Bonner Nordbrücke
Vorlandbrücke ist nicht zu retten - Abriss beschlossen

Nun ist es "amtlich": Die so genannte "Vorlandbrücke" auf der linken Rheinseite ist so marode, dass nur noch der Abriss bleibt. Autos werden also bis mindestens Ende 2028 hier nicht mehr fahren. | Foto: jld
  • Nun ist es "amtlich": Die so genannte "Vorlandbrücke" auf der linken Rheinseite ist so marode, dass nur noch der Abriss bleibt. Autos werden also bis mindestens Ende 2028 hier nicht mehr fahren.
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Die Schäden sind zu groß, eine Reparatur ist ausgeschlossen: Die linksrheinische Vorlandbrücke der Bonner Nordbrücke muss vollständig abgerissen und neu gebaut werden. Darüber haben Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und die Autobahn GmbH am Freitag im Rahmen einer mit Spannung erwarteten Pressekonferenz informiert. Für die Region bedeutet das: Die komplette Sperrung der gesamten Nordbrücke bleibt bestehen– und damit auch die spürbaren Folgen im Alltag.
Immerhin steht jetzt ein Fahrplan: Noch in diesem Jahr soll mit dem Abriss begonnen werden. Der Neubau der Vorlandbrücke soll - wenn alles gut geht - Ende 2028 stehen.
"Wir werden die Verkehrslage nicht vollständig entzerren können", hat Bonns OB Guido Déus erklärt. "100.000 Fahrzeuge, die die Nordbrücke am Tag genutzt haben, suchen sich gerade neue Wege. Und viele davon landen mitten in der Innenstadt. Und wir alle wissen, dass unser Straßenraum begrenzt ist.
Wir geben alles, um die Mobilität in unserer Stadt halbwegs – und das für alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer – aufrecht zu erhalten!"
Ganz ähnlich äußerte sich Landrat Sebastian Schuster für den Rhein-Sieg-Kreis: „Unsere Region Rhein-Sieg/Bonn wird durch den Abriss der linksrheinischen Vorlandbrücke und die daraus entstehenden verkehrstechnischen Beeinträchtigungen sehr hart getroffen; das hat erhebliche Auswirkungen auf unsere Bevölkerung und unsere regionale Wirtschaft, denn die 100.000 Fahrzeuge, die täglich dort über den Rhein gefahren sind, müssen sich nun bis mindestens Ende 2028 Ausweichrouten suchen oder auf andere Verkehrsmittel umsteigen.
In enger Abstimmung mit der Stadt Bonn müssen wir versuchen, für die daraus entstehenden Schwierigkeiten gemeinsam bestmögliche Lösungen zu finden, um die Zeit so gut es geht zu überbrücken.
Erfreulich ist für mich die Perspektive, das noch in 2026 der Ersatzneubau für die linksrheinische Vorlandbrücke ausgeschrieben und auch mit dem Abriss begonnen werden soll. Daran kann die Bevölkerung ablesen, dass es voran geht und dafür danke ich allen Verantwortlichen.“
Deutlich fallen die Reaktionen aus der Wirtschaft aus: „Enormer Schaden für den Wirtschaftsstandort“, heißt es von der Industrie- und Handelskammer. Besonders betroffen seien Unternehmen aus Logistik, Einzelhandel und Gastgewerbe, die auf verlässliche Verkehrswege angewiesen sind. Zugleich wird die Perspektive eines beschleunigten Neubaus vorsichtig positiv bewertet. Die Aussicht auf eine Wiedereröffnung in einigen Jahren sei „zumindest ein erster Silberstreif am Horizont“, so die IHK. 
„Unsere Befürchtungen haben sich nach der Prüfung leider bestätigt", betont auch der Präsident der Handwerkskammer zu Köln, Thomas Radermacher. "Die Bonner Nordbrücke bleibt voll gesperrt. Für das regionale Handwerk bedeutet das in den nächsten Jahren erhebliche Mehrbelastungen durch große Umwege, enormen Zeitverlust und gravierende Kosten. Hoffnung macht die Aussage von Verkehrsminister Patrick Schnieder, dass die Brücke mit einem Teilneubau bis Ende 2028 wieder in Betrieb genommen werden kann. Wir nehmen den Verkehrsminister beim Wort: Bund und Autobahn GmbH sind jetzt gefordert, die Teil-Sanierung der Brücke und auch den Brückenneubau mit höchster Priorität voranzutreiben. Zugleich müssen alle temporären Entlastungsmaßnahmen geprüft werden, etwa eine Erstattung der Mautkosten bei nachweislichen Umwegen!"
Bis dahin bleibt die Lage angespannt. Die Region muss sich auf eine Übergangszeit einstellen, in der Einschränkungen zum Alltag gehören. Entscheidend wird sein, ob die angekündigten schnellen Verfahren halten, was sie versprechen – und ob es gelingt, die Folgen für Verkehr und Wirtschaft in der Zwischenzeit abzufedern.

Redakteur/in:

Jan L. Dahmen aus Bonn

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