Geburtstagsfest in leuchtendem Rot
Eitorfer DLRG feierte 75-jähriges Bestehen
- Eine tolle Geburtstagsfeier mit guter Präsentation ihrer ehrenamtlichen Arbeit hatte das Orga-Team der Eitorfer DLRG auf die Beine gestellt. Belohnt wurden sie mit vielen Besuchern bei schönem Wetter.
- Foto: Herkenrath
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Eitorf. Wie so oft müssen erst Unglücke oder Katastrophen geschehen, damit Menschen Konsequenzen ziehen und nach Lösungen suchen. So auch im Juli 1912, als die viel besuchte Seebrücke im Ostseebad Binz auf Rügen einstürzte und 16 Menschen in der Ostsee ihr Leben verloren. Damals konnten nur wenige Menschen in Deutschland schwimmen, geschweige denn Ertrinkende retten. Das wollten Walter Brunner und Walter Mang ändern. Bereits im Jahr darauf gründeten sie in Leipzig die „Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft“ (DLRG). Bedingt auch durch die beiden Weltkriege dauerte es jedoch noch bis 1950, bis Hans-Dieter Trapp und Walter Bourauel die Ortsgruppe Eitorf ins Leben riefen. Heute, nach 75 Jahren erfolgreicher Arbeit, können die über 1.000 Mitglieder an der Oberen Sieg auf ein erfolgreiches Engagement zurückblicken. Die Eitorfer DLRG ist nicht nur der größte Verein vor Ort, sondern sorgt mit jährlich über 400 Kindern in der Schwimmausbildung mit 30 Ausbildern auch dafür, dass die Zahl der Ertrinkenden hoffentlich wieder sinkt. Diese Zahl hat mit 411 Toten in Deutschland im Jahr 2024 einen Höchststand seit 2019 erreicht. Die DLRG ist der breiten Öffentlichkeit vor allem für Wasserrettung, Aufsicht an Badegewässern und Schwimmausbildung bekannt. Viele wissen jedoch nicht, dass die Ehrenamtlichen ein wichtiger Bestandteil des Katastrophenschutzes sind. Auch die Eitorfer Retter müssen sich deshalb jeden Tag bereithalten, um im Ernstfall bundesweit eingesetzt zu werden. Bereits 2023 am ersten Weihnachtsfeiertag konnte man hier vor Ort vom Können der Teams profitieren, als sie in die eiskalte Sieg stiegen und den aufgeweichten Siegdeich absicherten. Unterstützung leisteten sie auch beim Aufbau und der Durchführung einer Corona-Teststation sowie bei Großveranstaltungen wie der Eitorfer Kirmes oder den Kölner Lichtern.
Nach so vielen erfolgreichen Jahren darf ein Verein wie dieser auch einmal selbst feiern und sich präsentieren. Genau das taten die auffällig in Rot und Gelb gekleideten Mitglieder der Eitorfer Ortsgruppe nun. Sie luden die Bevölkerung ins Hermann-Weber-Bad, das direkt neben ihrem Vereinsheim liegt, ein. Auf der großen Wiese begann das Fest bereits am Samstagvormittag mit vielen Attraktionen für Kinder. Für die Eltern gab es eine Ausstellung der umfangreichen Ausrüstung, darunter das neue, durch das Land NRW geförderte Katastrophenschutz-Geländefahrzeug, das auch bei Hochwasserszenarien eingesetzt werden kann. Natürlich durften Essen und Trinken nicht fehlen. Schließlich kommt der Erlös einem wirklich guten Zweck zugute. Der Abend gehörte dann ganz der Unterhaltung. Zunächst bot eine Tanzgruppe der Eitorfer Stadtsoldaten eine flotte Vorführung inklusive ihres Klassikers „Stippeföttche” in neuer Interpretation als Einstimmung auf die fünfte Jahreszeit. Im Anschluss gab es ein fast dreistündiges Konzert von „Young Hope Chor & Band Eitorf“, das diesen Tag klangvoll abschloss.
Einen Tag später fand ein Jubiläums-Festakt zum großen Geburtstag statt. Hier überbrachten Vertreter der Eitorfer Parteien und befreundeter Organisationen Grußworte. Ihnen allen war gemein, dass sie die Arbeit der Lebensretter würdigten und ihnen für ihr unermüdliches Engagement dankten. Im Programm gab es zudem Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften. Dabei fiel auf, wie viele Menschen der DLRG in Eitorf bereits seit Jahren die Treue halten. Urkunden für 40 und 50 Jahre Mitgliedschaft waren keine Seltenheit. Über 20 Anwesende erhielten Urkunden und Ehrennadeln aus den Händen des Vorsitzenden Bruno Schönberg und seines Stellvertreters Lars Neubauer.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Stefan Herkenrath aus Eitorf |
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