Friedhofsgebühren steigen
Zum Leben zu wenig, zum Sterben ... auch

Sterben muss man sich leisten können: Die Friedhofsgebühren steigen, laut Angaben der SPD Frechen, zum Teil drastisch. | Foto: magele picture/AdobeStock
  • Sterben muss man sich leisten können: Die Friedhofsgebühren steigen, laut Angaben der SPD Frechen, zum Teil drastisch.
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„Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel“, sagt der Volksmund. Aber vielleicht hat der alte Ausspruch bald ausgedient: Denn, zumindest in Frechen, sollte man sich das Sterben besser verkneifen, denn es wird deutlich teurer.

Frechen (lk). Auf breiter Front klettern in diesem Jahr die Friedhofsgebühren in allen Bestattungsformen und für die Benutzung der Trauerhalle.

„Mit Stimmenmehrheit der Fraktionen von CDU, Grünen, FDP, Perspektive und Linken hat der Stadtrat eine Gebührenerhöhung beschlossen, die es in sich hat. Die SPD stimmte als einzige Fraktion dagegen“, teilen die Sozialdemokraten in einer Pressemitteilung mit.

Die Gebühren für ein Wahlgrab würden um rund 23 Prozent und die für die Benutzung der Trauerhalle sogar um 140 Prozent steigen. Hauptgrund für die Kostensteigerung sei, so die SPD, eine Unterdeckung aus dem Jahr 2019 in Höhe von circa 300.000 Euro, die nun in die Kalkulation mit eingerechnet und umgelegt wurde. Hohe Unterhaltskosten für den Friedhof würden von der Verwaltung als häufigstes Argument für Gebührensteigerungen angeführt. Doch selbst mit drastischen Gebührenerhöhungen könnten die steigenden Kosten längerfristig vermutlich nicht gedeckt werden.

„So dreht sich die Gebührenspirale immer weiter, aber bevor es dazu kommt, dass Friedhöfe veröden und geschlossen werden müssen, weil sich kaum jemand mehr die Bestattungskosten leisten kann, sollten wir nach anderen Möglichkeiten suchen, wie das Bestattungswesen und die Friedhöfe zukünftig auf ein solides finanzielles Fundament gestellt werden können“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Hans Günter Eilenberger.

„Ein Friedhof ist nicht nur ein Ort der Bestattung, sondern auch eine Parkanlage, in der Begegnung und Kommunikation stattfindet. Deshalb sollte ein Friedhof auch als allgemeines Kulturgut und als grüne Lunge für die Innenstadt betrachtet werden“, sagt die SPD-Stadtverordnete Susanne Neustadt.

Redakteur/in:

Lars Kindermann aus Rhein-Erft

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