Kinder- und Jugendschutz
Mehr Schutz im Sport
- v.l. Sebastian Schuster (Landrat und Behördenleiter der Kreispolizeibehörde), Sabine Schellenbach (Siegburger TV) und Christos Katzidis (Präsident Fußball-Verband Mittelrhein).
- Foto: FVM
Bonn/Rhein-Sieg-Kreis (red). Der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) und die Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg-Kreis haben ein Pilotprojekt zur Stärkung des Kinder- und Jugendschutzes im Vereinsfußball gestartet. Ziel der Initiative ist es, die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen in den Vereinen zu erhöhen und das Thema stärker als festen Bestandteil der Vereinsarbeit zu verankern.
Kern des Projekts ist ein polizeiliches Auskunftsersuchen. Personen, die im Kinder- und Jugendbereich tätig werden möchten, können bei der Kreispolizeibehörde eine Anfrage zu ihrer Person stellen. Innerhalb etwa eines Monats erhalten sie eine schriftliche Auskunft über relevante gespeicherte Informationen. Diesen Bescheid legen sie anschließend dem jeweiligen Verein vor, der prüft, ob einer Tätigkeit im Nachwuchsbereich etwas entgegensteht.
Die Teilnahme am Pilotprojekt ist freiwillig und kostenfrei. Es richtet sich an alle Mitgliedsvereine des FVM im Zuständigkeitsbereich der Kreispolizeibehörde sowie an ehrenamtlich Tätige oder Interessierte im Kinder- und Jugendbereich. Die Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit den Vereinen.
FVM-Präsident Christos Katzidis betont die Bedeutung der Initiative: „Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf größtmöglichen Schutz. Wir wollen gar nicht erst, dass es zu Missbrauchsfällen kommt.“ Der Schutz sei ein zentraler Bestandteil der Verbandsarbeit. Auch Landrat und Behördenleiter Sebastian Schuster hebt hervor, dass Kinder- und Jugendschutz eine wesentliche gesellschaftliche und polizeiliche Aufgabe sei. Durch die Kooperation werde ein Beitrag zu mehr Vertrauen und Transparenz geleistet.
Das Auskunftsersuchen ergänzt das erweiterte Führungszeugnis, das bereits vielerorts Voraussetzung für eine Tätigkeit im Nachwuchsbereich ist. Die Entscheidung über den Einsatz einer Person liegt weiterhin allein beim jeweiligen Verein, eine Bewertung der Inhalte erfolgt weder durch die Polizei noch durch den Verband.
Auch aus der Vereinspraxis kommt Unterstützung. Sabine Schellenbach vom Siegburger TV sieht in dem Projekt die Chance, bestehende Schutzkonzepte zu erweitern und den Zugang für potenzielle Täter zu erschweren.
Der Fußball-Verband Mittelrhein engagiert sich bereits seit längerem im Bereich Kinder- und Jugendschutz und ist seit März 2025 Mitglied im entsprechenden Qualitätsbündnis des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
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