Reinigungsaktion im Stadtarchiv
Staub gegen das Vergessen
- Ein Blick ins schriftliche Gedächtnis der Stadt: Stadtarchivar Dr. Simon Oelgemöller zeigt eine historische Akte, die im Rahmen einer Trockenreinigung von Staub und schädlichen Rückständen befreit wurde.
- Foto: Stadt Bornheim
Bornheim (red). Papier ist ein empfindlicher Träger von Geschichte. Mit den Jahren vergilbt es, wird brüchig oder leidet unter Staub, Schädlingen und chemischen Reaktionen. Um dieses schriftliche Gedächtnis der Stadt Bornheim zu bewahren, setzt das Stadtarchiv regelmäßig auf präventive Maßnahmen zur Bestandserhaltung. Dazu gehört auch die fachgerechte Trockenreinigung von Archivgut, die kürzlich an einem größeren Aktenbestand durchgeführt wurde.Insgesamt 487 historische Akten der Stadt Bornheim wurden in den vergangenen Monaten von einem spezialisierten Restaurierungsatelier aus Kruft gereinigt. Dafür mussten 65 Kartons mit Archivmaterial vorübergehend ausgelagert und nach Abschluss der Arbeiten wieder zurückgeführt werden. Ziel der Maßnahme ist es, den Alterungsprozess des Papiers zu verlangsamen und die Nutzbarkeit der Unterlagen langfristig zu sichern.
„Im Bornheimer Archiv bewahren wir derzeit rund 233.000 Archivalien auf – darunter Schriftgut, Fotografien und audiovisuelle Medien – sowie mehr als 210.000 Digitalisate“, erläutert Stadtarchivar Dr. Simon Oelgemöller. Insgesamt entspreche dies etwa 350 laufenden Metern historischer Unterlagen. Die nun gereinigten Akten machten dabei nur einen kleinen Teil des Gesamtbestandes aus.
Bei der Trockenreinigung wird der Staub vorsichtig abgesaugt oder mit Pinseln und speziellen Schwämmen entfernt. Das ist vor allem aus konservatorischer Sicht wichtig, denn Staub gilt als Nährboden für Schimmel, dessen Beseitigung aufwendig und kostspielig wäre. Zusätzlich werden rostgefährdete Metallteile wie Büroklammern entfernt, beschädigte Heftungen gesichert und ungeeignete Ordner durch archivfeste Schutzmappen ersetzt.
Gefördert wurde die Maßnahme durch die Landesinitiative Substanzerhalt, ein Programm des Landes Nordrhein-Westfalen zur Unterstützung von Archiven. Mit diesen Mitteln investierte die Stadt Bornheim rund 5.000 Euro in den Erhalt ihres historischen Schriftguts. Zwei Restauratorinnen beziehungsweise Restauratoren arbeiteten rund zwei Monate an der Reinigung.
Die Pflege der Bestände ist jedoch eine Daueraufgabe. Da bislang erst ein Teil der historischen Akten behandelt werden konnte, sind für das kommende Jahr bereits weitere Maßnahmen vorgesehen. Der Kampf gegen den Zahn der Zeit im Archiv geht damit kontinuierlich weiter.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
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