Kölner Architekt verabschiedet sich
Böhm geht, Ideen bleiben - Professor prägte 16 Jahre den Nachwuchs an der TH
- Böhms Bau-Blick bleibt - der Professor prägte 16 Jahre den Nachwuchs an der TH.
- Foto: Thilo Schmülgen / TH Köln
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Er hat Köln mitgeprägt – in Stein, Beton und Gedanken. Paul Böhm steht für Architektur, die nicht nur gut aussehen soll, sondern auch Verantwortung trägt. Jetzt hat die TH Köln den Professor in den Ruhestand verabschiedet. Für die Stadt bleibt die Frage spannend: Was von seinem Denken wirkt weiter?
Zu den wichtigsten Projekten seines Büros zählen die Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld, die katholische Pfarrkirche St. Theodor in Köln-Vingst: Paul Böhm hat in Köln nicht nur Gebäude entworfen, die vielen Bürgern vertraut sind. Er hat auch an der TH Köln über viele Jahre junge Menschen geprägt, die selbst einmal Städte, Plätze und Häuser gestalten werden. Nach 16 Jahren als Professor für Entwerfen und Gebäudelehre an der Fakultät für Architektur ist Böhm nun in feierlichem Rahmen in den Ruhestand verabschiedet worden.
Für Köln ist das mehr als eine Personalie aus der Hochschule. Denn Architektur betrifft jeden, der durch die Stadt geht, hier wohnt, arbeitet oder sich fragt, wie Köln in Zukunft aussehen soll. Böhm vermittelte seinen Studenten ein Verständnis von Architektur, das über schöne Fassaden hinausgeht. Für ihn gehörten Entwurf, Konstruktion und gesellschaftliche Verantwortung zusammen. Gebäude sind damit nicht nur Bauwerke, sondern Teil des städtischen Lebens.
In seiner letzten Vorlesung mit dem Titel „Das Wesentliche in der Architektur“ blickte Böhm auf zentrale Fragen seines Denkens zurück. Es ging um aktuelle Debatten im Fach, um die Idee von Schönheit in verschiedenen Epochen und um philosophische Bezüge, unter anderem bei Vitruv und Kant. Das klingt zunächst nach Hörsaal und Theorie, berührt aber eine sehr praktische Frage: Was macht gute Architektur für die Menschen aus, die täglich mit ihr leben?
Auch als Dekan hinterließ Böhm Spuren. Sechs Jahre lang wirkte er in dieser Funktion und gestaltete die Weiterentwicklung der Fakultät aktiv mit. Damit nahm er Einfluss auf die Ausbildung künftiger Architekten und auf die Frage, welche Rolle Architektur in einer sich verändernden Stadtgesellschaft spielen soll.
Neben der Zentralmoschee und der Pfarrkirche St. Theodor waren auch das Konrad Quartier in Neuss-Gnadental, ein Kaufhausneubau in Wuppertal und die Neue Mitte Köl mit ihrer Vision einer ökologischen Transformation der Kölner Verkehrssysteme wichtige Projekte. Gerade diese Kölner Projekte zeigen, wie eng Böhms Arbeit mit Fragen verbunden ist, die viele Bürger direkt betreffen: Zusammenleben, Stadtentwicklung, Verkehr und die Zukunft des öffentlichen Raums.
Nun endet seine Zeit als Professor an der TH Köln. Seine Ideen aber bleiben in der Stadt, in der Lehre und bei den Generationen von Studierenden, die er ausgebildet hat. (bn.)
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |