Telemedizin boomt
So bekommen Patienten Rezepte online
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Die digitale Sprechstunde hat den Zugang zur ärztlichen Versorgung revolutioniert. In vielen Fällen können der erste Kontakt und oftmals auch die weitere ärztliche Einschätzung und die Ausstellung eines Rezepts online erfolgen. Aus dem klassischen Praxisbesuch, der oft mit einem hohen Zeitaufwand und belastenden Wegen verbunden war, ist dadurch in bestimmten Fällen ein deutlich flexiblerer Behandlungsweg geworden.
Digitaler Arztkontakt kann Hemmungen nehmen
Telemedizin ist vor allem für Beschwerden geeignet, die gut beschrieben und medizinisch eingeordnet werden können. Auch die Planung weiterer Maßnahmen bei bekannten Erkrankungen oder Fragen an den Arzt erfordern oft keinen Praxisbesuch vor Ort.
Sensible Themen sind ebenfalls ein Bereich, in dem die Telemedizin sehr gefragt ist. So empfinden es viele Männer beispielsweise als deutlich einfacher, Haarausfall oder Erektionsprobleme online behandeln zu lassen.
Der digitale Zugang senkt hier die Hemmschwelle für das erste Gespräch, und trotzdem kann der Arzt angesichts der geschilderten Beschwerden eine fundierte medizinische Einschätzung vornehmen und dann nach sorgfältiger Abwägung ein Potenzmittel verschreiben.
Vom Gespräch zum Rezept
Der Weg zum Online-Rezept beginnt meist mit einem Fragebogen, einer Videosprechstunde oder einer Kombination aus beidem. Dabei werden Symptome, Vorerkrankungen und die aktuelle Medikation thematisiert und mögliche Risiken abgewogen.
Wenn keine körperliche Untersuchung erforderlich ist, kann der Arzt direkt im Anschluss ein E-Rezept ausstellen, das dann im Anschluss über die Gesundheitskarte, eine App oder einen Rezeptcode eingelöst werden kann.
Die ärztliche Prüfung ist weiterhin alternativlos
Ein Online-Rezept wird nur ausgestellt, wenn der zuständige Arzt keine relevanten Gegenanzeigen erkennt und auf Grundlage der Angaben eine verantwortbare Entscheidung treffen kann. In ihren Informationen zur Videosprechstunde weist die Kassenärztliche Bundesvereinigung darauf hin, dass auch für digitale Arztkonsultationen und Verschreibungen klare organisatorische Vorgaben gelten.
Rezeptpflichtige Arzneimittel setzen somit auch online eine nachvollziehbare medizinische Entscheidung voraus.
Die Grenzen der Telemedizin
Nicht jedes medizinische Problem kann aus der Ferne zuverlässig beurteilt werden. Insbesondere akute Schmerzen, Atemnot, starke Kreislaufprobleme, hohes Fieber oder neue neurologische Ausfälle gehören nicht in die Online-Sprechstunde.
Wenn eine körperliche Untersuchung oder technische Diagnostik erforderlich sind, ist der Arztbesuch alternativlos. In solchen Fällen geht es nicht um Bequemlichkeit, sondern um Patientensicherheit. Wenn die wesentlichen Dinge dagegen im Gespräch geklärt werden können, kann Telemedizin Wege verkürzen und viele Vorteile mit sich bringen.
Seriöse Optionen erkennen
An einer telemedizinischen Sprechstunde ist ein echter Arzt beteiligt. Ein vertrauenswürdiges Angebot zeichnet sich durch transparente Angaben zum Anbieter, zuverlässig umgesetzten Datenschutz und eine sorgfältige ärztliche Prüfung vor der Verordnung von Medikamenten aus. Wenn mit einer sicheren Zusage für rezeptpflichtige Medikamente geworben wird, ist dagegen Vorsicht geboten. Die Telemedizin soll die ärztliche Versorgung zwar erleichtern, sie darf jedoch keine ärztliche Sorgfalt ersetzen.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |