Demo am 26. Juni
Protest gegen geplanten Rückbau von Rad- und Busspuren

Symboldbild: Die Organisatoren der Demonstration befürchten, dass die geplanten Änderungen an Umweltspuren den Raum für den Radverkehr zu stark einschränken könnten. | Foto: mt (KI)
  • Symboldbild: Die Organisatoren der Demonstration befürchten, dass die geplanten Änderungen an Umweltspuren den Raum für den Radverkehr zu stark einschränken könnten.
  • Foto: mt (KI)
  • hochgeladen von Michael Thelen

Bonn (red). Der Streit um die Zukunft der Rad- und Busspuren in der Bonner Innenstadt spitzt sich zu: Für Freitag, 26. Juni, ruft ein breites Bündnis aus Verkehrs- und Umweltverbänden zu einer Demonstration auf dem Münsterplatz auf. Hintergrund sind Pläne, bestehende Rad- und Busspuren in der Stadt zu entfernen – ein Vorhaben, das bei den Initiatoren auf deutlichen Widerstand stößt.

Zu der Kundgebung laden unter anderem der ADFC, der VCD und der Radentscheid Bonn ein. Auch weitere Verbände unterstützen den Protest. Beginn ist um 17 Uhr. Anders als bei vielen Aktionen dieser Art soll es bewusst keine Fahrraddemonstration geben. Stattdessen setzen die Veranstalter auf eine stationäre Kundgebung, um den Verkehr in der Innenstadt nicht zusätzlich zu belasten.

Die Kritik der Initiativen richtet sich vor allem gegen die Auswirkungen der geplanten Maßnahmen auf den Rad- und öffentlichen Nahverkehr. Nach ihrer Auffassung würde der Rückbau von Rad- und Busspuren – etwa auf der Oxfordstraße – dem Autoverkehr keinen spürbaren Vorteil bringen, gleichzeitig aber den umweltfreundlicheren Verkehrsarten erheblich schaden. „Da macht es keinen Sinn, Busse und Fahrräder auszubremsen, damit Autos auf einigen Metern vor dem nächsten Nadelöhr auf zwei Spuren im Stau stehen können“, kritisiert der ADFC-Vorsitzende Peter Lorscheid.

Besondere Brisanz erhält die Debatte vor dem Hintergrund der aktuellen Verkehrssituation in Bonn. Nach der Sperrung der Nordbrücke sei es wichtiger denn je, möglichst viele Menschen zum Umstieg auf Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen. Zahlen aus den städtischen Zählstellen zeigen laut ADFC einen deutlichen Anstieg des Radverkehrs: Auf der Kennedybrücke etwa habe sich die Zahl der täglichen Querungen auf rund 20.000 verdoppelt. Auch auf der Südbrücke gebe es eine ähnliche Entwicklung, und selbst die Rheinfähren seien stark ausgelastet.

Für die Verbände ist dies ein klares Signal. „Hier zeigt sich, dass Bürger vernünftig sind und sehr viele schon umgestiegen sind“, so Lorscheid. Vor diesem Hintergrund sei es widersprüchlich, bestehende Radwege zurückzubauen. Besonders kritisch sehen die Initiativen, dass viele Radfahrende auf genau diese Verbindungen angewiesen sind, um in die Innenstadt und zu ihren Arbeitsplätzen zu gelangen. Gleichzeitig betonen die Organisatoren, dass sie die angespannte Verkehrslage anerkennen. Man sei bereit, Einschränkungen hinzunehmen und auch Umwege in Kauf zu nehmen, wenn es dem Gesamtsystem helfe. Die geplanten Maßnahmen gingen jedoch in die falsche Richtung und würden die Situation eher verschärfen als verbessern.

Parallel zur Mobilisierung für die Demonstration wächst auch der Rückhalt in der Bevölkerung. Eine Petition gegen den Wegfall der Radspuren, die am 15. Juni gestartet wurde, hat innerhalb weniger Tage bereits fast 6000 Unterstützer gefunden. Sie richtet sich an den Bonner Stadtrat und fordert, die bestehenden Verkehrswege für Rad- und Busverkehr zu erhalten.
Mit der Demonstration auf dem Münsterplatz wollen die Initiatoren nun ein sichtbares Zeichen setzen – und den Druck auf die politischen Entscheidungsträger erhöhen. Ob das Signal Wirkung zeigt, dürfte sich in den kommenden Wochen entscheiden.

Redakteur/in:

Michael Thelen aus Rhein-Sieg

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.