Gemeinsame Rettungsaktion
Angler fischen verletzten Bussard aus Salzweiher
- Geschwächt und durchnässt konnte ein Mäusebussard aus dem Salzweiher in Frechen-Benezelrath gerettet werden.
- Foto: privat/Skyhunters Frechen
Einem Mäusebussard in großer Not retteten am vergangenen Wochenende Mitglieder des Angelsportvereins Habbelrath (ASV) und der Falknerei Skyhunters Frechen. Jetzt hoffen alle Beteiligten auf ein „Happy End“.
Frechen-Habbelrath (lk). Am frühen Samstagmorgen klingelt das Telefon der Falknerei Skyhunters-Frechen. Am anderen Ende: André Hock vom Angelsportverein (ASV) Habbelrath. Seine Stimme ist aufgewühlt, seine Worte eindringlich. „Ein Greifvogel! Am Salzweiher! Er kann nicht mehr fliegen – steckt in den Dornen fest!“
Als die Helfer am See zwischen Benzelrath und Grefrath eintreffen, entdecken sie ihn: Ein Mäusebussard, panisch, erschöpft, voller Angst vor den nahenden Menschen. Er hüpft von Ast zu Ast, seine Bewegungen sind fahrig, seine Kraft sichtbar am Ende. „Schon aus der Ferne war klar: Der Vogel ist in Not“, berichtet Falkner Mario „Ari“ Scholz. Minuten später verliert der geschwächte Bussard den Halt und stürzt ins Wasser.
Angler André Hock springt ins kalte Wasser und versucht mit einem Kescher das ertrinkende Tier zu erreichen. „In diesem Moment dachte ich nur: Wenn wir ihn jetzt nicht kriegen, ist es zu spät“, erklärt Hock mit zitternder Stimme. Mit letzter Kraft gelingt es ihm, den Vogel aus dem Wasser zu retten.
Die Falkner übernehmen: Vorsichtig, mit professionellem Blick, untersuchen sie das Tier. Die Diagnose: Der Bussard ist schwer geschwächt, rund um die Augen sitzen etwa 40 Zecken – eine Last, die sein ohnehin kritisches Immunsystem zusätzlich schwächt. Auch der Ernährungszustand ist besorgniserregend. „Er war kurz vor dem Aufgeben“, erklärt der Falkner. „Aber er hat nicht aufgegeben – und wir auch nicht.“
Der Bussard ist nun in der Obhut der Skyhunters-Frechen. Er bekommt Ruhe, medizinische Versorgung und nährstoffreiche Nahrung. Ob er es schafft, ist noch ungewiss – doch seine Retter hoffen, dass der tapfere Greifvogel diesen Kampf gewinnt.
Redakteur/in:Lars Kindermann aus Rhein-Erft |