Initiative fordert mehr Geld für Radwege
Fahrrad-Entscheid demonstriert während der Ratssitzung

Im Rahmen der Fahrraddemo "Sternfahrt Köln" wurde im Juni ein großer Fahrrad-Rave in der Innenstadt veranstaltet.  | Foto: Martina Goyert
  • Im Rahmen der Fahrraddemo "Sternfahrt Köln" wurde im Juni ein großer Fahrrad-Rave in der Innenstadt veranstaltet.
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Wenn im Rathaus über Kölns nächsten Haushalt gesprochen wird, wollen Radfahrer draußen lautstark mitreden. Der Fahrrad-Entscheid Köln ruft für den 2. September zu einer Demonstration am Alter Markt auf. Gefordert wird deutlich mehr Geld für sichere Radwege. Nach den Redebeiträgen soll ein Fahrrad-Rave durch die Innenstadt ziehen.

Während im Kölner Rathaus über den neuen Haushalt gesprochen wird, will der Fahrrad-Entscheid Köln vor der Tür Druck machen. Für Mittwoch, 2. September, ruft die Initiative ab 16 Uhr zu einer Fahrraddemonstration auf dem Alter Markt auf. An diesem Tag stellt die Verwaltung der Politik den Entwurf für den Haushalt vor. Der Fahrrad-Entscheid fordert, beim Radverkehr nicht zu sparen, sondern deutlich mehr Geld in die Infrastruktur zu stecken.
Nach Redebeiträgen des Fahrrad-Entscheids und des ADFC Köln soll sich die Demonstration auf zwei Rädern durch die Stadt bewegen. Begleitet von Musik ist ein rund acht Kilometer langer Fahrrad-Rave geplant. Für die Initiative steht dabei vor allem die Sicherheit im Mittelpunkt. „Sichere Radwege sind kein Luxus, sondern essenziell, damit die Kölner sich aufs Rad trauen und sicher fahren können“, erklärt Paul Schneider, Pressesprecher des Fahrrad-Entscheid Köln. Besonders Kinder, ältere Menschen und Fahranfänger seien auf geschützte Wege angewiesen.
Auch für die angestrebte Mobilitätswende sieht die Initiative einen stärkeren Ausbau des Radwegenetzes als notwendig an. Nach Angaben des Fahrrad-Entscheids erweitert die Stadt ihr Radwegenetz derzeit um rund fünf Kilometer pro Jahr. Die Initiative fordert dagegen 70 Kilometer jährlich. Damit soll innerhalb von sechs Jahren erreicht werden, dass sich von fast jedem Ort in Köln in höchstens 200 Metern Entfernung eine sichere Fahrradinfrastruktur befindet.
Im Mittelpunkt steht dabei auch die Frage nach den Kosten. Bevor das Bürgerbegehren der Initiative mehr als 33.000 Unterschriften gesammelt hatte, waren die Kosten für einen sechsjährigen Ausbau laut Fahrrad-Entscheid von der Stadt auf rund 42 Millionen Euro pro Jahr geschätzt worden.
Der Stadtrat hatte die Verwaltung vor einem Jahr aufgefordert darzulegen, wie die inhaltlichen Ziele des Bürgerbegehrens umgesetzt werden könnten. Nach Angaben der Initiative liegt dieses Gutachten bislang noch nicht vor.
Der Fahrrad-Entscheid hofft nun, dass die Ausarbeitung noch vor dem Ende der Haushaltsverhandlungen veröffentlicht wird. Pressesprecherin Alison Haywood begründet die Forderung mit möglichen Vorteilen für Sicherheit, Luftqualität, Lärmschutz und Gesundheit.
„Mit dieser Demo zeigen wir: Wir sind da, und wir sind nicht zu überhören“, erklärt Haywood. Die Initiative verweist dabei erneut auf die mehr als 33.000 Unterstützer ihres Bürgerbegehrens.
Die Demonstration beginnt um 16 Uhr auf dem Alter Markt vor dem Rathaus. Danach führt die Route über rund acht Kilometer durch Köln. Als musikalische Begleitung sind die DJs Bouncy Bitch und Pamela Rave angekündigt.
Der Zug soll unter anderem am Rheinufer vor dem Schokoladenmuseum und durch die Trankgasse führen. Beide Orte nennt die Initiative als Beispiele für aktuelle Debatten über Radwege in Köln. Gegen 17.30 Uhr soll die Veranstaltung wieder vor dem Rathaus enden.
Fahrrad-Raves gehören inzwischen zum festen Protestformat der Initiative. Nach deren Angaben nahmen an der vergangenen Fahrrad-Sternfahrt mit DJ Dom Whiting schätzungsweise 4.000 Menschen teil.
Der Fahrrad-Entscheid Köln wurde 2023 gegründet und setzt sich für den Ausbau einer durchgängigen, geschützten Radverkehrsinfrastruktur ein. Das Bürgerbegehren der Initiative mit mehr als 33.000 Unterschriften wurde nach Angaben des Fahrrad-Entscheids als rechtlich unzulässig eingestuft. Ob diese Bewertung Bestand hat, wird derzeit vor dem Verwaltungsgericht Köln geprüft. Eine mündliche Verhandlung ist für den 15. Oktober 2026 vorgesehen. (bn.)

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EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln

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