Schüsse an der Römerstraße
Viele Fragen sind offen
- Blick in die Römerstraße: Nach Schüssen auf ein Wohnhaus fahndet die Polizei nach zwei Jugendlichen. Wo genau die Einschüsse festgestellt wurden, wurde bislang nicht mitgeteilt.
- Foto: Hans-Peter Brodüffel
Von Hans-Peter Brodüffel und Montserrat Manke
Ermittler finden in Brühl drei Einschusslöcher und sichern Spuren - zu Waffe, Motiv und möglichen Zusammenhängen schweigt die Polizei bislang
Brühl. Nach den Schüssen auf ein Wohnhaus in der Römerstraße in der Nacht zu Sonntag stehen die Ermittler noch vor vielen offenen Fragen. Zwar bestätigte die Polizei mittlerweile drei Einschusslöcher an dem Gebäude und die Fahndung nach zwei unbekannten Tatverdächtigen. Zu den entscheidenden Punkten der Ermittlungen hält sie sich jedoch bedeckt.
Nach bisherigem Ermittlungsstand hatten Anwohner Sonntagnacht gegen 0.50 Uhr mehrere Knallgeräusche gehört und die Polizei alarmiert. Zeugen beobachteten anschließend zwei Jugendliche, die in Richtung Vochem flüchteten. Später wurden drei Einschusslöcher an dem Haus festgestellt und eine nicht genannte Anzahl an Patronenhülsen gesichert. Nach Angaben des Westdeutschen Rundfunks habe man zwei Projektile gefunden.Die Ermittlungen führt das Kriminalkommissariat 11.
Gegenüber dieser Redaktion bestätigte Polizeisprecher Phillip Reichelt die bisherigen Erkenntnisse. Auf zahlreiche Nachfragen zu den Hintergründen der Tat wollte die Polizei jedoch nicht eingehen.
„Die meisten Fragen, die Sie uns stellen, stellt sich die Polizei natürlich auch“, sagte Reichelt. Zu laufenden Ermittlungen könnten derzeit keine weiteren Angaben gemacht werden. Stattdessen verweist die Polizei auf ermittlungstaktische Gründe und betont lediglich: „Wir ermitteln in alle Richtungen.“
So wollte die Polizei weder mitteilen, wie viele Patronenhülsen am Tatort sichergestellt wurden noch um welches Kaliber es sich handelt. Auch die Nachfrage nach gefundener Munition, die Rückschlüsse auf die verwendete Waffe zulassen würden, blieb unbeantwortet, und deshalb auch die Frage, ob möglicherweise dieselbe Waffe bereits bei den anderen Schussangriffen auf Häuser oder Geschäfte im Rheinland eingesetzt worden sein könnte.
Keine Angaben machte die Polizei außerdem dazu, ob ein Zusammenhang mit den jüngsten Schüssen in Köln-Rodenkirchen oder anderen Orten geprüft wird. Auch zu möglichen Parallelen bei den Täterbeschreibungen der Fälle gab es keine Antwort. Noch nicht beantwortet wurde auch eine für Anwohner wichtige Frage: Wohin genau wurde geschossen? Ob die Einschüsse an Fenstern, Rollläden oder der Fassade festgestellt wurden, teilte die Polizei bislang nicht mit - aus ermittlungstaktischen Gründen.
Ebenso offen bleibt, warum ausgerechnet dieses Haus zum Ziel wurde. Ob die Bewohner den Ermittlern bekannt sind, ob das Gebäude gezielt ausgewählt wurde und ob die Tat möglicherweise im Zusammenhang mit anderen Schussserien steht, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.
Fest steht bislang nur: Gegen 0.50 Uhr in der Nacht zu Sonntag fallen in der Römerstraße Schüsse auf ein Wohnhaus. Drei Einschusslöcher werden festgestellt. Zwei Jugendliche flüchten.
Die Polizei (KK 11) sucht weitere Zeuginnen und Zeugen: Entweder unter 02271 81-0 oder per E-Mail (poststelle.rhein-erft-kreis@polizei.nrw.de entgegen.
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Redakteur/in:Montserrat Micaela Manke |