Ortsgespräche
Was sich ändern muss
- NRW-Innenminister Herbert Reul (links) stellte nicht nur ein Buch vor, sondern stellte sich auch bereitwillig den Fragen seines Gastgebers Dominik Pinsdorf.
- Foto: fes
Bornheim (fes). Die Bekämpfung der Clankriminalität, der Kampf gegen Kinderpornografie, Kindesmissbrauch und Cyberkriminalität – diese Themen liegen Herbert Reul besonders am Herzen. Seit acht Jahren ist der 73-jährige CDU-Politiker Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen. Auf Einladung von Dominik Pinsdorf, Ortsvorsteher von Bornheim-Ort, kam Reul zu einem „Ortsgespräch Spezial“ in den Sitzungssaal des Bornheimer Rathauses in Roisdorf. Dort sprach er mit seinem Gastgeber über aktuelle politische Themen und las zugleich aus seinem im Oktober erschienenen Buch „Sicherheit. Was sich ändern muss“.
Mit dem Buch verfolgt Reul vor allem ein Ziel: Vertrauen zurückzugewinnen. Zwei Drittel der Deutschen trauten laut Reul staatlichen Institutionen nicht mehr. Der Erfolg der AfD sei vor diesem Hintergrund kein Wunder. „Das ist es, was mich umtreibt und mir große Sorgen bereitet, denn wir müssen die Leute in der Vergangenheit wahnsinnig enttäuscht haben“, sagte der Innenminister.
Seit den aufgedeckten Missbrauchsfällen in Lügde im Jahr 2018 lasse ihn das Thema Kindesmissbrauch nicht mehr los. „Natürlich wusste ich, dass es Kindesmissbrauch gibt, aber was da im Netz los ist – in dieser Dimension, Dramatik und Monstrosität – das hätte ich mir niemals vorstellen können. Dann kam Lügde, ich war in dem ganzen Schmutz drin und musste mich kümmern“, erklärte Reul. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Amtszeit sei die Bekämpfung der Clankriminalität, vor allem im Ruhrgebiet. „Das Thema gibt es seit 30 Jahren, doch wir haben immer weggeschaut und es nie benannt.“ In der öffentlichen Wahrnehmung sei er seither der Innenminister, der täglich Razzien organisiere.
Bereits 2023 war Reul erstmals zu einem Ortsgespräch nach Bornheim gekommen. Das Dialogformat wurde von Pinsdorf vor zwei Jahren ins Leben gerufen und bringt regelmäßig prominente Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch. Schon im März 2020 hatte es Pinsdorf, damals Vorsitzender des Stadtjugendrings, geschafft, Reul als Schirmherr für das mehrfach ausgezeichnete Aktionsbündnis „Jugend trifft auf Blaulicht“ zu gewinnen.
Nach der Veranstaltung mit rund 260 Besucherinnen und Besuchern signierte Reul Exemplare seines Buches und trug sich im Beisein von Bürgermeister Christian Mandt und dessen Stellvertreterin Gabriele Kretschmer in das „Goldene Buch“ der Stadt Bornheim ein. Dort finden sich unter anderem auch die ehemalige Königin der Niederlande Beatrix, die frühere First Lady der USA Nancy Reagan, Schauspieler Günter Lamprecht, NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach und Fernsehkoch Tim Mälzer. Für Herbert Reul war es bereits der zweite Eintrag: Schon am 3. März 2020 hatte er sich anlässlich der Übernahme der Schirmherrschaft für „Jugend trifft auf Blaulicht“ dort verewigt, wie Bornheims Pressesprecher Christoph Lüttgen mitteilte.
Redakteur/in:Frank Engel-Strebel aus Bornheim |
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