Unbekannte stürzen 300 Jahre alten Baum
Nächtliche Verwüstung im Schlossgarten
- Mutwillig zerstört: Eine rund 300 Jahre alte Kastenlinde liegt nach nächtlicher Sabotage im historischen Schlossgarten von Schloss Augustusburg.
- Foto: Schlösser Brühl
Brühl (mm). Ein Akt blinder Zerstörung erschüttert den Schlossgarten von Schloss Augustusburg: Unbekannte haben in der Nacht zum Donnerstag eine rund 300 Jahre alte Kastenlinde gewaltsam umgestürzt.
Der jahrhundertealte Baum war Teil der historischen Kastenlindenallee im Parterre des Schlossgartens - einem Herzstück der UNESCO‑Welterbestätte Schlösser Augustusburg und Falkenlust.
Der oder die Täter drangen nachts in den verschlossenen Park ein und brachten die massive Linde zu Fall. Dabei habe man nicht nur ein Baum zerstört, sondern ein Stück Geschichte, heißt es in der Pressemitteilung. Denn die Kastenlinden gehen auf die Entstehungszeit des Gartens zurück und wurden zwischen 1729 und 1732 vom kurkölnischen Hofgärtner Dominique Girard das Parterre für Kurfürst Clemens August angelegt und mit den Linden bepflanzen: Generationen hatten die Bäume seitdem gepflegt und erhalten.
Entsprechend groß sei die Bestürzung bei den Verantwortlichen. „Es ist erschütternd und traurig, mit welcher Respektlosigkeit hier gewachsenes historisches Erbe zerstört wurde“, so Ufuk May, gärtnerischer Leiter der Schlösser Brühl. Die Kastenlinden seien nicht nur prägend für die Anlage, sondern die ältesten original erhaltenen Elemente des Gartens. „An ihnen ist schon Clemens August vorbeigelaufen.“
Besonders bitter: Erst vor zwei Wochen war der betroffene Baum aufwendig mit Bodenankern gesichert worden. Dennoch sei er mutwillig zu Fall gebracht worden und der Schaden sei langfristig. Gärtner Ive Neubert, der den Bestand betreut, machte deutlich, dass sich eine solche Lücke nicht einfach schließen lasse. Bis eine vergleichbare Struktur wieder entstanden sei, würden 80 bis 120 Jahre vergehen - Zeiträume, die niemand der heutigen Generation erleben werde.
Die Schlösser Brühl haben Anzeige erstattet und hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung, um die Tat aufzuklären.
Redakteur/in:Montserrat Micaela Manke |
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