl der Hotelbetten könne höher sein, um die Verweildauer der Gäste erhöhen zu können. Darin sind sich die Akteure einig.

Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:

Iris Zumbusch-Czepuck aus Königswinter

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