United Jazz Company
Swing und Jazz in Bornheim
- Mit einem bunten Mix aus 40 Jahren Bandgeschichte begeisterte die United Jazz Company ihr Publikum beim Jubiläumskonzert.
- Foto: fes
Bornheim-Roisdorf (fes). Eng wurde es im Sitzungssaal des Bornheimer Rathauses in Roisdorf – nicht wegen brisanter politischer Themen, sondern weil die United Jazz Company (UJC) zu ihrem traditionellen Jahreskonzert eingeladen hatte. Dass es diesmal besonders voll war, lag auch an einem besonderen Anlass: Die Big Band feierte ihr 40-jähriges Bestehen.
Gegründet wurde die United Jazz Company im Jahr 1985 von Joachim Stahl, der damals gerade einmal 20 Jahre alt war. Die Anfänge der Band fallen in Stahls Bundeswehrzeit, als er als Klavierbegleiter im Ausbildungs-Musikkorps in Hilden tätig war. „Mit einem Kumpel, der Posaunist war, fuhr ich montags von Hilden zur Probe nach Bornheim, wo bei unserem Schlagzeuger Max Heldberg im Keller die Proben zur entstehenden Big Band stattfanden“, erinnerte sich der heute 60-jährige Musiker. Ziel war es, im Rahmen der Bornheimer Musikschule zunächst eine Jazz-Combo aufzubauen. Schon bald schlossen sich weitere befreundete Musiker an, sodass rasch eine Big-Band-Besetzung entstand. Auch der Name war schnell gefunden: United Jazz Company.
Anfangs spielte Stahl noch selbst Klavier, wechselte später jedoch ans Dirigentenpult, das er bis heute innehat. Neuer Pianist wurde Andi Brouwers, der damals Kirchenmusik studierte. Am 14. Dezember 1986 feierte die Band um 16 Uhr ihre Live-Premiere im Bornheimer Ratssaal – einem Auftrittsort, der der UJC bis heute treu geblieben ist. Damals beschrieb sich das Ensemble als „junge Band, die sich in den letzten Monaten an Big-Band-Arrangements herangewagt hat“.
In den Anfangsjahren absolvierte die UJC zahlreiche Auftritte und probte regelmäßig. Mit den Jahren wurde es jedoch schwieriger, Proben und Konzerte in vollständiger Besetzung zu organisieren, da viele Mitglieder beruflich stark eingebunden waren. „Es gab eine Zeit, in der ich überlegte, die Band aufzugeben“, schilderte Stahl. Ausschlaggebend für das Weitermachen sei schließlich gewesen, dass seine heranwachsenden Kinder Interesse zeigten, selbst in der Big Band mitzuspielen. „Ich denke, dass diese Saat aufgegangen ist und sich dieser Weg als richtig erwiesen hat“, betonte Stahl, der hauptberuflich als Kirchenmusiker im Seelsorgebereich Bornheim-Vorgebirge tätig ist.
Beim Jubiläumskonzert wirkten gleich drei seiner fünf Kinder mit: Der 16-jährige Martin Stahl spielte Posaune, Tochter Anna-Josepha Saxofon und Sohn Alex Trompete. Alex Stahl ist zudem Mitglied im Glenn-Miller-Orchester. Aus dem Gründungsjahr ist heute nur noch Joachim Stahl selbst dabei. Viele der aktuellen Bandmitglieder kamen in den 1990er Jahren hinzu und bilden seither eine feste Stammbesetzung aus Profis und ambitionierten Laien. Auf dem Programm stand ein Querschnitt aus 40 Jahren Bandgeschichte mit Swing- und Jazzklassikern. Als Solistin begeisterte die Sängerin Ulla Ihm das Publikum.
Redakteur/in:Frank Engel-Strebel aus Bornheim |
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