WM in Belgien und den Niederlanden
Auf zum nächsten Hockeyluja
- Europameister 2025: Im Finale bezwangen die Herren den Rivalen aus den Niederlanden mit 5:2 und holten den 9. EM-Titel.
- Foto: Marlin Prauss
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Sie sind Welt- und Europameister sowie Olympia-Silbermedaillengewinner. Nun geht es für die deutschen Hockey Herren um die Titelverteidigung bei der WM in Belgien und Holland. Mit dabei sind sechs Nationalspieler aus Köln, die nach dem Turnier erneut eine wilde Goldparty feiern wollen.
von Alexander Büge
Genau das ist ihnen nämlich bei der letzten WM in Indien und bei der Heim-EM im vergangenen Jahr in Mönchengladbach gelungen. Nur im Olympiafinale verpassten sie gegen die Niederländer hauchdünn den Gold-Triumph und damit das wichtigste Titel-Triple überhaupt.
Der große Favorit bei der bevorstehenden WM im belgischen Wavre und im niederländischen Amstelveen (15. bis 30. August, Magenta Sport) sind sie deshalb aber nicht. Vielmehr könnte es für das deutsche Team schon in der Vorrunde kritisch werden. Denn: Trotz der jüngsten Erfolge ist der amtierende Welt- und Europameister aktuell nur auf Weltranglistenplatz fünf zu finden. Dementsprechend befinden sich die Deutschen mit Co-Gastgeber Belgien (Weltranglistenerster, 17. August, 20.30 Uhr), den ebenfalls starken Franzosen (Weltranglistenneunter, 19. August, 17 Uhr) und Außenseiter Malaysia (Weltranglisten-14., 15. August, 14.30 Uhr) in einer wahren Hammergruppe.
Ein Szenario, das bei den Verantwortlichen der Deutschen wie bei den Spielern für Kopfschütteln sorgt. „Es gibt seit einiger Zeit die Pro League vom Welthockeyverband, deren Spiele viele Weltranglistenpunkte geben, teilweise sogar mehr als ein EM-Finale“, erklärt der mittlerweile 32-jährige Routinier Christopher Rühr. „Das ist aus unserer Sicht totaler Quatsch, aus Sicht des Weltverbandes wird die Pro League aber auf diese Art aufgewertet. Das macht aus meiner Sicht nur bedingt Sinn.“
Die deutschen Hockey-Herren sollten also bereits zum Turnierbeginn in absoluter Topform sein, und es auch bleiben. Auf dem Weg zur Titelverteidigung müssten jedenfalls sowohl die Holländer in einem möglichen Halbfinale als auch die Belgier in einem potenziellen Endspiel jeweils vor heimischem Publikum geschlagen werden.
Doch genau für solche Momente lebe man als Sportler, sagt Rühr. „Das wäre schon ein harter Weg. Aber es gibt nur wenig Schöneres als Sportler, als in so einem vollen Stadion ein Tor zu schießen und das komplette Stadion leise zu spielen“, sagt Rühr, der trotz eines größeren Umbruchs im Team an die Titelverteidigung glaubt. „Wir fahren immer zu den Turniern, um am Ende den Titel zu holen. Wir gehören vielleicht nicht zu den größten Favoriten. Doch wir haben es zuletzt immer geschafft, uns im Laufe der Turniere zu steigern.“
Dabei soll vor allem der kölsche Block im Nationalteam um Rühr, Jean Paul Danneberg, Tom Grambusch, Antheus Barry, Caius Warweg und Michel Struthoff eine große Rolle spielen. Und wer weiß, vielleicht kommt es nach dem Turnier tatsächlich wieder zur ganz großen Titelsause bei Rot Weiss Köln, wo der letzte WM-Triumph nach der Ankunft aus Indien bis in die frühen Morgenstunden mit hunderten von Fans gefeiert wurde. Es wäre das nächste Hockeyluja für die deutsche Nationalmannschaft.
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |