Hochwasserkatastrophe in Blessem
Durchsuchungen in über 20 Büros und Wohnungen

Im Zuge der Ausspülungen kam es zu massiven Erdrutschen, in deren Folge mehrere Wohnhäuser am Ortsrand von Blessem einstürzten. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen.
  • Im Zuge der Ausspülungen kam es zu massiven Erdrutschen, in deren Folge mehrere Wohnhäuser am Ortsrand von Blessem einstürzten. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen.
  • Foto: Archiv Rheinische Anzeigenblätter
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Im Zuge der Hochwasserkatastrophe im Juli des vergangenen Jahres kam es im Bereich der Kiesgrube in Erftstadt-Blessem zu massiven Erdrutschen. In der Folge stürzten mehrere Wohnhäuser am Ortsrand von Blessem ein. Bei der Staatsanwaltschaft Köln wird ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des fahrlässigen Herbeiführens einer Überschwemmung durch Unterlassen, der Baugefährdung sowie Verstoßes gegen das Bundesberggesetz im Zusammenhang mit der Havarie der Kiesgrube geführt. Im Zusammenhang mit diesen Ermittlungen durchsuchen derzeit mehr als 140 Beamtinnen und Beamte der Polizei über 20 Büro- und Wohnanschriften in Nordrhein-Westfalen sowie ein Objekt in Thüringen, wie die Staatsanwaltschaft Köln am heutigen Dienstag mitteilte.

Nach bisherigem Stand der Ermittlungen besteht der Verdacht, dass sich am Südrand des zur Ortslage Blessem gelegenen sogenannten Altbereichs der betroffenen Kiesgrube kein den behördlichen Bestimmungen entsprechender Hochwasserschutzwall und zudem unzulässig steile Böschungen befunden haben, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwalt. Beide Aspekte könnten ursächlich für das Eindringen großer Wassermassen in die Kiesgrube am 14. beziehungsweise 15. Juli 2021 gewesen sein. Eine sogenannte rückschreitende Erosion soll die Ortslage Blessem in der Folge unterspült und zum Einsturz mehrerer Wohnhäuser geführt haben.

Ermittlungsverfahren gegen Eigentümer, Betreiber und Aufsichtspersonen

Das laufende Ermittlungsverfahren richtet sich gegen den Eigentümer und Verpächter des Tagebaus sowie fünf Beschuldigte der Betreibergesellschaft mit Sitz in Bergheim. Darüber hinaus wird auch gegen vier Beschuldigte der Bezirksregierung Arnsberg ermittelt, nach dem Bundesberggesetz die zuständige Aufsichts- und Genehmigungsbehörde.

Durchsuchungsbeschlüsse für Erftstadt, Bergheim und Köln

Durchsuchungsbeschlüsse werden insbesondere in Bergheim, Erftstadt, Köln und Dortmund vollstreckt. Die zur Auffindung und Sicherstellung verfahrensrelevanter Unterlagen dienenden Durchsuchungsmaßnahmen erstrecken sich auch auf Räumlichkeiten - unverdächtiger - Beratungs- und Tiefbauunternehmen sowie Sachverständigen- und Vermessungsbüros, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft Köln.

Die Stadt Erftstadt und ihre Mitarbeitenden seien nicht von den Durchsuchungen betroffen, heißt es seitens der Stadt. Bürgermeisterin Carolin Weitzel erklärt zu den Untersuchungen: „Ich fordere eine lückenlose Aufklärung der Vorkommnisse. Selbstverständlich werden wir in Erftstadt die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Köln weiterhin tatkräftig unterstützen. Der während und nach der Hochwasserkatastrophe geleistete Einsatz aller Kräfte wird von uns in Kooperation mit dem Institut der Feuerwehr analysiert und in Zusammenarbeit mit der Universität Münster und der Technischen Hochschule Köln aufgearbeitet. Das Ergebnis der Untersuchungen werden wir danach unmittelbar gegenüber der Öffentlichkeit bekannt geben.“

Zur Razzia wegen des Erdrutsches in Blessem
Redakteur:

Düster Volker aus Erftstadt

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