Schlaganfall Initiative Oberberg
Schlaganfällen vorbeugen
- Gemeinsam gegen den Schlaganfall - die Initiative klärt auf.
- Foto: Klinikum Oberberg
Gummersbach. Wie groß das Interesse an Informationen zur Schlaganfallvorsorge ist, zeigte sich beim Aktionstag der Schlaganfall-Initiative Oberberg auf dem Lindenplatz in Gummersbach.
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, ihre persönlichen Risikofaktoren überprüfen zu lassen und mit Fachleuten aus Medizin, Rehabilitation, Rettungsdienst und Gesundheitsvorsorge ins Gespräch zu kommen. Bereits in den ersten beiden Stunden nahmen mehr als 80 Menschen das Angebot einer Ultraschall-Demonstration der Halsgefäße wahr. Bei zehn von ihnen zeigten sich Ablagerungen, die ärztlich weiter abgeklärt werden sollten.
Im Mittelpunkt des Aktionstages stand in diesem Jahr besonders die Prävention. Bluthochdruck, Diabetes, Bewegungs-
mangel und eine ungesunde Ernährung gehören zu den Faktoren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und damit auch für einen Schlaganfall erhöhen können.
„Jeder weiß, dass Zucker und Zigaretten schlecht sind. Jeder sollte seine eigenen Risikofaktoren kennen“, appellierte Professor Dr. Vedat Tiyerili, Chefarzt der Klinik für Kardiologie am Kreiskrankenhaus Waldbröl, an die Eigenverantwortung. Denn Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Bewegungsmangel oder Diabetes spielen nicht nur beim Schlaganfall, sondern generell bei Herz- und Gefäßerkrankungen eine wichtige Rolle. Beschwerden würden häufig erst bemerkt, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten sei.
Entsprechend gefragt waren die Gesundheitschecks auf dem Lindenplatz. Neben der Ultraschall-Demonstration der Halsgefäße konnten Besucherinnen und Besucher unter anderem Blutdruck und Blutzucker messen lassen.
Dr. Janna Sotke, Kardiologin des Kreiskrankenhauses Waldbröl, und ein dreiköpfiges Team des Rettungsdienstes demonstrierten zudem im Rettungswagen ein EKG. Fachleute aus Neurologie, Kardiologie, Diabetesberatung, Rettungsdienst, Rehabilitation und Pflege standen für persönliche Gespräche zur Verfügung.
Warnsignale
Neben der Vorbeugung war ein zweites Thema besonders wichtig: die Warnzeichen eines Schlaganfalls erkennen und keine Zeit verlieren.
Plötzlich auftretende Seh- oder Sprachstörungen, halbseitige Lähmungs- oder Taubheitsgefühle, heftige Kopfschmerzen sowie Schwindel und Gleichgewichtsstörungen können Hin-
weise auf einen Schlaganfall sein. Dann gilt: Sofort den Notruf 112 wählen!
„Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute“, lautete eine der zentralen Botschaften des Aktionstages.
Wie entscheidend schnelles Handeln ist, verdeutlichte auch Dr. Lukas Schneider, Oberarzt der Klinik für Neurologie am Kreiskrankenhaus Gummersbach.
Die Klinik behandelt laut Dr. Schneider jährlich rund 1.100 Schlaganfallpatientinnen und -patienten. Je früher Betroffene nach Beginn der Symptome medizinisch versorgt werden, desto größer sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Die Schlaganfall-Initiative Ober-
berg bringt dafür seit vielen Jahren unterschiedliche Partner zusammen. Beteiligt waren auch in diesem Jahr Fachleute des Klinikums Oberberg, der Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik, der MediClin Klinik Reichshof, des Rettungsdienstes des Oberbergischen Kreises und einer Krankenkasse.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |